Hat Microsoft MS-DOS geklaut? Belohnung von bis zu 200.000 Dollar

Microsoft, Ibm, MS-DOS, MS-DOS 1.1 Bildquelle: Robert Scoble
Gerüchte, laut denen Microsoft bei der Entwicklung von MS-DOS das Betriebssystem CP/M "kopiert" haben soll, halten sich seit Jahrzehnten. Jetzt wurde eine hohe Belohnung ausgesetzt, die an denjenigen geht, der in der Lage ist, konkrete Beweise dafür zu finden.
Wie das IEEE Spectrum Magazine berichtet, hatte der Berater Bob Zeidman 2012 mit Hilfe forensischer Werkzeuge zur Software-Analyse versucht, den Code der beiden Betriebssysteme auf Ähnlichkeiten zu prüfen, dabei aber keine konkreten Beweise für das Kopieren von Code finden können. Seit dieser Zeit hat Microsoft allerdings dem amerikanischen Computer History Museum bisher nicht verfügbaren Code von MS-DOS übergeben.

Siehe auch: Experte: Bill Gates hat MS-DOS nicht gestohlen

Da Zeidmans Analyse im Jahr 2012 unter Verwendung von QDOS stattfand, das von Microsoft 1981 gekauft und schließlich zu MS-DOS weiterentwickelt wurde, will man nun eine neue Untersuchung anregen, schließlich war der von Microsoft inzwischen an das Computer History Museum übergebene Code damals nicht verfügbar. Das Museum hat es außerdem geschafft, eine komplettere Version des Quellcodes von CP/M aufzutreiben. Zeidman hat diese beiden neuen Code-Pakete jeweils erneut auf Belege für ein aktives Kopieren durch Microsoft untersucht, konnte aber einmal mehr keine direkten Beweise finden.

Zeidman stieß allerdings auf mindestens 22 sogenannte System Calls, also Kommandos, mit denen eine bestimmte Aktion ausgelöst wird, die sowohl bei CP/M, als auch bei MS-DOS die gleiche Nummer tragen und die gleiche Aufgabe übernehmen. Dies gibt nun Anlass für die Vermutung, dass CP/M-Erfinder Gary Kildall durchaus die Möglichkeit hätte haben können, rechtlich gegen Microsoft vorzugehen, weil das Unternehmen sich möglicherweise doch bei seinem Produkt bedient haben könnte.

Zeidman will nun Dritte dazu anregen, sich einer ausführlichen Analyse des Quellcodes der beiden Betriebssysteme auf Basis der neu vorliegenden Daten anzunehmen. Dabei sollen "übliche forensische Techniken" angewendet werden, um ein Kopieren durch Microsoft nachzuweisen. Um einen Anreiz dafür zu schaffen, setzt Zeidman nun eine Belohnung in Höhe von 100.000 Dollar aus, wenn jemand nachweisen kann, dass tatsächlich Code kopiert wurde.

Im Zusammenhang mit einem weiteren Gerücht, verspricht Zeidman zusätzlich eine weitere Belohnung in Höhe von 100.000 Dollar. Das Geld soll vergeben werden, sobald jemand in der Lage ist, ein seit Jahren durch die Gerüchteküche geisterndes geheimes Kommando zu finden, mit dem sich MS-DOS dazu bringen lässt, einen Urheberrechtshinweis im Namen von CP/M-Erfinder Gary Kildall auszuspucken. Damit wäre dann praktisch ultimativ bewiesen, dass Microsoft "den Kern" von MS-DOS tatsächlich einfach kopiert hätte.

Bob Zeidman hatte 2012 einige Kritik einstecken müssen, weil ihm vorgeworfen wurde, in Diensten von Microsoft zu stehen. Damals hieß es, er sei als Berater für Microsoft tätig und deshalb keineswegs unabhängig. Zeidman bestreitet dies allerdings entschieden und behauptet, dass es sich damals um einen alten, nicht aktiven Vertrag mit Microsoft gehandelt habe. Inzwischen hat er alle Verbindungen zu dem Softwarekonzern gekappt und will mit dem jetzt ausgelobten Preisgeld endlich für Klarheit sorgen. Microsoft, Ibm, MS-DOS Microsoft, Ibm, MS-DOS Microsoft
Mehr zum Thema: Microsoft Corporation
Diese Nachricht empfehlen
Kommentieren42
Jetzt einen Kommentar schreiben


Alle Kommentare zu dieser News anzeigen
Kommentar abgeben Netiquette beachten!

Jetzt als Amazon Blitzangebot

Microsofts Aktienkurs in Euro

Microsofts Aktienkurs -1 Jahr
Zeitraum: 1 Jahr

WinFuture Mobil

WinFuture.mbo QR-Code Auch Unterwegs bestens informiert!
Nachrichten und Kommentare auf
dem Smartphone lesen.

Folgt uns auf Twitter

WinFuture bei Twitter

Interessante Artikel & Testberichte

WinFuture wird gehostet von Artfiles

Forum

Tipp einsenden