Ashley Madison-Hack fordert Opfer - es trifft nicht nur "Untreue"

Liebe, Herz, Flirt Bildquelle: Medienblick Bonn
Diejenigen, die beim Dating-Portal Ashley Madison einen riesigen Bestand an Nutzerdaten gestohlen haben, wollen mit der Veröffentlichung der Informationen vorgeblich untreue Personen an den Pranger stellen. Sie nehmen dabei aber auch Folgen in Kauf, die das Leben von Menschen zerstören und sogar tödlich enden können.
Die Täter hatten 35 Gigabyte Daten von den Servern des Portals, das sich auf die Vermittlung von Seitensprüngen spezialisiert hat, entwendet. Dem Betreiber Avid Life Media (ALM) wurde damit gedroht, die Informationen zu veröffentlichen, wenn die Seite nicht abgeschaltet wird. Als dies nicht geschah, landeten die Daten in der vergangenen Woche im Netz und sorgen seitdem für Schlagzeilen.

Es gibt durchaus eine nennenswerte Zahl an Nutzern, die darin kein Problem sieht. Wer seinen Partner betrügt, müsse halt damit rechnen, dass es eines Tages herauskommt, so der Tenor. Das zeugt - wie so oft - von einem recht einfachen Weltbild, in dem die Diversität zahlreicher Einzelschicksale schlicht keine Rolle spielt. Inzwischen tauchen zunehmend Berichte von oder über Betroffene auf, die einen kleinen Einblick geben, wie problematisch sowohl die Veröffentlichung der Daten als auch die Pauschalisierungen bei der Bewertung der Tat sind.

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Die Polizei aus dem kanadischen Toronto, die die Ermittlungen in der Sache führt, spricht davon, dass inzwischen zwei Suizide zu verzeichnen sind, die mit der Angelegenheit in direktem Zusammenhang stehen. Wie in solchen Fällen üblich, gaben die Ermittler hierzu allerdings keine konkreteren Informationen an die Öffentlichkeit.

Es ist nicht Schwarz-Weiß

An anderer Stelle meldete sich eine Nutzerin zu Wort, deren Daten jetzt mit veröffentlicht wurden. Sie schildert, dass sie schon länger bei Ashley Madison angemeldet sei. Der Hintergrund: Sie lebt mit ihrem Ehemann zusammen, der allerdings seit einiger Zeit in einer Form erkrankt ist, dass ihr Sexualleben darunter leidet. Gelegentlich treffe sie sich aber mit anderen Ashley Madison-Nutzern, die in ähnlichen Situationen sind - in Einvernehmen mit ihrem Mann. Allerdings befürchtet sie nun, dass ihr Umfeld nicht besonders tolerant auf diese Konstellation reagiert und sie Teile ihres Freundeskreises oder ihren Job verlieren könnte.

In einem anderen Fall hatte ein Nutzer schon vor einiger Zeit auf Reddit die Datendiebe eindringlich darum gebeten, die Informationen nicht zu veröffentlichen. Er sei homosexuell und habe sich während seines Studiums in den USA über die Plattform zu Treffen mit anderen schwulen Singles verabredet. Inzwischen lebe er aber wieder in seiner Heimat Saudi-Arabien, wo sexuelle Handlungen unter Männern mit der Todesstrafe bedroht sind. Daher fürchte er um sein Leben, wenn die Informationen an die Öffentlichkeit geraten.

Es scheint zumindest in diesem Fall so, dass die Sache noch einmal glimpflich ausgegangen ist. Der fragliche Nutzer meldete sich erneut zu Wort und erzählte, dass er kurzfristig genug Geld auftreiben konnte, um sich ein Flugticket in Richtung USA zu kaufen. Über einen anderen Reddit-Nutzer konnte er Kontakt zu Anwälten bekommen, die sich auf Asyl-Verfahren spezialisiert haben, bei denen die Flucht aufgrund einer Diskriminierung aufgrund der sexuellen Präferenzen erfolgt.

Es dürfte unter den insgesamt rund 36 Millionen Nutzer-Datensätzen, die entwendet wurden, aber unzählige andere Fälle geben, in denen es nicht einfach "nur" um untreue Partner geht. Unterdessen fahndet die Polizei weiterhin mit Hochdruck nach den Tätern. Der Betreiber der Seite hat inzwischen eine hohe Belohnung von umgerechnet 330.000 Euro für Hinweise ausgesetzt, die zu deren Ergreifung führen. Liebe, Herz, Flirt Liebe, Herz, Flirt Medienblick Bonn
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