Ashley Madison-Analyse: Millionen Männer buhlten um tausend Frauen

Hochzeit, Beziehung, Ehe, Paar Bildquelle: Rich Bowen (CC BY 2.0)
Der Hack des Dating-Portals Ashley Madison und die Veröffentlichung der Daten hat nicht nur negative Folgen für eine Reihe von Nutzern, sondern ermöglicht auch einen Einblick in das Geschäftsprinzip solcher Plattformen. Und dabei zeigt sich, dass es wohl wahrscheinlicher ist im Lotto zu gewinnen, als dass heterosexuelle Männer auf der Seite eine Seitensprung-Partnerin gefunden hätten.
Die US-Journalistin Annalee Newitz hat sich für eine Analyse den kompletten Datenbestand heruntergeladen. Dabei zeigte sich, dass bereits eine Betrachtung des reinen Verhältnisses der Nutzerprofile ein deutliches Ungleichgewicht hervorbringt. In der Datenbank sind demnach über 31 Millionen Einträge als Accounts von männlichen Nutzern gekennzeichnet, während knapp 5,5 Millionen eine Weiblich-Kennung tragen.

Das Problem besteht allerdings nun darin, dass nur die wenigsten Frauen-Profile auch tatsächlich von echten Nutzerinnen erstellt und aktiv verwendet wurden. Hinweise darauf gab es vor einiger Zeit schon einmal, als eine ehemalige Mitarbeiterin das Betreiber-Unternehmen verklagte und anführte, dass sie durch die Arbeitsbedingungen erkrankt sei. Sie gab zu Protokoll, dass ihre Aufgabe darin bestanden hätte, binnen drei Monaten mindestens tausend Fake-Profile von Frauen zu erstellen - und dies in portugisischer Sprache, da man zu dieser Zeit vor allem auch Nutzer in Brasilien gewinnen wollte. Allerdings wurde der Rechtsstreit außergerichtlich beigelegt, so dass diese Behauptung nie einer endgültigen gerichtlichen Bewertung unterzogen wurde.

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Um die echten Frauen-Profile zu finden, konnte man bei der Analyse nicht auf die Zahlungsdaten zurückgreifen. Denn als weiblich gekennzeichnete Accounts erhielten alle Features gratis bereitgestellt - eine Praxis, die in dem Segment häufig anzutreffen ist und Frauen auf die Plattformen ziehen soll. Also mussten andere Merkmale herhalten, und die fanden sich dann auch in ausreichender Zahl.

Tausende Profile bei 127.0.0.1 zuhause

So lautete die Kontakt-E-Mail bei tausenden Frauen-Profilen bereits @ashleymadison.com. Kaum eine echte Nutzerin wird aber über einen Firmen-Account bei dem Unternehmen verfügen, so dass diese Profile schon einmal als Fake angenommen werden können. Hinzu kam, dass eine ganze Reihe von weiteren Accounts mit IP-Adressen in Verbindung standen, die zu der Betreiber-Firma gehören. Dazu gehören auch fast 70.000 Profile, die von der IP-Adresse 127.0.0.1 aus gepflegt wurden - also ebenfalls einem lokalen Rechner im Ashley Madison-Netzwerk. Dem standen rund 12.000 andere Profile gegenüber - also solche, die als männlich gekennzeichnet sind, als auch solche ohne Geschlechtsangabe.

Neben den technischen Dingen, kann aber auch das Nutzungsverhalten Aufschluss über die Art der Accounts geben. So fanden sich über 20 Millionen Männer-Profile, bei denen ein Datenbank-Eintrag vorhanden war, wann zum letzten Mal der Nachrichteneingang aufgerufen wurde. Dieses Feld war hingegen bei nur 1.492 Frauen-Profilen nicht leer - nur so viele haben also mindestens einmal überhaupt nach persönlichen Nachrichten geschaut.

Eine ähnliche Verteilung zeigte sich bei Zugriffen auf das plattforminterne Chat-System: Rund 11 Millionen Männer-Profile haben auf dieses zugegriffen, aber nur 2.409 Frauen-Accounts. Die Überprüfung vieler weiterer Merkmale dieser Art offenbarte ähnliche Verhältnisse. Die Analyse zeigte so, dass auch die negativsten Schätzungen über das echte Geschlechter-Verhältnis auf der Plattform falsch waren. Letztlich hoffte eine zweistellige Millionenzahl von zahlenden Männern darauf, eine der wenigen echten Frauen abzubekommen, deren Menge wohl bei einer niedrigen vierstelligen Zahl lag.

Newitz fand für die Realität auf der Plattform nach Abschluss ihrer Analyse lediglich einen Vergleich: "Wie in einer Science Fiction-Zukunft, in der alle Frauen auf der Erde tot sind und einige Dilbert-artige Ingenieure sie mit schlecht gestalteten Robotern ersetzt haben." Social Network, Partner, Scheidung, Trennung Social Network, Partner, Scheidung, Trennung n/a
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