"Newkia": Ex-Nokia-Mitarbeiter wollen Marke retten

Die Anfang der Woche angekündigte Übernahme der Gerätesparte von Nokia durch Microsoft ist zweifellos ein umstrittenes Geschäft. Ehemalige Nokia-Mitarbeiter planen deshalb eine Art geistigen Nachfolger und das auf Android-Basis.

Wo wäre Nokia heute, hätte das finnische Unternehmen nicht auf eine Partnerschaft mit Microsoft gesetzt? Und was wäre gewesen, hätte Nokia Modelle mit dem mobilen Google-Betriebssystem Android entwickelt? Das sind die beiden zentralen Fragen, die sich Thomas Zilliacus, Chef und Gründer Mobile FutureWorks, derzeit stellt.

In einem Interview mit ZDNet sagte Zilliacus, dass man gleich am Tag der Bekanntgabe des Microsoft-Deals einen inoffiziellen Nachfolger des finnischen Handy-Pioniers auf den Weg gebracht habe. Der Name: Newkia.

Zum Ende jenes Unternehmens, dem Zilliacus insgesamt 15 Jahre (er war sechs Jahre lang Chef des Asien-Geschäfts von Nokia) angehörte, nahm sich der Manager kein Blatt vor den Mund: "Das Geschäft zeigt ein völliges Versagen der Windows-Strategie, für die sich Stephen Elop entschieden hat, als er vor etwa zwei Jahren zum Nokia-CEO ernannt worden ist", meint Zilliacus. Nokia sei noch vor drei Jahren Marktführer auf dem Handy-Markt gewesen und das mit Abstand, sagt Zilliacus. "Heute sind sie eine kleine und unbedeutende Marke."

Der Chef von Mobile FutureWorks, das seinen Sitz in Singapur hat, wollte bereits vor einem Jahr Nokia "freikaufen", mit dem Ziel, das Unternehmen in Richtung Android zu lenken. Er scheiterte allerdings, da er nicht genügend Geld dafür auftreiben konnte.


Von Windows Phone hält Zilliacus nicht viel, vor allem weil das Betriebssystem nicht genügend für Nutzer besonders wichtige Apps mitbringt. Zudem habe Microsoft ein Image-Problem: "Microsoft wird nicht als sexy Unternehmen gesehen. Developer finden es cooler, für Android oder iOS zu entwickeln."

Als ersten Schritt von Newkia will Zilliacus ehemalige und aktuelle Nokia-Mitarbeiter, vor allem aus dem Bereich Forschung und Entwicklung, rekrutieren. Danach soll das Android-Phone (das aber wohl vor allem in Asien verkauft werden soll) entstehen, konkrete Informationen zum geplanten Gerät hat Zilliacus aber noch keine.
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Und wer ist für Nokias Bauchlandung pre Elop /WP verantwortlich? Etwa die Nokia-Manager, die seit 16 Jahren dabei sind? Ach was, dieee doch nicht!
 
@kleister: Die Nokia Manager haben in ihre Verzweiflung vor 3 Jahren einen riesen Fehler gemacht, als die Elop den Trojaner als CEO ins Boot geholt haben. Der Typ hat Nokia infiltriert, und von innen heraus total zerstört. Wahrscheinlich wahr der Plan, Nokias Wert aufs minimum zu drücken und die Marktmacht zu zerstören, bis MS den Laden für ein Appel und Ei kaufen konnte. Jetzt wo alles im Lot ist, wird Elop der neue Boss von MS und der Plan ist komplett aufgegangen. Ich wusste das schon damals, das es so kommen würde, aber keiner hat das hier damals geglaubt. Jetzt habt ihr es auf schwarz und weiss. Egal was ihr sagt, wenn Nokia auch Android und MeeGo gehabt hätte, und Symbian nicht von heute auf morgen falles gelassen hätte, sondern langsam auslaufen lassen, wäre Nokia heute unter den Top 5. Alleinstellungsmerkmale hatte Nokia mehr als genug.
 
@joe2077: für nen Appel und ein Ei also... das sind viele Äpfel und viel Eier, was Microsoft das gekostet hat... ich hoffe einfach, dass sie sich damit nicht übernommen haben.
 
@joe2077: Nokia hatte vor 3 Jahren nichts auf der Pfanne, was ansatzweise eine Zukunftsoption gewesen wäre. Umsatz und Marktstellung waren da schon längst nur noch der Nachhall einer abgeschlossenen Vergangenheit. Es war also damals keine Kunst, genau diesen Niedergang vorherzusehen. Allerdings ist es Unsinn, daraus eine geszielt gesteuerte Infiltartionsgeschichte zu machen. DAs Geld, das MS in dieser zeit in Nokia gepumpt hat, hätte man auch gleich auf den Kaufpreis drauflegen können, wenn man Nokia damals schon gewollt hätte. MS Entscheidung, Service+Hardware gleichermassen anzubieten, ist deutlich jünger - genauso wie die dramatischen Veränderungen des Marktes, die genau zu dieser Entscheidung geführt haben.
 
@kleister: MS hat Nokia damals deshalb nicht gekauft, weil noch absolut nicht feststand ob WP überhaupt lebensfähig bzw. konkurenzfähig ist / war. Wenn man bedenkt, wieviel Mühe, Geld und Zeit MS schon in WP investiert hat, ist das Ergebnis geradezu mickrig. Wenn Nokia vor 3 Jahren angefangen hätte Androids und MeeGoo in grossen Umfang rauszuhauen, hätten die durchaus eine gute Position heute haben können. Wie gesagt, die haben viel Erfahrung mit Kameras, Maps, Verarbeitung etc..


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