Google wegen Gmail und Privatsphäre in der Kritik

Google hat im Rahmen eines Gerichtsverfahrens angegeben, dass der E-Mail-Dienst Gmail unter Umständen nicht für Nutzer geeignet ist, die besonderen Wert auf Privatsphäre legen. Darüber berichtet die Non-Profit-Organisation Consumer Watchdog ausführlich.

Nun ist durch die kontextbezogene Werbung bei Gmail zumindest für Nutzer des Web-Interfaces ohnehin klar, dass Google den E-Mail-Verkehr auf Stichwörter hin durchforstet. Wie deutlich Google sich aber in der Einlassung vor dem US-Gericht von dem Gebot der Privatsphäre distanziert, scheint dennoch erstaunlich.

Zunächst beruft sich Google auf gebräuchliche Praktiken automatisierten Scannens, die nötig seien, um Spam und Viren auszusortieren und auch komfortable Suchfunktionen möglich zu machen. Die Werbemaßnahmen würden nur dazu dienen, den früher in Deutschland unter Googlemail angebotenden E-Mail-Service kostenlos halten zu können. Mitbewerber wie Yahoo! und Microsoft handelten ähnlich, so die Google-Anwälte in ihrem Schriftsatz.

Dann aber wird Klartext gesprochen. Wer persönliche Informationen in die Hände von Dritten gebe, dürfe auch keine Vertraulichkeit mehr erwarten, argumentiert Google unter Bezug auf frühere Gerichtsurteile aus der Zeit von Briefpost und Telefonaten. Dies treffe heutzutage eben auch für E-Mails zu, meint Google im Rahmen des US-amerikanischen Rechtssystems.

Watchdog-Experte John M. Simpson übersetzt das für Normalbürger so: "Google hat letztendlich zugegeben, dass sie Privatsphäre nicht respektieren" Man solle den IT-Giganten beim Wort nehmen und auf Gmail verzichten, wenn einem Vertraulichkeit wichtig sei, so Simpson. Der Briefträger stelle einen geschlossenen Umschlag zu, der Vergleich von Google hinke dementsprechend. The Verge meint zu der Diskussion, Google solle seine Öffentlichkeitsarbeit verbessern. Gmail-User hätten der elektronischen Verarbeitung ihrer E-Mails mit den AGBs zugestimmt, der Rechtsstreit betreffe zunächst nur Nicht-Gmail-Kunden, die ihre elektronische Post an Google-Anwnder schicken.


Der Fall gewinnt durch die anhaltenden Enthüllungen von Edward Snowden an Brisanz. Wie flächendeckend Geheimdienst digitale Kommunikationen mitlesen und speichern, war vorher vielen Bürgern auf beiden Seiten des Atlantiks kaum bekannt. Am 5. September soll eine Anhörung im Fall Gmail stattfinden. Laut The Inquirer will Google das Verfahren, was auch Apps betrifft, derzeit nicht näher kommentieren.

Microsoft attackiert Google bereits seit geraumer Zeit wegen angeblich zu laschen Einstellungen beim Thema Privatsphäre. Zuletzt gerieten allerdings sowohl Redmond (Microsoft) als auch Mountain View (Google) in den Fokus von Kritikern, die allzu willfährige Zusammenarbeit zwischen den großen US-Anbieten und Geheimdiensten wie NSA und FBI bemerken.
Mehr zum Thema: Edward Snowden
Diese Nachricht empfehlen
Videos zum Thema
 
Bei der Post zahle ich aber auch für eine Brief. Die Mail schicke ich kostenfrei ab. Das sich die kosten irgendwie decken sollten, dürften jedem klar sein.
 
@LuxSide: also ich hab damit nu nich so das problem das meine mails gescant werden und ich dann auf mich zugeschnittene werbung bekomme besser als wenn ich mir make up müll ansehn muss
 
Edit: Nach mermaligen EInsenden von Hinweisen hat WF noch immer nicht reagiert. Der Artikel hier ist mal wieder nicht Wahrheitsgetreu. Hier wird das ganze aufgeklärt: http://goo.gl/ZpLbDR Herr Lemke, wann erscheint ein Artikel über MS, Apple oder FB? Ist es denn wirklich so schwierig den Verstand einzuschalten? Sobald ich irgendjemandem etwas anvertraue ist es nicht mehr 100% geschützt, das weiss Google, das weiss MS, das weiss Apple, das weiss ich und das weiss der Herr Lemke. Ist das Niveau hier bereits so niedrig gesunken das man solche "Artikel" schreiben muss? Funktionen wie Spamschutz oder Werbeeinblendungen (mit der der ganze Dienst finanziert wird) werden von fast allen Anbietern verwendet. Niemand gibt etwas zu, jeder weiss das im vorfeld und wer das bis jetzt nicht wusste ist selber schuld. Edit: Wer einen anständigen Artikel über den Vorfall möchte schaut bitte bei the verge nach: http://goo.gl/ZpLbDR
 
@hundefutter: Glaube nicht das dies jeder weiss. Für viele ist vieles selbstverständlich geworden. Somit auch kostenlose Maildienste. Ich glaube nicht das sich da wirklich jeder die Frage stellt wie die Unternehmen die Kosten dafür tragen.
 
@LuxSide: Wieso glaubt jeder das Internetznutzer so dumm sind? Das ganze verhätscheln ist ein Fluch für die Branche. Wenn man Nutzer nicht wie erwachsene Menschen behandelt kommen wir nie weiter. Ich bin gegen diese Philosophie. Ich bin der Meinung das es den meisten Nutzern schlichtweg egal ist. Dagegen muss man etwas tun. Da liegt das wahre Problem. Schlammschlachten gegen Google, MS oder Apple nutzen niemandem was. Solche Artikel sind wie Geschwüre und zeigen nichts anderes als die Unfähigkeit des Autors. Dieser Kommentar wird wahrscheinlich gelöscht, ich wollte das einfach mal los werden.


Alle Kommentare zu dieser News anzeigen

Schreiben Sie uns Ihre Meinung, bewerten Sie Kommentare oder diskutieren Sie mit anderen WinFuture.de Lesern!

Melden Sie sich jetzt kostenlos an
oder verwenden Sie Ihren bestehenden Zugang.

Wöchentlicher Newsletter

Bücher zum Thema Hacking & Co.

WinFuture Mobil

WinFuture.mbo QR-Code Auch Unterwegs bestens informiert!
Nachrichten und Kommentare auf
dem Smartphone lesen.

Folgt uns auf Twitter

WinFuture bei Twitter

Interessante Artikel & Testberichte

WinFuture wird gehostet von Artfiles