Firefox 3.0: Mozilla will nichts von Fehlerflut wissen
Mehrere wichtige Entwickler beklagten Ungenauigkeiten in der Interpretation von Dokumenten zum letzten Treffen der Entwickler von Firefox 3.0 als Ursache für Missverständnisse. Asa Dotzler - ein bekannter Mitentwickler - konnte seiner Bestürzung zu den Meldungen offenbar nicht anders Luft machen und bezeichnete die Berichte in seinem Weblog als "Pferdesch*****".
In den Medien hieß es zuvor, dass Mozilla entschieden habe, bei der Arbeit an Firefox 3.0 besonders schwerwiegende Fehler zu priorisieren. Nach aktuellem Stand würde dies bedeuten, dass 80 Prozent der in den aktuellen Vorabversionen bestehenden Fehler auch in der finalen Ausgabe weiter vorhanden sein würden.
Dotzler und Kollegen wollten dies so nicht gelten lassen. Er stellte klar, dass es derzeit lediglich darum gehe, wie mit den noch vorhandenen Fehler umzugehen sei. Bisher seien bereits über 11.000 Fehler und Funktionen korrigiert worden, so Dotzler weiter. Sein Kollege Mike Shaver schloss sich dem an und versuchte seinerseits ebenfalls Missverständnisse aufzuklären.
Er erklärte, dass es kaum sinnvoll sei, eine Prozentangabe zu machen, was die Zahl von Fehlern in einer Software angeht. Schließlich gebe es bisher keine hundertprozentig fehlerfreie Software, was auch bei Firefox 3.0 nicht anders sein werde. Zudem müsse klar sein, was unter einem so genannten "Blocker" Bug zu verstehen sei.
Blocker seien im allgemeinen Fehler, die so gekennzeichnet würden, um sie bei der Beseitigung von Problemen bevorzugt zu behandeln, da sie meist so schwerwiegend sind, dass sie eine Verzögerung der Fertigstellung des Produkts oder weitere Betaversionen nötig machen könnten. Es sei aber nur schwer möglich, festzustellen welche Fehler tatsächlich die Veröffentlichung von Firefox 3.0 verhindern können.
Dies liege vor allem daran, dass die Einstufung als Blocker von den zahllosen an dem Projekt beteiligten Entwicklern erfolgt, wobei jeder Helfer ein Problem wahrscheinlich unterschiedlich einschätze, so Shaver. Dementsprechend gebe es eine Vielzahl von als Blocker eingestuften Fehlern, die letztenendes jedoch meist wesentlich weniger problematisch sind.
Die Kennzeichnung eines Fehlers als Blocker, sei also keineswegs ein Zeichen dafür, dass dieser Bug auch tatsächlich eine rechtzeitige Veröffentlichung von Firefox 3.0 verhindern würde. Dennoch will man bei Mozilla dafür sorgen, dass keine wirklich problematischen Bugs bis zur finalen Ausgabe der neuen Browser-Version bestehen bleiben.
Shavers Kollege Mike Schroepfer wies dementsprechend darauf hin, dass man bei Mozilla besonders viel Wert auf eine möglichst hohe Qualität des Endprodukts lege. Es gehe nicht darum, Firefox 3.0 so schnell wie möglich fertigzustellen - dieser Eindruck konnte nach dem Lesen der Anmerkungen zum letzten Entwicklertreffen tatsächlich entstehen.
Firefox 3.0 müsse zu einem Produkt werden, auf das man bei Mozilla mit Recht stolz sein kann, so Schroepfer weiter. Dies bedeute, dass man die Anwender mit neuen Funktionen und hoher Qualität überzeugen müsse. Trotz aller Bemühungen um ein Erreichen der hochgesteckten Ziele, müsse man im heiß umkämpften Browsermarkt aber dennoch zeitnah Entscheidungen treffen, um die Fertigstellung voranzutreiben.
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