Ausgerechnet Mozilla drückt Firefox-Nutzern ungefragt ein Addon rein
Auch Mozilla musste jetzt lernen, dass es eben einen deutlichen Unterschied zwischen "gut gemeint" und "gut gemacht" gibt. Es ist durchaus ehrenwert, dass das Entwickler-Team des Firefox die Aufmerksamkeit für den Datenschutz verbessern will - wenn es dafür allerdings ungefragt Addons bei den Usern installiert, hört der Spaß für viele auf.
Die fragliche Erweiterung trägt den Namen "Looking Glas" und entstammt einer Kooperation mit den Entwicklern des Computerspiels zur Serie "Mr. Robot". In diesem sollen Probleme des Datenschutzes und der IT-Sicherheit thematisiert werden. Offenbar dachte man sich bei Mozilla, dass es daher doch eine gute Idee wäre, die eigenen Nutzer für das Game zu gewinnen - zumal es von der Zielgruppe her passen würde.
Letzteres führte dann aber eher zu einiger Verärgerung. Denn gerade unter den Firefox-Nutzern ist der Anteil jener ziemlich groß, die etwas allergisch reagieren, wenn ihnen ungefragt Software auf die Rechner geschoben wird. Die Beschreibung des Addons dürfte ohnehin von jedem - je nach Sichtweise - unterschiedlich interpretiert werden: "Meine Realität ist anders als deine."
Die ganze Aktion erinnere an die kostenlose Verteilung eines U2-Albums an alle iOS-Nutzer im Jahr 2014. Apple bekam auf diese Marketing-Aktion damals auch nicht nur positives Feedback - denn auch, wer das Album nicht mochte, bekam den Platzhalter einfach nicht mehr aus dem eigenen Musikkatalog heraus. Hier kommt aber wie gesagt auch noch hinzu, dass gerade jene Nutzer, die Wert auf ihre Privatsphäre legen, besonders häufig auf Firefox als Open Source-Software setzen.
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Letzteres führte dann aber eher zu einiger Verärgerung. Denn gerade unter den Firefox-Nutzern ist der Anteil jener ziemlich groß, die etwas allergisch reagieren, wenn ihnen ungefragt Software auf die Rechner geschoben wird. Die Beschreibung des Addons dürfte ohnehin von jedem - je nach Sichtweise - unterschiedlich interpretiert werden: "Meine Realität ist anders als deine."
Plötzlich lernt man die Zielgruppe kennen
Aufgrund des ziemlich negativen Feedbacks hat Mozilla die Auslieferung des Addons inzwischen gestoppt. Man ruderte zügig zurück und erklärte entschuldigend, in den letzten Stunden viel gelernt zu haben. Man versicherte aber, nur mit besten Absichten gehandelt zu haben. Jetzt wird das Addon nur noch über den Store zum Download angeboten.Die ganze Aktion erinnere an die kostenlose Verteilung eines U2-Albums an alle iOS-Nutzer im Jahr 2014. Apple bekam auf diese Marketing-Aktion damals auch nicht nur positives Feedback - denn auch, wer das Album nicht mochte, bekam den Platzhalter einfach nicht mehr aus dem eigenen Musikkatalog heraus. Hier kommt aber wie gesagt auch noch hinzu, dass gerade jene Nutzer, die Wert auf ihre Privatsphäre legen, besonders häufig auf Firefox als Open Source-Software setzen.
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Christian Kahle
Redakteur bei WinFuture
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