Weltraumschrott: Harpune wird erfolgreich auf Satelliten abgeschossen

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Im Weltraum rund um die Erde herrscht Müllstau und Wissenschaftler rund um den Globus suchen hier nach Lösungen, die ein Aufräumen im All ermöglichen. Jetzt hat Airbus unter der Überschrift "RemoveDEBRIS" einen Satelliten erprobt, der große Schrottteile in der Erdumlaufbahn mit einer Harpune einsammeln soll. Der Test mit einem Satellitenteil verlief erfolgreich.

Der Orbit ist voll mit Schrott

Bisher sind Systeme zur Reinigung des unmittelbaren Erdorbits von Schrott meist noch Gedankenspiele. Airbus konnte seine Idee für die Müllbeseitigung im All jetzt schon erfolgreich im Einsatz testen. Wie das Unternehmen in seiner Mitteilung unter der Überschrift "Harpune fängt erfolgreich Weltraumschrott ein" schreibt, konnte man jetzt erstmals mit dem Harpunen-System des RemoveDEBRIS-Satelliten Vollzug vermelden.

Wie Golem in seinem Bericht schreibt, war der rund 100 Kilogramm schwere Satellit im vergangenen Jahr von der Internationalen Raumstation ausgesetzt worden, um Systeme zur Beseitigung von Weltraumschrott zu erproben. Jetzt hat das Team erfolgreich die an Bord befindliche Harpune auf ein Stück eines ausrangierten Satelliten abgefeuert und dieses damit eingefangen. Die Harpune war dabei mit einer Geschwindigkeit von 20 Metern pro Sekunde auf die Metallplatte abgefeuert worden.

"Die erfolgreiche Demonstration der Harpunen-Technologie im Weltraum ist ein entscheidender Schritt auf der Suche nach einer Lösung für das wachsende Problem des Weltraumschrotts", so der Airbus-Chefingenieur Chris Burgess. Demnach konnte mit dem Harpunen-Experiment der dritte von vier angedachten Tests abgeschlossen werden, zuvor hatte man ein an Bord befindliches Einfangnetz getestet und mit einer Kombination aus verschiedenen Sensoren das Erkennen von Weltraumschrott geprobt.

Jetzt wartet das Ende

Auf den RemoveDEBRIS-Satelliten wartet jetzt nur noch eine Mission: In einem letzten Experiment, das für März geplant ist, wird der Satellit eine Art Segel aufspannen und damit seinen Abstieg in die Erdatmosphäre beginnen, wo er beim Wiedereintritt gezielt zerstört wird. Man darf gespannt sein, was für Systeme am Ende zu einer zielführenden Lösung des Problems führen: Aktuell fliegen nach Schätzungen 7600 Tonnen Weltraumschrott um die Erde.
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Die entscheidende Frage, wie viele Harpunen hat ein solcher Satellit, wie oft kann man die Harpune wiederverwenden, daraus ergibt sich dann, wie viele man zum Aufräumen raufschicken muss?
Laut Wikipedia gib es ca. 600.000 Objekte und es kommen ständig neue hinzu, wäre da nicht ein Walle-E ähnliches System besser, also mit Greifer (wiederverwendbar) einsammeln und verpressen und Richtung Sonne katapultieren?

Irgendwo ergibt diese Harpune für mich wenig Sinn.
 
@Kribs:
Ich wär für einen Boxhandschuh, der den Schrott Richtung Erde boxt :D
 
@staatiatwork: Das würde funktionieren, wenn der Satellit mit dem "Boxhandschuh" sich beim Boxen nicht genauso vom geboxten Satelliten abstoßen würde. Der eine fliegt ggf. auf die Erde zu, der andere stößt sich damit von der Erde ab. Besser wäre eine Art Supermagnet an einem Lasso, den Müllsatellit damit einsammeln und gemeinsam eine Flugbahn einschwenken, die irgendwo den Satelliten dann verglühen lässt, wenn er ihr folgt. Der Aufräumsatellit klinkt sich vorher ab, verlässt die Umflaufbahn und lässt den Schrott verglühen. Interessant wirds, wenn er gleich mehrere alte Satelliten auf die Art auf einmal sammeln und mit einem "Vernichtungsflug" beseitigen kann. Denn ansonsten lässt das ewige Auf und Ab irgendwann den Treibstoff für die Steuerdüsen ziemlich schnell schrumpfen. Wenn man den Gedanken weiterspinnt, könnte man eine ganze Flotte automatisierter Aufräum-Sat-Bots da oben loslassen. Alle aktiven Satelliten stehen auf einer Safe-List, der erkannte Rest wird eliminiert. (Doof für die Aliens, die ihren Spionagesatelliten bei uns Menschen vorher nicht angemeldet haben.) Baut man noch eine Art Tankstation in den Orbit, könnten die Astro-Putzen ne ganze Weile da oben arbeiten...
 
@staatiatwork: Ich hab das ":D" gesehen und nehme an das du es Halb im Scherz geschrieben hast.

So einfach ist das nicht bzw. auch sehr gefährlich bis hochgradig Giftig.
Die stark verkürzte Liste, wieso das "boxen" in Richtung Atmosphäre nicht die beste Idee ist.

1. Enthalten die Trümmerstücke Substanzen und Elemente die nicht Umweltfreundlich sind, aber auch nicht zu knapp Substanzen und Elemente die Umweltzerstörerisch bis Hochgradig Toxisch sind.
Diese werden beim verglühen Freigesetzt bzw. beim Verglühen erst erzeugt.
2. Dummerweise wirke sich im All jede Angewandte Kraft, im gleichen Maße, auf das "Objekt" aus das diese Kraft anwendet, was immer die Anwendung einer gleichen Gegenkraft bedeutet, das macht das Zielen so Schwierig.
3. Der Schrott hat keine Homogene stabile Flugrichtung, in Wahrheit "Eiern" die meisten Schrotteile um sich selbst und in der Umlaufbahn, was ein zielgerichtetes "boxen" illusorisch macht.
4. Der Schrott beweg sich auch noch mit mehreren 10.000 km/h.
5. Da der Schrot sich von ca. 300 Km bis über 36.000 Km (geostationär) befindet, kann er auf den sehr langen Weg Richtung Atmosphäre mit anderen Objekten Kollidieren, was wiederum Satelliten Gefährdet die ja erhalten bleiben sollen.
 
@Kribs: Richtung Sonne ist die falsche Richtung! Richtung Erde und in der Atmosphäre verglühen lassen. So kommt der Kram wenigstens wieder zurück. Ansonsten haben wir bald keine Rohstoffe mehr auf dem Planeten.
 
@Hanni&Nanni: 40 Tonnen, die jeden Tag in Form von Meteoriten auf die Erde prasseln:
https://www.dlr.de/next/desktopdefault.aspx/tabid-6470/10659_read-24029/
 
@Hanni&Nanni: Ich hab in "[re:1] staatiatwork" Gründe ausgeführt, wieso das keine gute Idee ist.
 
Der falsche Weg!
Angesichts der Tatsache, dass wir einen Mangel an Ressourcen haben und solche die im All rumfliegen welche dieser Art sind, sollten wir das Zeug einsammeln und mit einer Art "Mülltransporter" zurück zur Erde bringen um solche Teile wieder zu verwenden!
 
@amdkeks: Oder direkt zum Mond, für die Zukünftigen Missionen. Da werden sicher auch jede Menge Ressourcen benötigt.
 
@amdkeks: wer sagt Dir denn, dass die Fähigkeit des Wiedereintritts und Landung - gemeinsam mit Nutzlast - nicht noch mehr Ressourcen verbraucht, als einfach nur eine Zerstörung der Last?
 
Nur mal so eine Überlegung... Sicher sind große Schrottteile problematisch. Aber sind nicht die ganzen kleinen Stücke (so ab 1cm abwärts) gefährlicher? Die durchlöchern bei der Geschwindigkeit da oben so ziemlich alles und sind -so weit ich weiß- eine wesentlich größere Gefahr, unter anderem auch für die ISS.
Wenn da jetzt Harpunen auf Schrott abgefeuert werden, müssten doch eigentlich zwangsweise Mikrosplitter entstehen, die dann ebenfalls fröhlich vor sich hin rasen, oder? Ich konnte bisher leider nichts dazu finden, wie das vermieden werden soll.
 
Da gab es schon einmal eine Doku dazu im TV.
So ganz unproblematisch ist das Ganze auch nicht, wenn man den Treibstofftank erwischt oder voll in die Stromversorgung rein ballert.
Schnell hat man statt dem einen grossen Teil dann wieder eine Ansammlung von huinderten oder tausenden Teilen.
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