Zeitreise: Jeff Bezos (mit Haaren) sagt 1997 Online-Shopping voraus

Der englische Sender BBC hat kürzlich ein Video veröffentlicht, in dem es um die Zukunft des Online-Shoppings geht. Im Beitrag von 1997 werden mehrere Firmeninhaber zu dem Thema befragt. Mit dabei ist auch ein junger Jeff Bezos.

BBC interviewt Jeff Bezos im Jahr 1997

Gelegentlich tauchen im Internet echte Perlen der Zeitgeschichte auf. Erst kürzlich veröffentlichte z.B. das Steve-Jobs-Archiv ein Video, in dem der Firmengründer von Apple bereits im Jahr 1983 erstaunliche Aussagen zu künstlicher Intelligenz traf.

Jetzt hat die BBC ebenfalls ein Video aus ihrem Archiv veröffentlicht. Darin werden Geschäftsleute zur Zukunft des Online-Shoppings befragt. Unter den Interviewten befindet sich zufälligerweise auch Amazon-Gründer Jeff Bezos (ab 6:37). Zum Zeitpunkt des Beitrags im Jahr 1997 besaß der allerdings bei Weitem nicht so viel Geld wie heute, dafür aber mehr Haare.

Amazon als reiner Online-Buchhandel

Damals war Amazon nicht einmal zwei Jahre alt und schrieb noch rote Zahlen. Bezos zeigt sich allerdings zuversichtlich, dass seine Firma, die damals noch ausschließlich Bücher über das Internet verkaufte, eine große Zukunft hat. Was aus Amazon gute 27 Jahre danach geworden ist, hätte sich vermutlich nicht einmal der Firmengründer in seinem kleinen Büro und mit seiner schief sitzenden Krawatte träumen lassen.

Entwicklung deutlich unterschätzt

Doch auch ohne den Auftritt von Bezos lohnt es sich schon, einen Blick in das Video zu werfen. Neben den von den meisten wahrscheinlich als extrem peinlich empfundenen Computeranimationen im Beitrag und dem generellen 90er-Jahre-Charme zeigt sich gleich in den ersten Sekunden, wie sehr die Entwicklung des Internets und der zukünftige Stellenwert des Online-Shoppings damals unterschätzt wurde.

Damals lag der Anteil des Online-Shoppings in Großbritannien gerade einmal bei einem Prozent. Im Juni 2024 sind es laut dem Office for National Statistics satte 25,9 Prozent. Die Zahlen in Deutschland dürften in gleicher Weise gestiegen sein.

Was aus heutiger Sicht also beinahe schon wie eine Parodie aussieht, führt uns noch einmal vor Augen, wie schwer es ist, den Einfluss und die Entwicklung einer völlig neuen Technologie vorherzusagen. Mit dem Aufkommen von künstlicher Intelligenz stehen wir vermutlich gerade jetzt erneut an einem ähnlichen Punkt in der Geschichte. Wer weiß also, wie sich unsere Artikel auf WinFuture zu Gemini, Copilot und Grok in 25 Jahren lesen.
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