Melbournes ÖPNV steht durch Ausfall eines kuriosen Konstruktes still

Tausende Fahrgäste des öffentlichen Nahverkehrs hingen heute im australischen Melbourne fest, als das IT-System zur Kontrolle der Züge ausfiel. Eines der zugrundeliegenden Probleme dürfte dabei die Tatsache sein, dass dieses auf Software basiert, ... mehr... Bahn, Gleis, Prellbock Bildquelle: CTHOE (CC BY-SA 3.0) Bahn, Gleis, Prellbock Bahn, Gleis, Prellbock CTHOE (CC BY-SA 3.0)

Diese Nachricht vollständig anzeigen.

Jetzt einen Kommentar schreiben
 
Emulator neu starten, RUN eintippen und Enter drücken. Schon läuft die Sache wieder...
 
@jackattack: Das ist ein PDP-11 und keine 80er Maschine mit MS Basic
 
"Daher sah man es als kostengünstigere Alternative an, ihn in einem Emulator weiterzubetreiben, als den Kern für eine neuere Plattform erneut zu entwickeln." - Genau DAS ist der Grund: Bloß nicht investieren, lieber sparen, damit "oben" mehr hängenbleibt. Sparen, daß die Schwarte kracht.
 
@Roy Bear: Man kann natürlich auch was Neues programmieren und einfach einsetzen und dauernd Ausfälle oder vielleicht gar Unfälle produzieren, weil die neue Software nicht fehlerfrei läuft... das ist natürlich viel besser...
 
@Roy Bear: Was ist den dein Problem? die Software hat scheinbar bisher fehlerfrei gearbeitet und das über jahrzehnte und jetzt ist eben einmal ein Fehler aufgetreten der durch eine Neustart behoben werden konnte. Sollen die etwa alle 10 jahre 60 Millionen Euro für eine neue Software inverstieren obwohl das alte System funktioniert?

sowas wird von Steuern und da die nie ausreichen auch von Krediten bezahlt. was soll den da bitte "oben" hängenbleiben?
 
@DNFrozen: Es ist bereits problematisch genug, wenn sie den Quellcode nicht mehr haben. Das bedeutet, dass weder Portierung noch Debugging effektiv möglich sind. Was also sollte man machen? Man kann z.B. einen Ersatz in C++ schreiben. Die Gremien um diese Sprache herum haben bewiesen, dass sie gewillt sind, C++ über Jahrzehnte hinweg weiterzuentwickeln, C++-Code ist portierbar und über Jahrzehnte abwärtskompatibel geblieben.
Was machen sie denn in 10 Jahren, wenn die Hardware versagt und Windows XP nicht mehr auf der neuen Hardware funktioniert? Nehmen sie dann den Emulator und lassen ihn in einem Windows XP Emulator laufen?
 
@dpazra: Einmal VMWare-Converter drüber laufen lassen, und man kann das XP-System wie in einer Zeitkapsel auf in einer vShere-Umgebung mitlaufen lassen. Wenns mittels Firewall gut abgesichert ist, ist das auch einigermaßen Ok, wenn auch nicht ideal. Aber vielleicht lässt sich der PDP-11-Emulator auch noch unter Win 10 ausführen...?
 
@Roy Bear: Du machst es Dir sehr einfach. Mit ein bisschen Investition ist es bei solchen Projekten nicht getan. Bei einer Neuentwicklung musst Du natürlich auch neuere Anforderunge berücksichtigen. Wenn Du nur das alte System nachbauen willst, dann hast Du nichts gewonnen, sondern nur durch ein weniger getestetes System ersetzt. Eine Neuentwicklung wird daher bei so komplexen Systemen sehr aufwändig. Du wist viele, sehr viele Mannjahre benötigen, d.h. Du wirst erst einmal viele, sehr qualifizierte Mitarbeiter anwerben müssen. Und die muss man erst einmal finden und bezahlen. Du wirst daher zum aktuellen Zeit für so ein Projekt ein Vielfaches von dem bezahlen müssen, was so ein Projekt früher gekostet hat. Und das kann eine Kommune nicht so eben mal finanzieren.
 
auch nicht so viel schlimmer wie die Französische Flugsicherung die noch mit Windows 3.11 Systemen Arbeitet ;)
 
@Eagle02: Immerhin ist somit ausreichend Sicherheit vor Petya und Co. gegeben - immer die positive Seite sehen :)
 
Wo ist jetzt der Unterschied ob ein XP System oder ein anderes ausfällt? Ist in allen Fällen scheiße. So lange wichtige Steuerungssysteme nicht online sind (deshalb verstehe ich die Panikmache mit den AKW nicht, die Steuerungssysteme sind abgekoppelt vom normalen Netzwerk) ist es Jacke wie Hose was da läuft, man muss sich also direkte Zugang zu den Maschinen verschaffen, und ob der "Einbrecher" dann vor ner XP Kiste, Windows 3.11 oder Windows 10 steht ist auch egal.
 
Die Frage, die sich da sofort aufdrängt lautet: Wieviele "kritische" Systeme laufen noch auf solchen "Steinzeit-Konstukten"? Hoffentlich nicht auch die Strom- oder Wasserversorgung...
 
@Zonediver: PDP-11 Maschinen werden heute noch in allen Kernkraftwerken von General Electric zur Steuerung verwendet!
 
@KnolleJupp: Ja genau das meinte ich damit ;-)
 
@Zonediver: Das war kein Scherz, dass ist wirklich so.
 
@KnolleJupp:
Lass ihn er versteht es einfach nicht.

Das hier ganz andere Anforderungen anstehen, als bei (s)einem Windows10 Wohnzimmerrechner oder meinetwegen Bürorechner vertehen die meisten Leute nicht.

Sicherheit im Netz? Kein Thema weil die Maschine hängt ganz bewusst nicht im Netz.
Ein Alptraum, wenn ein Hacker es durch eine Atomkraftwerksfirewall schaffen würde und die Regelstäbe rausfahren könnte und dann auch noch blockieren.
Und soll jetzt Keiner behaupten solch durchgeknallte Verrückte gäbe es nicht.

Performance? Auch kein Thema, weil die alten Anforderungen ändern sich nicht.

Was bleibt ist eben allerhöchste Systemstabilität, die Kisten laufen bis auf wenige Unterbrechungen oft Jahrzehnte (fehlerfrei) durch.

Also was soll man daran ändern?

Hier bleibt oft nur ein Grundsatz übrig:

NEVER TOUCH A RUNNING SYSTEM

Ich verstehe es voll und ganz warum die bei dem System geblieben sind.

Ich möchte gar nicht wissen, was da für umfangreiche Tests nötig waren das ganze auf Emulatorbetrieb unter XP umzustellen.

Und dann das Ganze erst neu entwickeln....vor Allem wenn das Alte auch gut seinen Zweck erfüllt.
 
@KnolleJupp: Ja eh nicht - ich hatte nur keine genau Info, ob das so ist, was du mir ja jetzt bestätigt hast.
 
Wenn wir mal von Windows XP absehen, dürfte so eine Konstruktion zumindest gegen Angriffe sicher sein. Dann als PDP11 entwickelt wurde, waren die ganzen Skriptkiddies von heute nur Sauce am Bein ihrer Väter.
 
Bis 2050 sollen die Dinger noch in Atomkraftwerken zum Einsatz kommen.
Kommentar abgeben Netiquette beachten!
Einloggen

Video-Empfehlungen