Nie wieder krank zur Post: Weg für digitale Krankmeldung ist frei

Endlich ist der Weg frei gemacht worden, um durch Digitalisierung zumindest einen sehr bürokratischen Akt hinfällig zu machen: Der bekannte "gelbe Schein" - wie die Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung genannt wird - ist bald Geschichte. mehr... Krankheit, Krank, Tee, Erkältet Bildquelle: CC0 / pixabay Krankheit, Krank, Tee, Erkältet Krankheit, Krank, Tee, Erkältet CC0 / pixabay

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Also bekommt der Arbeitgeber gleich direkt mit bei welchem Arzt man war?
Ist einer Burnout Patient oder hat an einem Sterbefall zu knabern kann der Arbeitgeber schon jemand als "nicht belastbar" einstufen, wenn eine Info vom Psychologen oder Nervenarzt kommt.
Wobei man mit dem Arztnamen und der Stadt schon bislang googeln konnte, um herauszufinden welchen Risikoindikator der Mitarbeiter hat ...
 
@Postman1970: Man sollte den Artikel schon auch lesen, bevor man kommentiert. Denn genau diese Problematik und wie man sie lösen will wird in den letzten zwei Absätzen behandelt. Aber als kleiner Service nochmal in kurz: Die Krankenkasse, nicht der Arzt, meldet dem Arbeitgeber, dass der Arbeitnehmer arbeitsunfähig ist bis Tag XY. Das gibt dann keinerlei Aufschluss darüber, bei welchem Arzt der Arbeitnehmer war und aus welchem Grund.
 
@mh0001: Das habe ich in der Tat überlesen, weshalb du von mir ein Plus bekommst.
Du hast recht und die Krankenkasse wäre dann auch neutral. Wird dann nur eine neutrale Info gefertigt oder doch etwas vom Arzt übermittelt? Wäre interessant ...
 
@Postman1970: Mal davon ab... Unterschreibt derzeit nicht der Arzt inkl. Stempel auch die Arbeitgeber-Ausfertigung der Krankmeldung? Durch die Digitalisierung erfährt der Chef nämlich nun nicht mehr, welcher Arzt krank geschrieben hat!
 
@Hanni&Nanni: Wäre gut - so hatte ich auch gedacht (siehe meine Antwort drunter an crazylena).
 
@Hanni&Nanni: Genau so ist es. Aktuell KÖNNTE der AG sehen: Oh, Nervenklinik Oberhausen..... interessant.....
Bei der online Regelung bekommt der AG nur von der Krankenkasse gesagt, dass patient X jetzt erst mal für 2 Wochen flach liegt.
 
@Postman1970: Bekommt er doch auch mit wenn man den "Gelben Renner" abgibt. Da ist der
Arztstempel drauf.
 
@Crazylena: Genau und dann wäre das doch mit einer neutralen KK-Info dann eine Anonymisierung und somit zusätzliche Verbesserung im Sinne des Betroffenen.
 
@Postman1970: Ich weiß ja nicht wo du lebst, aber wenn ich um 8:00 Uhr beim Arzt sitze weiß das spätestens um 8:05 Uhr mein Chef und der halbe Ort um 8:15 Uhr. Da bin ich noch garnicht beim Arzt dringewesen.
 
@Crazylena: So schlimm ist es in meiner kleinen Stadt glücklicherweise noch nicht ;-)
 
@Postman1970: Naja bei mir schon als ich einige Monate krank war.
 
Sehr gut! In Kombination mit einem Arbeitgeber, der die übliche 3-Tage-Regelung hat (d.h. für bis zu 3 Tage krank zuhause bleiben muss man nicht zum Arzt, sondern es reicht einfach Bescheid zu sagen), wird man dann als Kranker endlich nicht mehr auch noch unnötig malträtiert.
 
Ja auf dem elektronischem Weg dafür brauch man erstmal ein Stabiles Netz
das nicht ständig Ausfällt oder in einigen Regionen noch nicht mal da ist,
naja OK die Post ist ja Heute auch nicht mehr das was Sie in 80 Jahren
waren :-(
 
@Dirk007: Stimmt. Heute verliert die Post nicht mehr 2% der Sendungen!
 
@Dirk007: Naja, um solch eine Information vom Arzt, über die Krankenkasse, zum Arbeitgeber zu übermitteln, reicht vermutlich ein 56k-Modem und dazu die entsprechende Internetanbindung. Das sollte doch auch in den ländlichsten Gegenden vorhanden sein...
 
@Bananajoe311: Das wird in 8K-farbig eingescannt und per Mail übermittelt. ;o)
 
Verstehe ich richtig wenn ich krank bin und zum Hausarzt gehe. Wenn der Hausarzt mir krankschreibt dann gehe ich gleich nach Hause. Dem Krankschreibung schickt der Hausarzt an die Krankenkasse und die Krankenkasse meldet am gleichen Tag dem Arbeitsgeber? Oder muss der Kranke trotzdem zum Arbeitsgeber hinfahren wegen Krankmelden?
 
@Deafmobil: Krank melden, egal ob telefonisch, per Mail, Fax etc., musst du dich weiterhin, wie üblich am besten rechtzeitig vor Arbeitsbeginn, schon damit dein Chef wenigstens eine Chance hat die Arbeitsplanung entsprechend einzuteilen. Du musst lediglich nicht mehr selbst dafür sorgen, dass die ärztliche Krankmeldung deinen Chef erreicht.
Ansonsten stell dir mal vor du wärst krank, bekommst aber beim Arzt wegen übervollem Wartezimmer erst um 17:00 Uhr einen Termin. Dein Chef wüsste ja dann gar nicht, was überhaupt los ist.

Das ganze ist übrigens sogar gesetzlich so geregelt im § 5, Absatz 1 des Entgeltfortzahlungsgesetzes (EFZG):
"Der Arbeitnehmer ist verpflichtet, dem Arbeitgeber die Arbeitsunfähigkeit und deren voraussichtliche Dauer unverzüglich mitzuteilen. Dauert die Arbeitsunfähigkeit länger als drei Kalendertage, hat der Arbeitnehmer eine ärztliche Bescheinigung über das Bestehen der Arbeitsunfähigkeit sowie deren voraussichtliche Dauer spätestens an dem darauffolgenden Arbeitstag vorzulegen. Der Arbeitgeber ist berechtigt, die Vorlage der ärztlichen Bescheinigung früher zu verlangen. Dauert die Arbeitsunfähigkeit länger als in der Bescheinigung angegeben, ist der Arbeitnehmer verpflichtet, eine neue ärztliche Bescheinigung vorzulegen."
 
@Breaker: "Du musst lediglich nicht mehr selbst dafür sorgen, dass die ärztliche Krankmeldung deinen Chef erreicht."

Nun, das ist leider nicht ganz so einfach, wie man normalerweise denke mag. Tatsächlich wird diesbezüglich weiterhin der Arbeitnehmer in die alleinige Verantwortung genommen, was die Übermittlung der Krankmeldung betrifft.

Siehe dazu einen entsprechenden Auszug aus der diesbezüglichen Stellungnahme des DGB... Zitat: "Die Bundesregierung geht offensichtlich - und völlig zu Recht - davon aus, dass massenweise Pannen bei der Übermittlung der eAUs passieren werden. Deshalb möchte sie in einem Atemzug mit der Abschaffung der Vorlagepflicht des ‚gelben Scheins‘ durch die Beschäftigten diese gleichzeitig verpflichten, ihre AU mit der vom Arzt ausgestellten Abschrift nachweisen zu müssen. Die zu erwartenden Pannen und Ausfälle der digitalen Übermittlung sollen somit vollständig zu Lasten der Beschäftigten gehen. Das ist inakzeptabel und bedeutet für alle Beteiligten am Ende nicht weniger, sondern mehr Bürokratie.""

...und weiter Zitat: "Ursprünglich sollte das Verfahren 2023 eingeführt werden. Schon in diesem Fall wäre zweifelhaft gewesen, dass das neue Verfahren störungsfrei funktioniert: Von den insgesamt 170.000 Arztpraxen der Vertragsärzte in Deutschland nehmen derzeit 77.000 Arztpraxen nicht an dem Telematik-Verfahren teil, das jedoch eine zwingende Voraussetzung für das Funktionieren der eAU ist." https://www.dgb.de/themen/++co++b28e5ce0-f4ba-11e9-8da0-52540088cada
 
Öhm... warum schickt man die AU nicht per E-Mail? Das Original kann man dann am ersten Tag nach Gesundung beim AG abgeben.

Wär ja schön wenn die Kassen das in Zukunft übernehmen aber naja, mal warten wie lange das in Neuland so dauert. :D
 
@Aerith: Genau so mache ich das. Meine Krankenkasse akzeptiert einen Scan der AU, den ich auf deren Seite hochladen kann. Und mein AG akzeptiert ebenfalls einen Scan der AU per E-Mail. Wenn ich wieder gesund bin, bringe ich dann das Original mit.
 
Wozu braucht ein Arbeitgeber eigentlich zwingend die AU so schnell? Ich meine, man könnte sich doch auch einfach per E-Mail/telefonisch krank melden - "Chef, ich bin vom X. bis zum Y. krankgeschrieben" - und dann einfach den Zettel abgeben, wenn man wieder gesund ist. Ich finde irgendwie keinen plausiblen Grund, warum man das nicht so einfach abwickeln kann. Die Personalverwaltung kann die Krankenzeit vorläufig so eintragen und abrechnen, und sollte sich jemand als krankgeschrieben melden und dann keine AU vorlegen, kann das ja immer noch Konsequenzen haben (beispielsweise Abmahnung).
 
@sevenacids: Das funktioniert in einem 25-Personen-Unternehmen, aber nicht in der Firma, in der ich arbeite, bei über 900 Angestellten. Der Verwaltungsaufwand wäre viel zu hoch. Die Personalabteilung hat schließlich noch was anderes zu tun, als Krankschriften nachzutragen, auf Richtigkeit zu überprüfen und abzurechnen.
 
klingt wirr
hab hier in AT mich vom hausarzt kank melden lassen und hab den wisch krank gemeldet zu sein ab tag 3 dem arbeitsgeber zu schicken (email, fax)...und nach krankenstand das original mitzubringen. wieso seid ihr alle so kompliziert in DE?
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