Qualcomm: Apple ist Schuld, wenn wir die Konkurrenz ausbremsen!

Auch in Kartellverfahren kann es manchmal Überraschungen geben, mit denen so vermutlich niemand gerechnet hat. So versucht Qualcomm sich vom Beschuldigten zum Opfer zu verwandeln. Demnach träfen die in den Vorwürfen benannten Punkte im Prinzip zwar ... mehr... Qualcomm, Snapdragon, Snapdragon 805 Bildquelle: Qualcomm Qualcomm, Snapdragon, Snapdragon 805 Qualcomm, Snapdragon, Snapdragon 805 Qualcomm

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Irgendwie hat die Geschäftswelt doch ein bisschen was von Physik. In der Quantenphysik gibt es Gesetzmäßigkeiten die in der "normalen Makrophysik" ganz anders sind, oder zumindest zu sein scheinen.

Hier ist es irgendwie umgekehrt. Ich, aus meinem Blickwinkel, beobachte den Markt aus einer Quantentransaktionssicht heraus auf die "normalen Makrotransaktionen" und auch hier scheinen einige Gesetzmäßigkeiten einfach nicht zusammenzupassen.
 
@Tomarr: Ich sehe den freien Markt eher aus Sicht der Makrophysik des Universums:
Masse zieht immer mehr Masse an -> aus vielen kleinen Objekten (Unternehmen) werden mit der Zeit wenige aber große, massereiche Objekte - bis hin zum Schwarzen Loch (Grosskonzern, Monopolist) - die alles um sich verschlingen bis sonst nichts mehr übrig ist.
 
@moribund: Mit aus meiner Sicht Quantentransaktion meinte ich eher den Blick in mein Portmonee. Mir hat auch noch nie jemand Geld angeboten damit ich bei ihm etwas kaufe. Nichtmal aus Mengenrabattgründen, wie z.B. bei Currywürsten oder so.
 
@Tomarr: Naja, andererseits bezahlst du deiner Bank Gebühren dafür dass sie mit deinem Geld arbeiten und ihren Reichtum vermehren dürfen...
Dafür auch zu bezahlen, dass man jemanden Kapital frei zur Verfügung stellt widerspricht ja auch den Gesetzmäßigkeiten.
 
@moribund: Das ist ja aber auch wieder das Umgekehrte System. Ein Schuh würde daraus werden wenn sie mir Geld dafür bezahlen würden damit ich ein Konto bei ihnen eröffne.
 
@Tomarr: Anderes Beispiel:
Springer & Co haben sich bei der Regierung ein Gesetz gekauft, gemäß dem Suchmaschinen und ähnliche Dienste dafür zahlen sollen, dass sie für die Verlage mit ihren Suchergebnissen Werbung machen.
Wenn die Verlage in den Suchergebnissen nicht aufscheinen wollen, müssten sie nur die robots.txt anpassen, aber sie wollen schon aufscheinen und für diese kostenlose Werbung die sie erhalten auch noch Geld kassieren.

Da gäbs noch einige ähnliche Beispiele (die deutschen TV-Sender wollen Geld dafür dass die TVBrowser-Software ihre Sendungen bewirbt und ihnen mehr Seher bringt, etc)... ^^
 
Kann man sich bei Apple schon vorstellen, wenn man anschaut, was die für einen Deal der allmächtigen Musikindustrie abgetrotzt haben.
 
@eshloraque: Man muss aber auch sehen, dass es genügend Firmen gibt, die geil darauf sind Apple zu beliefern.
Das was da zwischen Apple und Qualvoll abgeht ist in der Wirtschaft die ganz normale Schmierung.
Gibt kaum einen Grossauftrag in der Welt, der nicht ohne Bakschisch läuft.
 
@PiaggioX8: Bakschisch ist was anderes. Da wäre das Geld bei den Managern von Apple auf das Privatkonto eingegangen. Hier ist das eine Art Mengenrabatt. Natürlich nicht ganz. Bei Mengenrabatten gibt es normal Sicherheiten, wie viele Mengeneinheiten man nun verkauft. Hier gab es nichts, nur die begründete Hoffnung, dass Apple schon mehr als nur ein Paar Modems kaufen wird.
 
@fixik: Das ist eher der Preis, den Qualcomm an Apple zahlt, damit diese ihre Engineering-Teams entsprechend umschulen lassen, um künftig Qualcomm-Chips einsetzen zu können.
 
ich weiß nicht wovon ich mehr angewidert bin … dass qualcomm solche anti-konkurrenzverträge schnitzt oder dass apple 1 MILLIARDE GESCHENKT haben will nur um sich ein angebot überhaupt an zu sehen.

diese ganze industrie und ihre quasi/möchtegern Monopolisten und marktdominierer sind doch geisteskrank.
 
@dustwalker13: Apple wollte die Milliarde nicht dafür haben, dass man das Angebot nur ansieht. Diese Milliarde gab es für den Vertragsabschluss selber. Gekauft wurde scheinbar zum Listenpreis, 1 Milliarde ist Mengenrabatt, wobei im Vertrag keine Mindestabnahme vorgesehen war. Da es sich um Apple handelt, geht man davon aus, es werden schon einige Modems gekauft.
Kommt darauf an wie viele Mengeneinheiten Apple nun abgenommen hat, könnte diese 1 Mrd Dollar sogar relativ kleiner Mengenrabatt gewesen sein. Im Extremfall hätte Apple natürlich einen einzigen Modem kaufen können. Das wäre dann natürlich krasser Rabatt. ^^
Eventuell handelt hier Qualcomm trotzdem illegal. 1 Mrd hin oder her. Die haben keinen Anspruch drauf, dass sich dieser Vertrag rentiert. Die sind selber das Risiko eingegangen und manchmal verliert man dann. Unter den Herstellungskosten zu verkaufen, weil man sich ausrechnet, dass die Konkurrenz diesen Preis nicht überlebt, das wäre illegal.
 
@fixik: aus dem Artikel: "Das Problem für Qualcomm habe nun darin bestanden, dass mit dem Betrag keinerlei Garantien verbunden waren, wie viele Chips Apple abzunehmen bereit sei."

damit hätten sie jede möglichkeit gehabt auch 100k abnehmen und es sein lassen.

das es sich um apple handelt ist kein argument, es ist ja kein geheimnis, dass apple jeden zulieferer mit gusto selbst unter die profitabilitätsgrenze drückt "weil es is ja apple" …

natürlich heißt das nicht dass qualcomm und intel sich besser benehmen, also triffts in keine richtung einen unschuldigen. diese praktiken sind abartig und gehören generell verboten. fairer wettbewerbt ist nicht sich gefälligkeiten erkaufen und monopolstellungen in verträge zu schreiben.
 
@dustwalker13: Wer glaubt, dass Apple jeden Zulieferer unter die Profitabilitätsgrenze drückt, der muss mit Apple keinen Geschäft abschließen. Qualcomm hat scheinbar was anders gedacht. Ich weiß jetzt nicht wie sich dieser Vertrag finanziell für Qualcomm ausgewirkt hat. Aber wenn das ein Minusgeschäft war. Dann ist das so. Das ist das normale Risiko welches jedes Unternehmen eingeht. Ich sehe nicht, was hier verboten werden muss.
Verboten sind nur Dumping-Preise. Preise unter den Selbstkosten sind verboten. Das ist auch nur wirtschaftlich, wenn man damit die Konkurrenz aus dem Markt drängen kann um anschließend den Markt als Monopolist dominieren zu können. Und das wird ja geprüft. Ist Qualcomm einfach wettbewerbsfähiger als andere. Das wäre wohl kaum ein Verbrechen. Oder haben die versucht einfach den Wettbewerb zu zerstören und haben selber Verluste geschrieben, in der Hoffnung, dass man länger mit Verlusten leben kann als die Konkurrenz.
 
@fixik: Aber wen gab und gibt es den wirklich auf dem Markt der solche Modems für Apple bauen könnte wie Qualcomm sie anbietet? Infineon -> NEIN, Samsung -> baut nur für sich, Huawei -> baut nur für sich -> Mediatek -> NEIN, Intel -> NEIN

kurz gesprochen keiner der Hersteller außer Qualcomm schafft es ein technisch so weitentwickletes Modem anzubieten das in Smartphones verbaut werden kann. Selbst bei 5G sind derzeit nur Qualcomm und Samsung auf dem Markt die ein Modem haben.

Wozu es allerdings führt wenn man probiert von zwei Anbietern zu kaufen hat man ja bei Apple gesehen. Dank Intel wurden die von Qualcomm verbauten Modems gedrosselt damit die mit Intel Modem nicht so schlecht da stehen und gleich schnell sind...
 
@lurchie: Ich finde es ok, wenn man von zwei Anbietern Modems kauft. Im Notfall muss man eben einen davon drosseln, falls die Leistung nicht gleich ist, was wohl fast immer der Fall sein wird.
Dafür macht man sich nicht von einem Anbieter abhängig und Wettbewerb bleibt intakt. Kommt natürlich drauf an wie stark die Leistungsunterschiede sind.
Ich kann mir aber nicht vorstellen, dass Qualcomm hier irgendwas besonders hat. Ich kenne Qualcomm nur von ARM-Prozessoren. Dort haben die nichts vorzuweisen, was die Konkurrenz nicht locker gleich oder besser hinkriegt. Keine Ahnung wie die bei Modems sind. So viel besser als Intel werden die kaum sein. Apple wird schon Gründe haben, wieso man Drosselungen in Kauf nimmt. Werden wahrscheinlich keine so starke Drosselungen sein.
 
@fixik: Die Taktik vieler großer Firme mit Partnern ist es, ihnen günstige Kredite für neue Anlagen zu geben, damit sie die Aufträge bewältigen können. Hinzukommt, dass man gerne exklusiver Kunde wäre. In der nächsten Verhandlungsrunde wird dann der Preis nach unten korrigiert und der Zulieferer muss mitziehen, damit die Anlagen ausgelastet sind. Man kann auch nicht Aufträge anderer Kunden dazu nutzen, weil der große Kunde sie verdrängt hat.
 
@fixik: Die Drosselung der Modems lag in den LTE-Klassen (LTE Cat). Die Intel-Modems haben oft nur die Hälfte der Qualcomm-Geschwindigkeit erreicht.

Und auch im Bereich der ARM-Prozessoren wird bei den vergleichen gerne ein wichtiges Detail übersehen. Qualcomm hat meistens die kleinsten Prozessoren, die Geschwindigkeitsvorteile der Konkurrenz kommt über größere Prozessoren mit mehr Transistoren.
 
@dustwalker13: "ich weiß nicht wovon ich mehr angewidert bin dass qualcomm solche anti-konkurrenzverträge schnitzt oder dass apple 1 MILLIARDE GESCHENKT haben will nur um sich ein angebot überhaupt an zu sehen."

Die eigentlich interessante Frage hierbei ist: Stimmt die hier verbreitete Darstellung, dass die besagte Milliarde ursprünglich von Apple gefordert wurde, oder war dies doch eher ein Angebot, welches Qualcomm Apple unterbreitete? :)

Florian Mueller/Foss Patents hat auf seinem Blog hierzu recht interessante Details veröffentlicht:
http://www.fosspatents.com/2019/01/testimony-sheds-light-on-dynamics-of.html
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