Gentherapie gegen Augenkrankheit: USA erlaubt 425.000-$-Behandlung

In den USA wurde erstmals eine Zulassung für eine Gentherapie erteilt, jetzt nennt das Unternehmen den Preis für die Behandlung einer seltenen vererblichen Augenkrankheit: für die Einmaltherapie wird pro Auge ein Preis von 425.000 Dollar berechnet. mehr... Auge, Mensch, Iris Bildquelle: Laitr Keiows (CC BY-SA 3.0) Auge, Mensch, Iris Auge, Mensch, Iris Laitr Keiows (CC BY-SA 3.0)

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Unverschämt. Klar, Forschung kostet Geld und die Firma will die Kosten dafür auch wieder reinholen und Gewinn machen, aber Gesundheit nur für die oberen 5% empfinde ich als extrem ungerecht. Diese Masche wird zukünftig häufiger vorkommen und entsprechend sozialen Sprengstoff bieten. Wer krank ist und nichts mehr zu verlieren hat ist bekanntlich zu allem bereit - ist nur eine Frage der Zeit.
 
@Memfis:
Moderne Medizin wird immer teurer, nicht nur aufgrund der Forschung, die Millarden kostet, auch die Herstellung ist oft aufwendiger als ein paar Euro...
Es war schon immer so, dass wenn du Geld hast du dir im Allgemeinen eine bessere Versorgung leisten konntest
 
@GRADY: Die medizinische Versorgung wird zumindest hier in Deutschland nicht nur
immer teurer, sondern auch immer schlechter. Was wir neulich in einem "zertifizierten"
deutschen Krankenhaus erlebten (unsere Mutter lag dort), war einfach nur noch haarsträubend.Dagegen ist wahrscheinlich noch ein 3.Welt-Krankenhaus im tiefsten Afrika wo Medizinmänner statt Ärzte praktizieren "hochmoderner"...und sauberer
 
@Selawi: jedes Krankenhaus ist irgendwie zertifiziert.

Es ist aber auch Fakt das alle Krankenhäuser heutzutage eine extrem dünne Personaldecke haben, ein knappes Budget und trotzdem am Ende des Jahres frohe sein können eine schwarze Null schreiben zu können.

Das ist aber politisch gewollt und so festgelegt.

Immer mehr kranke ältere und zu wenig gesunde junge bei gleichzeitigen immer besseren medizinischen Fortschritt führt zwangsläufig zu überproportionalen Kostensteigerungen.

Jahrelang hat man versucht das irgendwie durch Kostenoptimierung gerade bei den Krankenhäusern, als größter Ausgabeposten, abzufedern.

Aber da ist die Schmerzgrenze inzwischen erreicht ja oft sogar überschritten.
 
@Memfis: Warten wir mal 20, 30 Jahre und auf einmal wird die Behandlung viel erschwinglicher sein.

Die allerersten Computer waren ja auch alle praktisch unbezahlbar.
 
@rw4125: Das hilft natürlich vielen Leuten erstmal nix!
 
@Kiebitz: Aber unter Umständen unseren (Enkel-) Kindern. :)
 
@rw4125: Das kann gut sein. Nur die jetzigen müssen erstmal irgendwie die hohen Kosten aufbringen.
 
@Kiebitz: Das ist aber überall so, nicht nur in der Medizin.
Aber wenigstens haben wir so Fortschritt und nachfolgende Generationen haben es besser.
 
@rw4125: Wie jetzt? Es wird doch imer gesagt / behauptet, die nachfolgenden Generation bezahlen für die vorhergehende mit und haben es selbst später schlechter / haben selbt später weniger Leistungen, z.B. bei Alterversorgung, bei Krankenkassenleistungen.
 
@Memfis: Ohne Hintergrund Wissen, nur auf Basis der für uns sehr hoch erscheinenden Summe, würde ich mir so ein hartes und eindeutiges Urteil nicht bilden.
"Rare Diseases", also seltene Krankheiten, sind schon ein lukratives Geschäft mit hohen Margen, wenn ein Produkt bzw. eine Therapie erst Mal vermarktet werden kann. Aber bis dahin ist es auch meist ein sehr weiter, langer und somit auch äußert kostspieliger Weg. Wenn eine Therapie oder ein Medikament nicht die Erwartungen erfüllt und nicht zugelassen wird führt das regelmäßig zu Pleiten von Start-Ups und Unsummen von Kapital werden vernichtet. Mann muss also nicht nur die Kosten für diese Therapie berücksichtigen, sondern auch die Kosten für alles Andere in der Pipeline, was es nicht geschafft hat. Das Ganze ist schon generell sehr schwer und teuer, steigert sich bei seltenen Krankheiten aber noch Mals deutlich.
Das gleich mal die erste Versicherung die Kosten übernimmt, sagt mir, dass der Preis unter Berücksichtigung aller Umstände nicht all zu übertrieben ist. Und somit ist die Therapie eben auch nicht nur den "oberen 5%" vorbehalten.
Ich habe mich während meiner bald zwanzig Jährigen Börsen Erfahrungen schon öfter mit den Sektoren des Gesundheitswesens und vielen solchen Unternehmen beschäftigt und bin der Meinung, dass ohne einen großen finanziellen Anreiz das Meiste gar nicht erst angegangen werden würde.
Oder würdest du beispielsweise ein Monatsgehalt in ein Unternehmen investieren, welches eine Therapie entwickelt, seit Jahren Jahr für Jahr nur Millionen an Verlusten macht und wenn die Entwicklung fehlschlägt das Geld komplett weg ist. Wenn man solche Risiken eingeht, will mann am Ende auch auch etwas davon haben, falls alles glatt läuft.
 
@markox: Kann ich so unterschreiben.

Letztendlich ist es wie bei vielen Produkten: Sind die Entwicklungskosten wieder reingeholt (und Konkurrenz vorhanden), gehen die Preise nach unten. Aber wenn Unternehmen und Investoren keine Chance sehen jemals Geld damit zu verdienen, wird es niemand je entwickeln - und zulassen.
 
@Memfis: Wir wissen beide nicht, ob diese so hohen Kosten angebracht sind. Vielleicht steckt tatsächlich auch ein sehr hohes Gewinnstreben dahinter. Vielleicht auch nicht. Vielleicht wird / muß auch investierte Geld / Kosten damit wieder hereingeholt werden. Vielleicht auch nicht.

Aber ich lehne mich jetzt mal sehr sehr weit aus dem Fenster. Zugegeben, nicht direkt vergleichbar. Aber runtergebrochen auf das mehr alltägliche Leben. Wenn ich sehe, für was die Leute alles so ihr Geld ausgeben, jedes Jahr neues Handy, öfters mal ´nen neuen Wagen, immer den Super-Super-TV, Modeklamotten, den aktuellsten PC / Tablet und...und...usw...usw... wenn ich das also sehe und dann hören muß, wie die Leute jammern, wenn sie beim Rezept in der Apotheke was zuzahlen müssen, dass die Krankenkasse nicht mehr die teuere Form der Zahnsanierung zahlt, im Krankenhaus einen geringen Teil Selbstbehalt zahlen müssen, dann frage ich mich doch, ob die Verhältnismäßigkeit bei vielen Leuten noch stimmt. Teure Sachen kaufen, ja! Geld für die Gesundheit ausgeben wollen, nein! Wer so handelt, hat kein Recht zu jammern.
 
@Memfis: Wenn du eine riskante Unternehmung machst (Medikament für eine seltene Krankheit entwickeln dürfte sehr riskant sein), dann musst du nicht nur einen positive erwartete Rendite haben, sondern auch eine höhere erwartete Rendite als weniger riskante Unternehmungen (Risikoprämie), sonst gibt es kein Geld von den Geldgebern.
Wenn diese Therapie eine deutliche Verbesserung der Lebensqualität für die betroffenen bringt, dann soll die Kasse zur Zahlung der Therapie verpflichtet werden. Die wenigen Fälle können trotz hoher Kosten von der Masse der Versicherten getragen werden. Mit prozentualem, ungedeckelten Selbstbehalt kann man das natürlich vergessen, da muss man weiter oben, als in den 5% sein, aber das ist ein Problem, dass sowieso zu beheben ist, Krebskranke und andere chronisch Kranken würden ja auch durch einen Selbstbehalt ruiniert werden.

Man kann die Therapie auch billiger anbieten, wenn man sein Geld nicht von gewinnorientierten Agenten, sondern vom Staat bekommt. Wenn wir die Entwicklung von Medizin verstaatlichen, können wir billigere Medikamente haben, werteorientiert statt profitorientiert entscheiden, wie der Etat der Haarausfallforschung gegenüber der Ebolaforschung gestellt sein soll, dafür müssen wir höhere Steuern hinnehmen und auf die Gewinne aus Pharmaunternehmen in unserem Portfolio, dem Portfolio unseres Rentenfonds oder dem Portfolio unserer Bank verzichten.
Ich bin dafür (wähle dementsprechend links, die haben zwar nicht die Verstaatlichung der Pharmakonzerne drin, soweit ich das sehe, aber sie sehen schon einige Regulierungen vor), aber das ist eine politische Frage.
 
@dpazra: Der springende Punkt ist doch, dass "die Masse" immer kleiner wird. Zum einen durch die scheiß Privatversicherten, welche sich der Solidargemeinschaft entziehen und zum anderen, weil in immer mehr Bereichen der Egoismus wächst, dass man nicht die Rechnung für andere zahlen will. Die Alterung der Gesellschaft trägt dann noch einen übrigen Teil dazu bei.
 
@Memfis: Du:"...die scheiß Privatversicherten, welche sich der Solidargemeinschaft entziehen...", ABER im Alter erheblich höhere Beiträge zahlen als in der GKV.

Bitte auch bedenken, dass sehr viele GKV-Versicherte zusätzliche, und damit privatversicherte, Leistungen haben wie für Zahnbehandlung, Krankenhaus usw.... Also auch einen Anteil Privatversicherung! Sind das denn auch "...die scheiß Privatversicherten..." ? Denn die wenden ja mehr Geld für bessere Leistungen auf!?

Und nicht alle "scheiß Privatversicherte" haben eine bessere Versicherungsleistung als die GKV. Und es gibt Versicherte, die sich nicht in der GKV versichern können. Auch gibt es bei den "Privaten" Tarife mit sehr niedrigen Leistungen:

BASISTARIF: Wurde ursprünglich für Selbst­ständige mit geringem Einkommen konzipiert. Da seit 2009 eine Krankenversicherungspflicht besteht, richtet sich der Tarif auch an Personen, die vorher ohne Versicherung waren. Beisapiel : Wo sonst bei privat versicherten Patienten den 2,3-fachen Gebührensatz abgerechnet wird, wird für Patienten im Basistarif nur der 1,7-fache Satz fällig. Die sonst weit verbreitete "Vorzugsbehandlung" von Privatpatienten wird im Basistarif deshalb nicht geboten!

STANDARDTARIF: Entspricht nach neuer Gesetzeslage dem Basistrarif. KEINE Extraleistungen! Der Leistungsumfang des Standardtarifs entsprach den Leistungen des derzeitigen Basistarifs und war demnach an den Leistungskatalog der gesetzlichen Kranken­versicherung angelehnt.

NOTLAGENTARIF: Noch weit geringerer Leistungskatalog als bei der GKV. Geleistet wird wirklich nur das aller Nötigste.

Also bitte ncht immer alles über einen Kamm scheren und pauschalisieren.
 
@Kiebitz: Gäbe es keine Privatversicherungen oder zukaufenbare Extraleistungen würden alle das Gleiche bekommen. Irgendwie logisch, oder?
 
@Memfis: Wo habe ich was Anderes geschrieben? Ich schrieb u.a.. nur davon, dass nicht alle Privatversicherte Superleistungen zu supergünstigen /Kosten haben / bekommen! Und ich wies daraufhin, dass da, wo immer möglich, auch GKV-Versicherte Zusatzleistungen kaufen! Deiner Beurteilung nach wären ja auch diese, GKV-Versicherte mit Zusatzleistungen (die immer "privat" sind!), "scheiss Privatversicherte"?! Oder wie siehst Du das jetzt?

Und ganz nebenbei, viele, wenn nicht gar die meisten Menschen, wollen nicht das Gleiche haben wie Andere. Die einen wollen den 4k-Superfernseher, die Anderen den Supersuper-PC für Spiele, die Anderen wiederum das Luxux-iPhone, und wieder andere öfters ein neues Auto usw.......ABER nur bei "Gesundheitsleistungen" sollen alle auch zwangsweise das selbe bekommen müssen?! Unlogisch-oder?

Und selbst wenn Du die privaten Krankenversicherungen ganz abschaffen würdest, verhindert das nicht gänzlich private "Gesundheitsleistungen"! Dann würde die entsprechende Klientel direkt mit Arzt, Krankenhaus usw. private Verträge im Sinne der BGB-Vertragsfreiheit abschliessen. Oder rein privatbehandelnde Ärzte, Kliniken aufsuchen.Und mit diesen freie, an keine Gebührenordnung gebundene Verträge, Leistungen usw. vereinbaren. Da könntest Du absolut gar nichts gegen machen. Wir haben in Dt. z.B. Berufs- und Vertragsfreiheit!

Irgendwie logisch - oder!
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