Vergesst PCs und Co.: Lenovo greift jetzt in ganz anderem Bereich an

Der chinesische Computerkonzern Lenovo hat einmal mehr seine bisherige Geschäftsstrategie weitgehend über den Haufen geworfen und verfolgt eine komplette Neuausrichtung. Das PC-Geschäft wurde dabei vom entscheidenden Kern-Sektor mal eben zu einem nahezu unwichtigen Nebenschauplatz erklärt.
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Noch vor einigen Jahren sah das komplett anders aus. Damals lag Lenovo weit hinter den Marktführern HP und Dell, doch man hatte ja mit dem einige Zeit zuvor übernommenen PC-Geschäft von IBM einen Trumpf in der Hand, den man nun ganz groß ausspielen wollte. Binnen ziemlich kurzer Zeit legte der Konzern eine massive Aufholjagd hin und übernahm die Marktführung.

Allerdings hat sich die Lage im IT-Sektor seitdem entscheidend geändert. Jahrelang sanken die Verkaufszahlen von PCs immer weiter und die mobilen Geräte boomten. Hier versuchte Lenovo zwar auch mitzumischen, gehörte jedoch keinesfalls zu den größeren Playern. Besonders große Ambitionen ließ man allerdings auch nicht erkennen.

Der Konzernführung scheint recht klar gewesen zu sein, dass das eigentlich große Geschäft letztlich nicht bei mit den Produkten für die Endnutzer gemacht wird. Das zeigt sich nun auch immer klarer. Denn neben den Smartphones differenzieren sich immer weitere Segmente heraus, die zwar allesamt eine bestimmte Rolle spielen, aber keineswegs das riesige Erfolgsgeschäft werden.


Sie alle haben aber eines gemeinsam: Sie sind ans Netz angebunden und arbeiten mit Cloud-Applikationen in den weltweit verteilten Datenzentren zusammen. Und diese zentralen Knotenpunkte werden immer zahlreicher und größer. Ein Ende ist hier kaum absehbar, da neben den Milliarden PCs, Smartphones und Tablets auch immer mehr Wearables und Smart-Home-Systeme bedient werden müssen. Und natürlich kommen auch immer mehr Systeme und Roboter hinzu, die in der Wirtschaft die Automatisierung auf eine neue Ebene bringen.

Lenovo-Chef Yuanqing Yang spricht hier von einer vierten industriellen Revolution. Und natürlich will Lenovo in dieser eine führende Position einnehmen, berichtet das US-Magazin Forbes. Das bedeutet, dass der Konzern ein führender Lieferant für die Technik in Datenzentren werden will - wofür man sich unter anderem wieder mit HP und Dell anlegen muss und auch die ehemals zu IBM gehörende Server-Sparte in der Hinterhand hat. Aus dieser heraus starten nun auch ThinkAgile und ThinkSystem als neue Produktlinien, die den Prozess unterfüttern sollen.

Kirk Skaugen, der das Datenzentren-Geschäft von Lenovo leitet, verkündete gerade, dass das Unternehmen kürzlich seinen 20-millionsten x86-Server ausgeliefert hat. Und nun wolle man noch einmal eine Schippe drauflegen und zur klaren Nummer 1 in dem Segment werden.

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