Weniger Schmerz dank Virtual Reality:
Forscher testen VR-Therapie

Neben dem Einsatz im Bereich von Entertainment kann Virtual Reality auch in anderen Feldern von Nutzen sein. Jetzt stellen Forscher einen neuen Ansatz vor , der es möglich machen soll, das Schmerzempfinden von Patienten mit Hilfe von VR-Systemen zu verringern.
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VR als Heilmittel

Virtual Reality ist dank Google Cardboard, Gear VR, Oculus Rift, HTC Vive & Co. mittlerweile auch für normale Konsumenten verfügbar. Abseits vom Einsatzfeld des Entertainments gibt es für die VR-Systeme aber noch viele weitere Anwendungsfelder, die von der Visualisierung von Bauprojekten bis hin zur Therapie von Phobien und Traumata reicht. Jetzt haben Forscher laut dem Bericht von heise in der Fachzeitschrift Journal of Pain einen neuen Ansatz vorgestellt, bei dem Virtual Reality genutzt wird, um Schmerzen zu lindern. HTC ViveEines der aktuell verfügbaren Highend-VR-Systeme: HTC Vive Wie die Forschergruppe um Birgit Nierula von der Universität Barcelona mitteilt, wurden für die erste Studie 19 Freiwillige auf einen Stuhl gesetzt und bekamen ein VR-Headset aufgesetzt - dazu kam noch ein roter Knopf in der Hand. Durch die Brille sahen die Probanden dann die Szenerie durch die Augen einer virtuellen Person, die in der gleichen Position und mit rotem Knopf in der Hand ebenfalls auf einem Stuhl saß. Sichtbare Vibrationen in der virtuellen Hand waren auch in der Realität spürbar. Das Ziel: Die Probanden sollten die virtuelle Hand als ihren Körperteil empfinden.

Erkenntnisse deuten darauf hin, dass Schmerz weniger stark empfunden wird, wenn der Patient das betroffene Körperteil sehen kann. Genau dieses Phänomen wollten die Forscher mit ihrem Virtuellen Körper auf die Probe stellen. So wurden den Probanden im nächsten Schritt Dioden in die Hand gegeben, die sich langsam erhitzen. Diese sollten dann angeben, ab wann die Wärme als schmerzhaft empfunden wurde. Das Ergebnis: Der Körper scheint nicht zwischen realer und virtueller Hand zu unterscheiden. Wie die Forscher weiter ausführen, bleibt dieser Effekt erhalten, bis die Positionen zwischen echter und virtueller Hand um rund 30 Zentimeter abweichen.

Weitere Forschung nötig

"Jetzt sehen wir, dass eine solche Technik auch dazu genutzt werden könnte, Patienten Bilder eines Körpers zu zeigen und damit ihr Schmerzempfinden zu beeinflussen", so Nierula. Da der Zusammenhang zwischen Ansehen eines Körperteils und der Aktivierung schmerzlindernder Mechanismen durch das Gehirn aber noch nicht abschließend geklärt ist, wird jetzt weitere Forschung nötig. Im Bezug auf den vorgestellten Ansatz ist sich der Experte Thomas Metzinger von der Universität Mainz aber sicher: "Diese Forschung ist sehr nützlich und vielversprechend, da sie aufdeckt, wie die virtuelle Realität therapeutisch genutzt werden kann, um Schmerzen zu lindern."


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