Apple: Touch Bar ist eine ernste Sache, macht keinen Unsinn damit
Die wohl größte Neuerung der gestern vorgestellten MacBook Pro-Modelle ist die neue Touch Bar, die die Funktionstasten auf den Apple-Notebooks ersetzt. Diese erlaubt vielfältige Einsatzmöglichkeiten, der kalifornische Hersteller zwingt den Entwicklern hier aber ein besonders enges und vielleicht sogar zu enges Korsett auf.
Die Touch Bar der neuen MacBook Pros ist ein schmaler Streifen mit einem berührungsempfindlichen Display. Dort können diverse anwendungsspezifische Funktionalitäten angezeigt werden bzw. kann der Nutzer mit ihnen interagieren.
Microsoft hat sich beispielsweise zahlreiche Schnellverküpfungen für Office für Mac ausgedacht, die man über die Touch Bar ausführen kann. Aber es gibt auch Funktionen, die sich einem richtiggehend aufdrängen, aber dennoch fehlen. So wäre es beispielsweise naheliegend, auf der Leiste die Anzahl der neuen Nachrichten einzublenden oder dort Funktionen wie Kopieren, Ausschneiden, Einfügen, Rückgängig, Speichern etc. vorzufinden. Doch diese fehlen.
Demnach haben die Kalifornier den Entwicklern eine längere Liste an Dos and Don'ts mitgegeben:
Apple schreibt den Entwicklern strenge Regeln für die Touch Bar vor
Ebenfalls stellt sich die Frage, warum beispielsweise bei Office das Unterstreichen erlaubt ist und Kopieren nicht. Der Umstand, dass es für zweiteres Tastatur-Shortcuts gibt, kann jedenfalls kein Kriterium sein, da es auch für ersteres einen Kurzbefehl gibt.
Es wird sich allerdings erst zeigen, wie streng Apple diese Richtlinien durchsetzt. Die Message an Entwickler ist aber klar: Macht keinen Scheiß mit der Touch Bar.
Microsoft hat sich beispielsweise zahlreiche Schnellverküpfungen für Office für Mac ausgedacht, die man über die Touch Bar ausführen kann. Aber es gibt auch Funktionen, die sich einem richtiggehend aufdrängen, aber dennoch fehlen. So wäre es beispielsweise naheliegend, auf der Leiste die Anzahl der neuen Nachrichten einzublenden oder dort Funktionen wie Kopieren, Ausschneiden, Einfügen, Rückgängig, Speichern etc. vorzufinden. Doch diese fehlen.
Apple will das nicht
Der Grund ist einfach: Apple möchte das nicht. Denn der Konzern aus dem kalifornischen Cupertino hat laut TechCrunch ein umfangreiches und auch strenges Regelwerk vorgegeben, was man auf der Touch Bar anzeigen darf und was nicht. Kurz gesagt: Apple sieht die OLED-Leiste als Erweiterung von Tastatur und Trackpad und nicht als Display.Demnach haben die Kalifornier den Entwicklern eine längere Liste an Dos and Don'ts mitgegeben:
- Die Touch Bar ist wie erwähnt kein Display, sondern eine Erweiterung von Keyboard und Trackpad.
- Die Touch Bar sollte keine Warnungen, Nachrichten, Scrolling-Inhalte, statischen Content anzeigen bzw. alles vermeiden, was die Aufmerksamkeit des Nutzers auf sich zieht oder sie von der Arbeit am Bildschirm ablenkt.
- Animationen sind zu vermeiden. Als Verlängerung der Tastatur erwarten die Leute dort keine bewegten Inhalte.
- Farbe ist dezent und geschmackvoll einzusetzen. Grundsätzlich sollte die Touch Bar ein ähnliches Erscheinungsbild aufweisen wie das Keyboard.
- Generell sollte die Touch Bar keine Kontrollelemente wie Finden, Alles auswählen, Auswahl aufheben, Kopieren, Ausschneiden, Rückgängig, Wiederherstellen, Neu, Speichern, Drucken oder Beenden inkludieren.
Apple schreibt den Entwicklern strenge Regeln für die Touch Bar vor
Mehrwert verschenkt?
Anders gesagt: Apple will, dass die Touch Bar ein bisschen langweilig bleibt. Zwar sind so manche Punkte nachvollziehbar, da tatsächlich die Gefahr besteht, dass ein zu "offensiver" Einsatz ablenken und nerven könnte. Aber es gibt so einiges, wofür sich die OLED-Leiste aufdrängt und dort auch einen echten Mehrwert hätte, beispielsweise dort angezeigte Text-Tweets, Börsenkurse oder eine Fortschrittsanzeige bei Downloads.Ebenfalls stellt sich die Frage, warum beispielsweise bei Office das Unterstreichen erlaubt ist und Kopieren nicht. Der Umstand, dass es für zweiteres Tastatur-Shortcuts gibt, kann jedenfalls kein Kriterium sein, da es auch für ersteres einen Kurzbefehl gibt.
Es wird sich allerdings erst zeigen, wie streng Apple diese Richtlinien durchsetzt. Die Message an Entwickler ist aber klar: Macht keinen Scheiß mit der Touch Bar.
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Witold PryjdaSenior Redakteur
Seit 1996 im Journalismus, ausgebildet an der Österreichischen Medienakademie. Sein Spektrum reicht von Robotern und KI über E-Autos bis zur Militärtechnik.
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