ZeniMax schießt scharf in Richtung Carmack, Oculus & Facebook
John Carmack, seines Zeichens Mitgründer des legendären Entwicklerstudios id Software, hat den Doom-Machern Mitte 2013 den Rücken zugekehrt und ist seither bei Oculus Rift beschäftigt. ZeniMax, der Mutterkonzern hinter Bethesda und somit auch id Software, wirft Carmack nun direkt vor, zahlreiche Unternehmensgeheimnisse geklaut zu haben.
Die Vorwürfe von ZeniMax kamen bereits kurz nach dem Bekanntwerden des Wechsels von Carmack auf, bereits Anfang 2014 reichte die Holdinggesellschaft Klage gegen den ehemaligen Technikchef von id ein. Schon damals warf man Carmack vor, zahlreiche Geschäftsgeheimnisse im Zusammenhang mit Virtual-Reality-Technologien entwendet zu haben.
Die besagten VR-Technologien, die Carmack in Richtung Oculus Rift "mitgehen" hat lassen, stehen im Zusammenhang mit dessen "VR-Experimenten" bei Doom: Denn seinerzeit gab es zwischen Oculus und ZeniMax eine Vereinbarung (NDA), die klar regeln sollte, wem welche dabei eingesetzte Technologie gehört.
Schwere Vorwürfe gegen John Carmack (li.) und Palmer Luckey (Mitte)
In der ursprünglichen Klageschrift wurde Carmack allerdings nicht einmal namentlich genannt. Das hat sich inzwischen geändert, wie man auf Scribd nachlesen kann (VG24/7): Denn nun greifen die ZeniMax-Anwälte den Shooter-Pionier direkt an und erheben in einem Zusatz an die ursprüngliche Klage besonders schwere und vor allem persönliche Vorwürfe.
Auch Facebook wird angegriffen, demnach habe das Unternehmen schon damals eine Kopie des NDA, das Luckey unterschrieben hat, in seinem Besitz gehabt und habe im Wissen um diesen Verstoß Oculus gekauft.
Ob die Vorwürfe stimmen, wird natürlich ein Gericht entscheiden. Erstaunlich ist aber dennoch, dass sich ZeniMax mit Oculus und vor allem dem mächtigen Facebook anlegt und seine Vorwürfe auch in dieser fast schon ungewöhnlichen Klarheit formuliert. Man kann also durchaus schlussfolgern, dass die ZeniMax-Anwälte sich ihrer Sache ziemlich sicher sein müssen.
Die besagten VR-Technologien, die Carmack in Richtung Oculus Rift "mitgehen" hat lassen, stehen im Zusammenhang mit dessen "VR-Experimenten" bei Doom: Denn seinerzeit gab es zwischen Oculus und ZeniMax eine Vereinbarung (NDA), die klar regeln sollte, wem welche dabei eingesetzte Technologie gehört.
Schwere Vorwürfe gegen John Carmack (li.) und Palmer Luckey (Mitte)
In der ursprünglichen Klageschrift wurde Carmack allerdings nicht einmal namentlich genannt. Das hat sich inzwischen geändert, wie man auf Scribd nachlesen kann (VG24/7): Denn nun greifen die ZeniMax-Anwälte den Shooter-Pionier direkt an und erheben in einem Zusatz an die ursprüngliche Klage besonders schwere und vor allem persönliche Vorwürfe.
Industrie-"Spionage"
Denn Carmack soll nicht nur ZeniMax-Technologie an Oculus übergeben haben, sondern diese auch noch extra besorgt haben. So soll er nach seinem offiziellen Ausscheiden aus dem Unternehmen noch einmal an seine alte Wirkungsstätte zurückgegangen sein, um "tausende Dokumente" auf einen USB-Stick zu kopieren. Die Klage spricht von den "letzten Tagen bei ZeniMax" (also vermutlich bei so etwas wie Resturlaub), Carmack soll aber auch nach seinem vertraglichen Ausscheiden noch einmal zurückgekommen sein, um ein "angepasstes Tool zum Entwickeln von VR-Technologien" mitzunehmen."Erstunken und erlogen"
Auch gegen Oculus-"Erfinder" Palmer Luckey erhebt ZeniMax schwere Vorwürfe: Dieser soll gegenüber Medien die "falsche und fantasievolle Story" verbreitet haben, wonach er "in der Garage der Eltern zum brillanten Erfinder der VR-Technologie" geworden sei. Diese Geschichte ist laut ZeniMax erstunken und erlogen, Luckey habe all das nur mit geklautem ZeniMax-Knowhow geschafft.Auch Facebook wird angegriffen, demnach habe das Unternehmen schon damals eine Kopie des NDA, das Luckey unterschrieben hat, in seinem Besitz gehabt und habe im Wissen um diesen Verstoß Oculus gekauft.
Ob die Vorwürfe stimmen, wird natürlich ein Gericht entscheiden. Erstaunlich ist aber dennoch, dass sich ZeniMax mit Oculus und vor allem dem mächtigen Facebook anlegt und seine Vorwürfe auch in dieser fast schon ungewöhnlichen Klarheit formuliert. Man kann also durchaus schlussfolgern, dass die ZeniMax-Anwälte sich ihrer Sache ziemlich sicher sein müssen.
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