Cyber-Gewalt gegen Frauen:
UNO zieht Chaos-Report nach Kritik zurück
Mit einem großen Bericht zur Belästigung von Frauen online und im Gaming wollte eine Organisation der Vereinten Nationen ein Zeichen setzen und auf ein zweifellos bestehendes Problem hinweisen. Doch damit hat man sich keinen Gefallen getan und musste den Bericht nach massiver Kritik (von allen Seiten) zurückziehen und sich dafür sogar entschuldigen.
Mit "Das Gegenteil von gut ist gut gemeint" (Kurt Tucholsky) könnte man den Ende September veröffentlichten Report mit dem Originaltitel "Cyber Violence Against Women and Girls" wohl am besten beschreiben. Denn die International Telecommunication Union (ITU) wollte damit auf die Belästigung von Frauen in sozialen Medien, Spielen, dem "Sexting" und anderen Online-Plattformen aufmerksam machen.
Doch das ging gründlich schief, auch oder vor allem aus formellen Gründen. Denn der Report wurde von vielen Seiten aufgrund wissenschaftlicher Ungenauigkeiten komplett auseinandergenommen (via Ars Technica). Insbesondere der Umgang mit Quellen und den dazugehörigen Fußnoten war fragwürdig. In einer Analyse wurden gleich 30 Prozent der Zitate beanstandet, da sich die UNO teils selbst zitierte, auf teils fragwürdige Quellen (Wikipedia) und immer wieder auch schlichtweg auf blanke Stellen verwies.
Nun zog die ITU die Notbremse und entfernte den Bericht zur "Revision." Gegenüber Motherboard entschuldigte sich ITU-Sprecherin Sarah Parkes für die Fehler und gab zu, dass vor allem die Fußnoten das "große Problem" gewesen seien. Eine überarbeitete Version will man innerhalb von zwei Wochen nachreichen.
Doch das ging gründlich schief, auch oder vor allem aus formellen Gründen. Denn der Report wurde von vielen Seiten aufgrund wissenschaftlicher Ungenauigkeiten komplett auseinandergenommen (via Ars Technica). Insbesondere der Umgang mit Quellen und den dazugehörigen Fußnoten war fragwürdig. In einer Analyse wurden gleich 30 Prozent der Zitate beanstandet, da sich die UNO teils selbst zitierte, auf teils fragwürdige Quellen (Wikipedia) und immer wieder auch schlichtweg auf blanke Stellen verwies.
Kritik von allen Seiten
Kritik gab es unter anderem von der US-Branchenvereinigung Entertainment Software Association (E3-Veranstalter), die ESA meinte Anfang dieser Woche, dass der Report "übertriebene, haarsträubende und veraltete Vorstellungen" von Spielen und Spielern vermittle. Kritik gab es auch von Zoë Quinn, die maßgeblich an der Gamergate-Kontroverse beteiligt war. Quinn meinte, dass die Schlamperei des Berichts ein "Schuss in die Kniescheibe" seriöser Bemühungen dazu sei.Nun zog die ITU die Notbremse und entfernte den Bericht zur "Revision." Gegenüber Motherboard entschuldigte sich ITU-Sprecherin Sarah Parkes für die Fehler und gab zu, dass vor allem die Fußnoten das "große Problem" gewesen seien. Eine überarbeitete Version will man innerhalb von zwei Wochen nachreichen.
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