EU: Strengere Regeln für Umgang mit Ortungsdaten

Die Europäische Union plant strengere Auflagen bei der Nutzung von Ortungsdaten. Hintergrund dessen ist die kürzlich entfachte Diskussion um die Speicherung der Standortdaten von Mobilfunkmasten und WLANs auf Apples iPhone, aus denen sich grobe Bewegungsprofile ableiten ließen. Die Arbeitsgruppe der europäischen Datenschutzbeauftragten hat in dieser Woche einen Bericht vorgestellt, wonach entsprechende Informationen in jedem Fall als personenbezogen zu gelten haben - und damit genauso schützenswert wären wie andere persönliche Angaben.

Es handelt sich vorerst nur um eine Empfehlung, aber EU-Kommissionsvizepräsidentin Viviane Reding erklärte bereits: "Ich unterstütze die Einschätzung, dass es sich bei Lokalisierungsdaten um personenbezogene Daten handelt." Es sei wichtig, dass die Kunden ausdrücklich ihre Genehmigung erteilten, bevor Firmen deren Ortungsdaten nutzten.

Im zuständigen Bundesinnenministerium geht man bislang davon aus, dass nicht alle Standortdaten automatisch personenbezogen seien. Oppositionspolitiker wie der SPD-Abgeordnete Gerold Reichenbach begrüßen hingegen die Initiative aus Brüssel. "Bewegungsprofile sind genauso einzigartig wie ein Fingerabdruck", so der Sozialdemokrat, "Es wäre begrüßenswert, wenn das nach der EU auch die Bundesregierung erkennt." Eu, Europa, Europäische Union, Flagge Eu, Europa, Europäische Union, Flagge Nicolas Raymond / Flickr
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