Arbeitsbedingungen: Neue Vorwürfe gegen Foxconn
Das Unternehmen, das unter anderem für Apple, HP und Nokia produziert, war in den letzten Monaten wegen einer Reihe von Selbstmorden in der Belegschaft in die Schlagzeilen geraten. Unter öffentlichem Druck musste die Konzernführung verschiedene Maßnahmen zur Verbesserung der Situation der Beschäftigten zusagen.
Laut dem Bericht, für den über hundert Arbeiter befragt wurden und SACOM-Mitglieder undercover in den Betrieben arbeiten gingen, reichen diese allerdings nicht aus. Noch immer verstoße das Unternehmen gegen die bei weitem nicht besonders strengen Arbeitsschutz-Gesetze.
Demnach dauere eine Standard-Arbeitswoche bei Foxconn sechs Tage mit jeweils Zehn-Stunden-Schichten. Trotzdem ist es nicht ungewöhnlich, dass die Mitarbeiter im Monat 140 Überstunden machen. Die chinesischen Gesetze lassen aber eigentlich nur ein Maximum von 36 Überstunden zu.
Als Beispiel führen die SACOM-Aktivisten die Zeit vor der Markteinführung von Apples iPad an. Um die Anforderungen zu erfüllen ließ die Foxconn-Geschäftsführung die Arbeiter sechs Monate 12-Sunden-Schichten schieben. Nur alle zwei Wochen bekamen die Mitarbeiter einen Tag frei.
Dabei sind die Arbeiter teilweise einer entwürdigenden Behandlung durch ihre Vorgesetzten ausgesetzt. So wird von einem Fall berichtet, bei dem ein Arbeiter wegen einer nicht angezogenen Schraube in einem Handy 300 mal ein Zitat des Foxconn-Gründers Terry Gou abschreiben musste.
Foxconn wies den Bericht allerdings zurück. Man sei zwar nicht perfekt aber bemüht, allen 937.000 Beschäftigten in China gute Arbeitsbedingungen und eine faire Entlohnung zu bieten, die sich mit denen der Konkurrenten messen kann, hieß es.
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Christian Kahle
Redakteur bei WinFuture
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