Microsoft: Neun Anti-Piraterie-Zentren jagen Fälscher
Wie der Microsoft-Anwalt David Finn in einem Firmenblog mitteilte, hat man im letzten Jahr Zehntausende Beschwerden von Kunden erhalten, weil sie von Drittanbietern Software verkauft bekamen, die sich später als Fälschung herausstellte. Microsoft überlässt deshalb den Kampf gegen Softwarepiraterie nicht nur den Behörden.
Mit Hilfe der neun regionalen Kriminallabore, die mit forensischen Experten besetzt sind, werden deshalb rund eine halbe Million Beweisstücke pro Jahr untersucht. Diese wurden zuvor größtenteils von Kunden bereit gestellt, die Hinweise auf Piraterie geben, formelle Beschwerden einreichen oder ihre Produkte freiwillig registrieren lassen wollen.
Die Microsoft-Mitarbeiter in den Laboren verwenden laut Finn diverse innovative Techniken und forensische Technologien, um anhand von den ihnen vorliegenden Beweisen Softwarefälschern auf die Schliche zu kommen. Unter anderem kann man anhand der "Fingerabdrücke" optischer Medien nachvollziehen, woher bestimmte Datenträger stammen.
Die gesammelten Informationen werden später an die Behörden in aller Welt weitergegeben, damit diese die oft hochkriminellen "Fälscher-Syndikate" dingfest machen können. Als Beispiel dafür nannte Finn die Zerschlagung des bisher größten Fälscherrings, der von Südchina aus Software im Wert von mehr als zwei Milliarden US-Dollar nachgeahmt und professional vertrieben hatte.
Microsofts weltweites Anti-Piraterie-Team habe über mehrere Jahre eng mit den Behörden in China und den USA zusammen gearbeitet, um den Drahtziehern auf die Schliche zu kommen. Dabei profitierte man von über 1000 Hinweisen von Kunden, die aus aller Welt eingesendet wurden. Letztlich wurden 11 Mitglieder der Fälschergruppe verhaftet und zu sechs Monaten bis mehr als sechs Jahren Haft verurteilt.
In Paris zeigt Microsoft ab heute einen Teil seiner Forensik-Technologien in einem Museum für Wissenschaft und Industrie.
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