Drogenbeauftragte: Internetsucht immer häufiger

Forschung & Wissenschaft Das Problem der Online-Sucht wird immer größer. Dies sagte die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Sabine Bätzing (SPD), in einem Interview gegenüber der 'Mitteldeutschen Zeitung'. Etwa drei Prozent der Internet-Nutzer seien online-abhängig, so Bätzing. "Wir sprechen von Online-Abhängigkeit, wenn man mehr als zehn Stunden am Tag im Internet surft - und zwar nicht beruflich, sondern ausschließlich in seiner Freizeit", erklärte sie.

Betroffen seien hauptsächlich junge Männer im Alter von 15 bis 20. Die Ursachen: "Manche möchten die reale Welt vergessen. Andere sind einsam", so Bätzing weiter. Aber auch mangelnde Medienkompetenz oder psychische Störungen wie das ADHS- oder das Borderline-Syndrom können zur Online-Sucht führen.

Suchtverhalten sei allerdings nicht einfach zu diagnostizieren, wenn ein Nutzer häufig online ist. Die Symptome gehen viel weiter: "Wenn Sie Süchtigen verweigern, ins Internet zu gehen, ändert sich ihr Verhalten. Sie werden nervös und aggressiv", sagte Bätzing.

Zur Prävention müsse vor allem die Medienkompetenz bei den Kindern gefördert werden. Ist jemand betroffen, helfen Therapien, die denen von Drogensüchtigen ähneln. Führen allerdings andere Störungen zur Online-Sucht, müsse man bei diesen Ansetzen. "Die Onlinesucht geht dann mit weg", so die Drogenbeauftragte.
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