Provider: "Filmbranche selbst an Piraterie schuld"
iiNet wurde von den Rechteinhabern wegen der Beihilfe zu Urheberrechtsverletzungen verklagt, weil der Provider den Austausch von Filmen über Filsharing-Plattformen durch seine Nutzer nicht unterbindet. Das Vorgehen gegen das Unternehmen sei völlig sinnlos und helfe den Studios überhaupt nicht, heißt es in einer Stellungnahme der Western Australian Internet Association (WAIA).
"Die Filmindustrie schafft die Ursache für illegale Downloads im Wesentlichen selbst", so die WAIA. Sie weigere sich, das Internet als neues Medium für die Distribution und Vermarktung ihrer Inhalte zu nutzen und treibe die Anwender so dazu, dies in die eigenen Hände zu nehmen.
"Wenn Pink ein neues Album veröffentlicht, können wir es am selben Tag bei iTunes oder Bigpond kaufen. Warum können wir den neuen James Bond-Film hingegen ausschließlich im Kino ansehen?", heißt es in der Stellungnahme. "Die einfache Antwort ist: Die Filmindustrie lehnt es ab, das Internet anzunehmen."
Selbst wenn Filme bereits in den Videotheken zu haben sind, könnten Nutzer in Australien nicht online auf sie zugreifen. Ebenso sehe es beim Fernsehen aus. In den USA sei es längst möglich, Serien-Episoden direkt nach der Erstausstrahlung im Internet zu kaufen. "Solch eine Möglichkeit gibt es in Australien nicht, weil die Filmbranche sich weigert, dies zu erlauben", erklärte die WAIA.
Unter diesen Voraussetzungen sei es nicht möglich, illegale Angebote im Internet einzudämmen. Insbesondere der neue Vorstoß der Filmbranche gegen die Provider schade lediglich den Internetanbietern. Verlangt wurde, dass Nutzern die Netz- und Telefonverbindung gekappt wird, wenn darüber Urheberrechtsverletzungen begangen werden.
"Der Nutzer kann leicht zum nächsten Provider wechseln", hieß es. Der Schaden bleibe so am jeweiligen Provider hängen. Eine generelle Sperrung eines Anschlusses würde hingegen zwar auch dem vermeintlichen Täter Schaden, aber beispielsweise auch unbeteiligten Familienmitgliedern, die den Anschluss ebenfalls nutzen.
Generell lehne man es außerdem ab, so die WAIA, einfach im Auftrag der Filmindustrie als Richter und Vollstrecker tätig zu werden, während die Rechteinhaber den Aufwand einer juristischen Verfolgung vermeiden. Die Logik der Filmbranche stelle die Realität vollkommen auf den Kopf, hieß es.
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Christian Kahle
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