Bäume als lebende Batterien für große Sensor-Netze
Derzeit nutzt die nationale Forstverwaltung ein Netz von Messstationen, die in den Wäldern installiert sind. Diese senden ihre Daten per Funkt weiter und ermöglichen beispielsweise eine rechtzeitige Erkennung von Waldbränden. Allerdings muss zur Installation jeweils ein Stück Wald gerodet werden, damit genug Sonnenlicht an die Kollektoren der Messstationen herankommt. Ein sehr dichtes Netz lässt sich so nicht installieren.
Eine neue Technologie vom MIT könnte nun für Abhilfe sorgen. Dabei kommen äußerst stromsparend konstruierte Sensoren zum Einsatz. Diese können mit der Energie betrieben werden, die aus dem geringen Spannungsunterschied zwischen einem Baum und dem Waldboden entsteht.
"Mit der Installation von nur vier solcher Sensoren pro Hektar können wir deutlich bessere Daten zur Vorbeugung von Bränden, für Feueralarme und zur Analyse des Mikroklimas liefern, als es derzeit in irgendeinem Wald möglich ist", sagte MIT-Professor Andreas Mershin.
Auch für andere Aufgaben ließen sich Netzwerke aus solchen Sensoren einsetzen, wie beispielsweise die langfristige Erforschung der Entwicklung großer Waldflächen, wie sie im Grenzgebiet zwischen den USA und Kanada zu finden sind.
Die Gewinnung von Strom aus Bäumen funktioniert dabei ähnlich wie bei Batterien. Im Inneren der Pflanzen ist ein anderer pH-Wert vorzufinden als im Boden. Aus diesem Gefälle resultiert auch ein Spannungsunterschied. Dieser ist den Angaben zufolge einfacher nutzbar als Solarenergie und steht unabhängig von Tages- und Jahreszeit immer zur Verfügung.
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Christian Kahle
Redakteur bei WinFuture
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