Korruptions-Skandal: Anklage gegen Samsung-Chef
Nach Abschluss einer über mehrere Monate andauernden Untersuchung durch eigens eingesetzte Sonderermittler kommt Lee allerdings glimpflich davon. Eine Anzeige wegen Korruption gibt es nicht. Hintergrund des Verfahrens ist ein Schmiergeldskandal, der Südkorea im letzten Jahr erschütterte.
Kim Yong-chul, der frühere Leiter der Samsung-Rechtsabteilung hatte schwere Vorwürfe gegen die Konzernführung in Feld geführt: Laut seiner Aussage unterhalte der Konzern tausende schwarzer Kassen, aus denen Politiker, Beamte und Staatsanwälte bestochen werden.
Lee verfüge nach Angaben der Ermittler über einen geheimen Fond für Aktiengeschäfte. Dessen Finanzvolumen wird auf bis zu 200 Millionen Dollar geschätzt, die an der Steuer vorbeigeschleust worden sein sollen. Er habe außerdem Treuepflichten verletzt, indem Management-Befugnisse illegal an seinen Sohn weitergegeben wurden. Es lägen jedoch keine ausreichenden Beweise für eine Klage wegen Korruption vor, hieß es.
Lee droht eine Haftstrafe zwischen fünf Jahren und lebenslänglich. In Branchenkreisen geht man aber von einem milden Urteil aus. Richter hielten sich bei Urteilen gegen Top-Manager wichtiger Konzerne häufig zurück, um die Wettbewerbsfähigkeit der südkoreanischen Wirtschaft nicht zu stark zu beeinträchtigen. Aus gleichem Grund wurde auch von einer Untersuchungshaft abgesehen.
Neben dem Aufsichtsratschef müssen sich weitere neun Manager vor Gericht verantworten.
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