Ein Lichttag entfernt: Voyager 1 soll neue Rekordmarke überschreiten
Die Raumsonde Voyager 1 soll am 18. November exakt einen Lichttag von unserem Planeten entfernt sein. Ein simpler Befehl benötigt dann 24 Stunden bis zur Ankunft. Wie lange hält die schwindende Energiequelle der fast 50 Jahre alten Technik noch durch?
Bis eine Antwort auf der Erde eintrifft, vergeht ein weiterer Tag. Ein einfacher Datenaustausch dauert somit insgesamt 48 Stunden. Nach Angaben der US-Raumfahrtbehörde NASA steht die fast 50 Jahre alte Sonde inzwischen vor technischen Herausforderungen.
In den vergangenen Jahren wurden deshalb schrittweise Systeme abgeschaltet. Von ursprünglich zehn wissenschaftlichen Instrumenten sind nur noch das Magnetometer und das Plasmawelleninstrument aktiv.
Im September 2026 ersetzten die Ingenieure zudem bei einem komplexen Manöver drei Geräte gleichzeitig durch sparsamere Alternativen. Dabei mussten sie den Energieverbrauch senken, ohne die Wärmeverteilung an Bord zu stören.
Auch nach einem endgültigen Abbruch des Funkkontakts fliegt Voyager 1 weiter. An Bord befindet sich die Golden Record, eine vergoldete Datenplatte mit Bildern, Musik und Grüßen von der Erde. In etwa 40.000 Jahren dürfte die Sonde den Stern Gliese 445 passieren, der gut 17 Lichtjahre von unserem Sonnensystem entfernt ist.
Was denkt ihr über die Langlebigkeit der Technik aus den 1970er-Jahren und diesen Entfernungsrekord? Teilt eure Gedanken und diskutiert mit uns in den Kommentaren!
Siehe auch:
- Die Sonde Voyager 1 erreicht eine Distanz von einem Lichttag zur Erde
- Funksignale für einen doppelten Datenaustausch brauchen ganze 48 Stunden
- Wegen sinkender Energieversorgung wurden etliche Instrumente abgeschaltet
- Nur das Magnetometer sowie das Plasmawelleninstrument sind noch aktiv
- Mitte Oktober 2026 führten Ausfälle von Steuerdüsen zu Funkproblemen
- Die Mission könnte mit etwas Glück noch bis in die 2030er-Jahre andauern
Ein Lichttag von der Erde
Diese Distanz von rund 25,9 Milliarden Kilometern erreicht sie voraussichtlich gegen 11.16 Uhr mitteleuropäischer Zeit. Die Sonde bewegt sich mit rund 61.000 Kilometern pro Stunde. Funksignale benötigen dann 24 Stunden, um die Sonde zu erreichen.Bis eine Antwort auf der Erde eintrifft, vergeht ein weiterer Tag. Ein einfacher Datenaustausch dauert somit insgesamt 48 Stunden. Nach Angaben der US-Raumfahrtbehörde NASA steht die fast 50 Jahre alte Sonde inzwischen vor technischen Herausforderungen.
Energie wird zunehmend knapp
Radioisotopengeneratoren wandeln Wärme aus dem Zerfall von Plutonium-238 in Strom um. Da ihre Leistung jährlich um etwa vier Watt sinkt, muss der Energieverbrauch begrenzt werden.In den vergangenen Jahren wurden deshalb schrittweise Systeme abgeschaltet. Von ursprünglich zehn wissenschaftlichen Instrumenten sind nur noch das Magnetometer und das Plasmawelleninstrument aktiv.
Im September 2026 ersetzten die Ingenieure zudem bei einem komplexen Manöver drei Geräte gleichzeitig durch sparsamere Alternativen. Dabei mussten sie den Energieverbrauch senken, ohne die Wärmeverteilung an Bord zu stören.
Die Energie ist ein Problem
Dennoch kommt es zu Zwischenfällen. Mitte Oktober blieb Voyager 1 bei zwei geplanten Kontaktversuchen stumm. Erst nach 48 Stunden empfing die NASA wieder ein Signal. Eine Gruppe von Steuerdüsen war ausgefallen, Ersatzdüsen übernahmen. Ob dieser Wechsel den Funkkontakt unterbrach, wird noch untersucht. Ohne weitere kritische Fehler könnte die Energie für mindestens ein Instrument bis in die 2030er-Jahre reichen.Timeline der Voyager-Mission
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1977
20. August / 5. SeptemberStarts von Voyager 2 und Voyager 1 im Abstand von 16 Tagen. Primäres Ziel: Untersuchung der äußeren Planeten des Sonnensystems.
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1979
Voyager 1 fliegt an Jupiter vorbei und liefert erste Nahaufnahmen seiner Sturmsysteme und Monde (u. a. Vulkanausbrüche auf Io). Voyager 2 folgt vier Monate später.
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1980
Voyager 1 passiert Saturn und enthüllt Details der Ringe und des Titans. Voyager 2 nutzt Saturns Gravitation, um Kurs auf Uranus und Neptun zu nehmen.
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1986
Voyager 2 erreicht als erste Sonde Uranus und entdeckt neue Ringe und Monde.
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1989
Voyager 2 erreicht Neptun und liefert erste Nahaufnahmen des blauen Gasriesen.
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1990
14. FebruarVoyager 1 nimmt das ikonische "Pale Blue Dot"-Foto der Erde aus 6 Mrd. km Entfernung auf. Kameras werden danach deaktiviert, um Energie zu sparen.
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2012
Voyager 1 durchquert als erstes Objekt die Heliopause und tritt in den interstellaren Raum ein.
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2018
Voyager 2 folgt in den interstellaren Raum und bestätigt die Daten von Voyager 1.
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2023
Voyager 2 verliert kurzzeitig Kontakt zur Erde, wird aber repariert.
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2024
Abschaltung weiterer Instrumente (u. a. Cosmic Ray Subsystem) zur Energieersparnis.
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2025
Geplante Deaktivierung der Partikel-Detektoren auf beiden Sonden.
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2026
Nur Magnetometer und Plasmawelleninstrumente bleiben aktiv.
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2030
Voraussichtliches Missionsende, wenn die Radioisotopengeneratoren nicht mehr genug Strom für Systeme liefern.
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40.000
~40.000 n. Chr.Voyager 1 passiert den Stern Gliese 445 in 1,6 Lichtjahren Entfernung - sofern keine Objekte die Sonde zerstören.
Botschaft für die Ewigkeit
Voyager 1 startete im September 1977 und lieferte in den Folgejahren detaillierte Aufnahmen von Jupiter und Saturn. Im August 2012 verließ sie als erste Raumsonde die Heliosphäre und erreichte den interstellaren Raum. Die Schwestersonde Voyager 2 soll voraussichtlich im November 2035 einen Lichttag von der Erde entfernt sein.Auch nach einem endgültigen Abbruch des Funkkontakts fliegt Voyager 1 weiter. An Bord befindet sich die Golden Record, eine vergoldete Datenplatte mit Bildern, Musik und Grüßen von der Erde. In etwa 40.000 Jahren dürfte die Sonde den Stern Gliese 445 passieren, der gut 17 Lichtjahre von unserem Sonnensystem entfernt ist.
Was denkt ihr über die Langlebigkeit der Technik aus den 1970er-Jahren und diesen Entfernungsrekord? Teilt eure Gedanken und diskutiert mit uns in den Kommentaren!
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Nadine DresslerRedakteurin für Windows & Netzwerke
Seit 2001 im Journalismus, klassisch ausgebildet, Autorin eines Windows-Buches. Ihre Themen reichen von Insider-Builds über die FritzBox bis zu DSL und Starlink.
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