Absturz in wenigen Jahren:
Die NASA will das Hubble-Teleskop retten

Die NASA sucht nach Möglichkeiten, das Weltraumteleskop Hubble vor seinem Absturz zu bewahren. Dieser wird in einigen Jahren unweigerlich eintreten, wenn das inzwischen recht betagte System nicht gerettet wird.
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Hubble
  • Die NASA sucht Konzepte privater Firmen zur Rettung des Hubble-Teleskops
  • Ohne rettende Maßnahmen droht dem Weltraumteleskop ab 2033 das Verglühen
  • Unternehmen können bis zum 30. November verschiedene Pläne einreichen
  • Mögliche Optionen sind ein Anheben der Bahn, eine Wartung oder ein Absturz
  • Finanzielle Mittel oder feste Aufträge stellt die Behörde vorerst nicht bereit
  • Aufgrund der Atmosphäre verliert das Observatorium beständig an Flughöhe
  • Ein spezieller Andockmechanismus aus dem Jahr 2009 könnte Missionen helfen

Vorschläge gesucht

Die US-Raumfahrtbehörde hat Unternehmen aus der Raumfahrtbranche aufgefordert, Konzepte für eine Anhebung der Umlaufbahn, eine Wartungsmission oder letztlich auch einen kontrollierten Absturz des seit 1990 betriebenen Observatoriums vorzulegen. Ohne Gegenmaßnahmen könnte Hubble bereits 2033 oder 2034 in die Erdatmosphäre eintreten und verglühen.

Interessierte Unternehmen haben nun bis zum 30. November Zeit, ihre Vorschläge einzureichen. Eine mögliche Mission zur Rettung Hubbles müsste spätestens 2032 stattfinden. NASA-Administrator Jared Isaacman erklärte, die Behörde wolle prüfen, ob sich die Lebensdauer bereits im Orbit befindlicher Anlagen auf innovative und kostengünstige Weise verlängern lasse.


Die NASA nennt drei grundsätzliche Optionen: Ein Unternehmen könnte Hubble auf eine höhere Umlaufbahn bringen, das Teleskop im All warten und verbessern oder es kontrolliert zum Absturz bringen. Für eine Anhebung müsste die neue Umlaufbahn mindestens 600 Kilometer hoch liegen. Dabei dürften weder die empfindlichen Instrumente noch die Struktur des Teleskops beschädigt werden.

Die Unternehmen müssten die erforderliche Rakete, ein Serviceraumschiff sowie die Missionssteuerung bereitstellen. Auch eine Besatzung könnte Teil des Angebots sein. Allerdings stellt die NASA ausdrücklich weder eine Beauftragung noch finanzielle Mittel für eine solche Mission in Aussicht.

Hubble befindet sich derzeit in rund 470 Kilometern Höhe. Zuletzt hatten Astronauten das Teleskop 2002 während einer Shuttle-Mission auf eine höhere Umlaufbahn gebracht. Aufgrund letzter Reste der Atmosphäre werden Objekte in dieser Höhe allerdings kontinuierlich leicht abgebremst und sinken mit der Zeit langsam immer weiter in Richtung Erde ab. Die NASA beziffert das Risiko eines Wiedereintritts bis September 2032 auf zehn Prozent. Bis Dezember 2033 soll es bereits bei 50 Prozent liegen.

Idee steht schon lange im Raum

Bereits 2022 hatte Isaacman, damals noch als privater Raumfahrer, angeboten, einen Großteil einer bemannten Hubble-Mission mit einer SpaceX-Dragon-Kapsel zu finanzieren. Die NASA sammelte seinerzeit ebenfalls Vorschläge aus der Industrie und erhielt acht Antworten. Zwei Jahre später entschied sie sich jedoch gegen eine Anhebung der Umlaufbahn.

Eine erneute bemannte Mission erscheint inzwischen schwieriger: SpaceX plant, die Crew Dragon bis 2030 außer Dienst zu stellen. Isaacman erwartet deshalb vor allem Interesse von Robotikunternehmen. Wie dringend solche Lösungen werden könnten, zeigt das kleinere NASA-Teleskop Swift. Dessen wissenschaftlicher Betrieb endete am 20. Oktober. Ein Versuch, es mithilfe eines Roboters der Raumfahrtfirma Katalyst Space einzufangen und anzuheben, scheiterte.

Hubble besitzt dagegen einen Vorteil: Bei der letzten Shuttle-Mission 2009 wurde ein spezieller Andockmechanismus installiert. Astronomen rechnen zudem damit, dass ein vergleichbares Teleskop für sichtbares und ultraviolettes Licht erst mit dem Habitable Worlds Observatory in den 2040er-Jahren verfügbar sein wird.

Siehe auch:
Christian Kahle

Redakteur für Forschung, Energie und Raumfahrt

Begleitet die IT-Branche seit dem Dotcom-Boom, Informatik studierte er in Berlin. Sein Spektrum reicht von Quantencomputern über Solarstrom bis zur Raumfahrt.

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