Geldregen durch Datensteuer in Frankreich:
5,5 Cent/GB Abgabe geplant

Frankreich debattiert über eine neue Steuer für Tech-Giganten, die 5,5 Cent pro übertragenem Gigabyte verlangt. Welche Konsequenzen drohen den Endverbrauchern, wenn Plattformen wie Netflix oder Steam diese Millionenkosten weitergeben?
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WinFuture/Symbolbild
  • Frankreich plant eine Abgabe von 5,5 Cent pro übertragenem Gigabyte Daten
  • Die Nationalversammlung stimmte knapp für den neuen Änderungsantrag
  • Provider sollen die Datenmengen quartalsweise erfassen und melden
  • Sozialisten erwarten Einnahmen in Höhe von etwa zehn Milliarden Euro
  • Begrenzungen beim Umsatz sollen Streaming- und Gaming-Dienste schützen
  • Kritiker befürchten höhere Verbraucherpreise und Messschwierigkeiten
  • Die Zustimmung des konservativen Senats gilt derzeit als unwahrscheinlich

Frankreich plant Gigabyte-Steuer

Die französische Nationalversammlung hat am Freitag in erster Lesung einen Änderungsantrag zum Haushalt 2027 angenommen, der eine Steuer auf den Internet-Datenverkehr vorsieht. Anbieter von Inhalten und Diensten wie Google, Meta oder Netflix sollen für jedes an französische Nutzer übertragene Gigabyte 5,5 Cent zahlen.

Internetanbieter sollen die übertragenen Datenmengen erfassen und die Absender identifizieren. Die Angaben sollen quartalsweise anonymisiert und zusammengefasst an die Steuerverwaltung gehen. Die Telekom-Regulierungsbehörde Arcep soll das Verfahren beaufsichtigen.

Zum Schutz der Privatsphäre soll ausschließlich die Datenmenge erfasst werden, nicht der Inhalt. Wie Marc Rees auf X schreibt, rechnen die Abgeordneten der Parti Socialiste mit Einnahmen von zehn Milliarden Euro. Die Steuer soll auf höchstens 15 Prozent des von den Unternehmen in Frankreich erzielten Umsatzes oder zwei Prozent des weltweiten Umsatzes begrenzt werden.

Milliardenkosten für Plattformen

Die Obergrenze soll Branchen wie Video-on-Demand und Gaming schützen. Für datenintensive Dienste könnten dennoch hohe Kosten entstehen.

Die Übertragung eines 200 Gigabyte großen Videospiels würde rechnerisch elf Euro Steuern verursachen. Für den Datenverkehr der Plattform Steam könnten jährlich etwa 180 Millionen Euro anfallen. Der gemeinnützige Verein hinter dem Mediaplayer VLC rechnet mit Kosten von mehr als einer Million Euro im Jahr. Infografik Streaming in Deutschland: Kostenloses Angebot mit Werbung führtStreaming in Deutschland: Kostenloses Angebot mit Werbung führt Zu den Initiatoren gehört der frühere Staatspräsident François Hollande. Die Befürworter argumentieren, globale Digitalkonzerne nutzten die lokale Infrastruktur, versteuerten ihre Gewinne aber häufig im Ausland. An französische Haushalte übertragene Datenmengen ließen sich dagegen nicht verlagern. Zudem erhoffen sie sich einen Umweltvorteil durch finanzielle Anreize für eine bessere Datenkomprimierung.

Zukunft des Gesetzes offen

Kritiker warnen vor Belastungen für Verbraucher und erwarten höhere Abopreise oder eine schlechtere Streaming-Qualität. Ob die Steuer in Kraft tritt, ist aber noch offen. Der Antrag muss als Nächstes den Senat passieren.

Was haltet ihr von einer Steuer auf den Datenverkehr großer Tech-Konzerne? Würden die Kosten am Ende bei den Nutzern landen? Diskutiert in den Kommentaren!

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Nadine Dressler

Redakteurin für Windows & Netzwerke

Seit 2001 im Journalismus, klassisch ausgebildet, Autorin eines Windows-Buches. Ihre Themen reichen von Insider-Builds über die FritzBox bis zu DSL und Starlink.

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