Beute aus Plünderungen in Frankreich flutet Second-Hand-Seiten

Während der sozialen Unruhen in Frankreich ist es auch zu Plünderungen von Geschäften gekommen. Die Beute taucht nun zumindest in Teilen auf Online-Marktplätzen wie Vinted auf, deren Betreiber versuchen, entsprechende Angebote wieder zu sperren.
Frankreich, Plünderungen, Vinted
WinFuture.de / KI-generiert
  • Auf Vinted tauchten viele verdächtige Angebote nach Plünderungen auf
  • Auslöser waren eskalierte Proteste gegen hohe Lebenshaltungskosten
  • Betroffen von den Raubzügen waren unter anderem bekannte Luxusmarken
  • Die Plattform sperrt betroffene Konten und entfernt illegale Inserate
  • Frankreichs Regierung führt Gespräche mit diversen E-Commerce-Firmen
  • Vinted kooperiert direkt mit französischen Strafverfolgungsbehörden

Vinted sperrt Anbieter

Nach den gewaltsamen Ausschreitungen am Wochenende tauchten auf der Secondhand-Plattform vermehrt verdächtige Inserate auf, berichtete die Nachrichtenagentur Bloomberg. Das Unternehmen hat nach eigenen Angaben die Überwachung solcher Angebote verstärkt und bereits Maßnahmen ergriffen, um mutmaßlich gestohlene Waren zu entfernen.

"Wir haben umgehend Maßnahmen ergriffen, um Inserate zu identifizieren und zu entfernen, die mit den Plünderungen in Verbindung stehen", erklärte ein Sprecher Vinteds. Bei Verstößen gegen die Nutzungsbedingungen gehe der Anbieter gegen die betroffenen Konten vor. Dies könne bis zur dauerhaften Sperrung reichen.


Die Unruhen waren am Wochenende eskaliert, nachdem Proteste gegen die hohen Lebenshaltungskosten in Frankreich in Gewalt umgeschlagen waren. Dabei wurden Geschäfte geplündert. In sozialen Netzwerken verbreitete Videos zeigten offenbar, wie Luxusgeschäfte von Louis Vuitton, Burberry und Celine ausgeraubt wurden. Auch die Kosmetikkette Sephora bestätigte, dass Demonstranten in mehrere ihrer Filialen eingebrochen seien.

Regierung wird aktiv

Die französische Regierung reagiert auf die Plünderungen mit verschärften Sicherheitsmaßnahmen und Unterstützung für betroffene Unternehmen. Zugleich rücken Online-Plattformen in den Fokus, auf denen gestohlene Waren möglicherweise weiterverkauft werden. Anne Le Hénanff, Frankreichs Ministerin für KI und digitale Angelegenheiten, erklärte, dass Regierungsvertreter Gespräche mit E-Commerce-Unternehmen über den Umgang mit entsprechenden Angeboten führten. "Gestohlene Waren vom vergangenen Wochenende werden auf bestimmten Plattformen zum Verkauf angeboten", so die Ministerin. Solches Verhalten werde nicht ohne Konsequenzen bleiben.

Vinted untersagt den Verkauf gestohlener Waren ausdrücklich. Um verdächtige Angebote aufzuspüren, setzt das Unternehmen nach eigenen Angaben auf verschiedene Verfahren. Dazu gehören Hinweise von Händlern und Privatpersonen, die an das Moderationsteam weitergeleitet und dort untersucht werden. Darüber hinaus arbeite Vinted aktiv mit Strafverfolgungsbehörden und französischen Regierungsstellen zusammen.

Siehe auch:
Christian Kahle

Redakteur für Forschung, Energie und Raumfahrt

Begleitet die IT-Branche seit dem Dotcom-Boom, Informatik studierte er in Berlin. Sein Spektrum reicht von Quantencomputern über Solarstrom bis zur Raumfahrt.

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