Formel-1-Technik auf See: Ferrari baut "fliegendes" Rekordschiff

Ferrari überträgt seine Expertise aus dem Motorsport auf das Wasser. Die 30 Meter lange Ferrari Hypersail soll künftig Tragflügel nutzen, um über das Meer zu "fliegen" und Rekorde zu brechen. Jetzt wurde der Rumpf fertiggestellt.
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Ferrari
  • Das Segelboot Ferrari Hypersail soll im Frühjahr 2027 vom Stapel laufen
  • Der rund 30 Meter lange Rumpf des Schiffes wurde nun fertiggestellt
  • Ein elektronisches System regelt die Tragflügel anhand von Sensordaten
  • Hochwertige Carbon- und Titanverbunde verhindern Verformungen unter Last
  • Das Boot visiert eine Spitzengeschwindigkeit von etwa 92 km/h auf See an
  • Solarmodule und kleine Windturbinen speisen zwei 800-Volt-Batterien an Bord
  • Ferrari peilt mit dem Projekt den Sieg bei der Jules Verne Trophy an

Formel-1-Technik für die Ozeane

Ferrari ist für Superlative bekannt. Erst kürzlich hatte das Unternehmen mit dem Luce seinen ersten reinen Elektro-Sportler vorgestellt. Zwar gab es viel Spott, doch das Auto verkaufte sich trotzdem. Doch nicht nur Autos werden in Maranello entworfen. Schon seit Jahren baut Ferrari neben seinen Sportwagen auch ein ganz besonderes "fliegendes" Boot.

Das Tragflügel-Segelboot namens Ferrari Hypersail soll nächstes Jahr neue Rekorde aufstellen. Im Frühjahr 2027 soll das grau-gelb lackierte Schiff vom Stapel laufen. Der Rumpf für den rund 30 Meter langen Einrümpfer wurde dazu nun in Marina di Pisa fertiggestellt.

Ferrari Hypersail: Ferrari zeigt sein "fliegendes" Hydrofoil-Segelboot

Das Hochseeprojekt überträgt das Wissen aus der Motorsportentwicklung auf das Meer. Ein elektronisches Steuersystem namens Flight Control übernimmt die dynamische Trimmung. Sensoren erfassen dafür kontinuierlich Parameter wie Wind, Wellen und den Neigungswinkel. Ein Bordrechner wertet diese Daten aus und passt die Steuerung der Unterwasser-Tragflügel automatisch an, damit sich der Rumpf aus dem Wasser heben kann.

Materialien aus dem Sportwagenbau

Die Struktur besteht aus vielen Lagen Kohlefaser, um das Gewicht niedrig zu halten. Wie Ferrari jetzt mitteilt, kommt an stark belasteten Stellen wie den Auslegern ein Verbund aus Carbon und Titan zum Einsatz. Diese Materialmischung soll eine Verformung der Teile unter Last verhindern. Das soll der Elektronik künftig präzise Steuermanöver auf offener See ermöglichen. Ferrari HypersailDer fertige Rumpf der Ferrari Hypersail
Ferrari HypersailFerrari HypersailFerrari HypersailFerrari Hypersail

Das Unterwasserkonzept stützt sich auf drei Hauptkomponenten. Seitliche Tragflügel an Auslegern erzeugen den nötigen Auftrieb, während der Kiel über einen Flügel mit beweglicher Klappe verfügt. Ergänzt wird das System durch ein Ruder, das ebenfalls kleine Klappen für Mikroanpassungen besitzt. Die anvisierte Höchstgeschwindigkeit liegt bei 50 Knoten, umgerechnet etwa 92 Kilometer pro Stunde. Der Mast des Boots ist 35,5 Meter hoch.

Für den Betrieb der Bordelektronik setzt das Projekt auf Autarkie. Rund 100 Quadratmeter begehbare Solarmodule und Windturbinen laden zwei 800-Volt-Batterien auf. Ein elektronisches Winch-by-Wire-System soll der Crew zudem die Arbeit an den Winschen erleichtern. Insgesamt hat das Programm mehr als 20 Patente hervorgebracht.

Jagd nach Weltrekorden auf See

Das Team unter der Leitung des Schiffsbauingenieurs Enrico Voltolini wird in Livorno bald mit Schlepptests beginnen. Ziel ist es, historische Bestmarken zu knacken. Dazu zählt der Versuch, die Jules Verne Trophy für die schnellste Nonstop-Weltumsegelung zu gewinnen. Aktuell liegt der Rekord für die Strecke, deren theoretisch kürzeste Route 21.600 Seemeilen misst, bei etwas mehr als 40 Tagen.

Was haltet ihr von Ferraris Vorstoß in den Segelsport? Glaubt ihr, das Konzept der "fliegenden" Rennyacht wird in der Praxis aufgehen? Teilt eure Gedanken gerne mit uns in den Kommentaren.

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Felix Krauth

Redakteur für Windows & Hardware

War Game Designer, bevor er Journalist wurde, und testet Spiele bis heute selbst. Sein Spektrum reicht von der FritzBox über Windows 11 und Apple bis zu Gaming.

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