KI-Milliarden auf dem Prüfstand:
Investor warnt vor OpenAI & Anthropic
Scott Wilson, Investmentchef des Stiftungsvermögens der Washington University, hält die derzeitigen Bewertungen und Ausgaben der großen US-KI-Entwickler für nicht nachhaltig. Denn es droht Gefahr durch Konkurrenten.
Wilson ist mit konträren Wetten vertraut. Eine frühe Investition in SpaceX bescherte dem Stiftungsvermögen der Universität einen Gewinn in Milliardenhöhe. Bei OpenAI hatte er ebenfalls die Gelegenheit, früh einzusteigen, verzichtete jedoch. Schon damals bezweifelte er, dass das Unternehmen langfristig profitabel arbeiten könne. Inzwischen sei seine Skepsis noch größer geworden, hieß es.
"Diese Frontier-Unternehmen mit Bewertungen von mehr als einer Billion Dollar sind die Verbindlichkeiten, die sie eingegangen sind, nicht wert", sagte Wilson bei einer Veranstaltung mit Investoren, Risikokapitalgebern und Technologiegründern in Fort Worth. Seiner Ansicht nach werde es eine große Zahl kostenloser oder deutlich günstigerer Alternativen geben.
Besonders die Entwicklung chinesischer KI-Modelle bereitet ihm Sorgen. Anbieter wie DeepSeek, Alibaba mit Qwen, Zhipu AI und Tencent haben den Abstand zu westlichen Spitzenmodellen verkleinert und bieten ihre Systeme teilweise deutlich günstiger an. Wilson zufolge beobachten auch Unternehmen aus dem Portfolio der Washington University diese Entwicklung. Viele von ihnen würden zunehmend auf Open-Source- beziehungsweise Open-Weight-Modelle setzen.
Ein begrenzter Einblick in die Nutzung über die Plattform OpenRouter stützt zumindest einen Teil dieser Einschätzung: Dort entfielen zuletzt 25,3 Prozent der Anfragen an Textmodelle auf DeepSeek, während OpenAI auf 18,6 Prozent und Anthropic auf 2,9 Prozent kam.
Khosla verweist unter anderem auf OpenAIs Entwicklung eigener Hardware. Dadurch könne das Unternehmen seine Abhängigkeit von Nvidia und externen Cloud-Anbietern reduzieren. Ob dieser Infrastrukturvorteil tatsächlich groß genug ist, um günstigere offene Modelle auf Abstand zu halten, bleibt eine zentrale Frage im aktuellen KI-Wettlauf.
Siehe auch:
Chinas Billig-Modelle im Kommen
Unternehmen wie OpenAI und Anthropic würden enorme Summen in Rechenzentren, Chips und andere Infrastruktur investieren, während günstigere Modelle aus China bei der Leistungsfähigkeit aufholen. Dies erklärte er laut eines Berichts des US-Magazins Business Insider. Seine Einschätzung steht damit im deutlichen Gegensatz zu prominenten KI-Investoren wie Vinod Khosla.Wilson ist mit konträren Wetten vertraut. Eine frühe Investition in SpaceX bescherte dem Stiftungsvermögen der Universität einen Gewinn in Milliardenhöhe. Bei OpenAI hatte er ebenfalls die Gelegenheit, früh einzusteigen, verzichtete jedoch. Schon damals bezweifelte er, dass das Unternehmen langfristig profitabel arbeiten könne. Inzwischen sei seine Skepsis noch größer geworden, hieß es.
"Diese Frontier-Unternehmen mit Bewertungen von mehr als einer Billion Dollar sind die Verbindlichkeiten, die sie eingegangen sind, nicht wert", sagte Wilson bei einer Veranstaltung mit Investoren, Risikokapitalgebern und Technologiegründern in Fort Worth. Seiner Ansicht nach werde es eine große Zahl kostenloser oder deutlich günstigerer Alternativen geben.
Besonders die Entwicklung chinesischer KI-Modelle bereitet ihm Sorgen. Anbieter wie DeepSeek, Alibaba mit Qwen, Zhipu AI und Tencent haben den Abstand zu westlichen Spitzenmodellen verkleinert und bieten ihre Systeme teilweise deutlich günstiger an. Wilson zufolge beobachten auch Unternehmen aus dem Portfolio der Washington University diese Entwicklung. Viele von ihnen würden zunehmend auf Open-Source- beziehungsweise Open-Weight-Modelle setzen.
Ein begrenzter Einblick in die Nutzung über die Plattform OpenRouter stützt zumindest einen Teil dieser Einschätzung: Dort entfielen zuletzt 25,3 Prozent der Anfragen an Textmodelle auf DeepSeek, während OpenAI auf 18,6 Prozent und Anthropic auf 2,9 Prozent kam.
Es gibt Widerspruch
Vinod Khosla, früher Investor von OpenAI, widerspricht Wilson allerdings entschieden. Er sieht das Unternehmen weiterhin sehr positiv. Entscheidend sei nicht allein das KI-Modell, sondern die Kontrolle über die gesamte technische Infrastruktur. Geschlossene Anbieter könnten Chips, Rechenzentren, Software und Modelle aufeinander abstimmen und dadurch langfristig ihre Kosten senken.Khosla verweist unter anderem auf OpenAIs Entwicklung eigener Hardware. Dadurch könne das Unternehmen seine Abhängigkeit von Nvidia und externen Cloud-Anbietern reduzieren. Ob dieser Infrastrukturvorteil tatsächlich groß genug ist, um günstigere offene Modelle auf Abstand zu halten, bleibt eine zentrale Frage im aktuellen KI-Wettlauf.
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Christian KahleRedakteur für Forschung, Energie und Raumfahrt
Begleitet die IT-Branche seit dem Dotcom-Boom, Informatik studierte er in Berlin. Sein Spektrum reicht von Quantencomputern über Solarstrom bis zur Raumfahrt.
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