FritzOS 8.50: Die zweite FritzBox erhält das riesige Update - Das ist neu

Nach dem Startschuss im September erreicht das große System-Update auf FritzOS 8.50 jetzt das zweite FritzBox-Modell. Die Aktualisierung bringt zahlreiche Neuerungen in Bereichen wie Netzwerk, Smart Home und Telefonie mit.
  • Die FritzBox 5630 erhält das große Firmware-Update auf FritzOS 8.50
  • Datenströme von Spielen oder Videokonferenzen werden künftig priorisiert
  • Ein netzwerkweiter DNS-Filter blockiert Webseiten direkt auf dem Router
  • Der einfache Modus erleichtert älteren Personen die Nutzung von FritzFon
  • Notfallkontakte lassen sich per SOS-Ruf automatisch nacheinander anwählen
  • Smart-Home-Routinen unterstützen Wenn-Dann-Regeln mit mehreren Auslösern

FritzOS 8.50 für weiteren Router

Nachdem Fritz und Vodafone verkündet haben, dass in Zukunft auch Nutzer von Miet-Routern des Telekommunikationsanbieters experimentelle und manuelle Updates installieren dürfen, geht die Verteilung von FritzOS 8.50 weiter. So erhält mit der FritzBox 5630 jetzt ein weiterer Router des Berliner Herstellers die große Aktualisierung auf die neueste stabile Version der Firmware. Damit landen etliche Neuerungen, Verbesserungen und Fehlerbehebungen auf dem Gerät.

Priorisierung und DNS-Filter

Die Softwareaktualisierung bringt unter anderem eine automatische Erkennung und Priorisierung von Datenströmen mit sich. Der Router räumt damit in Zukunft typischen Anwendungen wie Videokonferenzen oder Spielen bei starker Auslastung eigenständig den nötigen Vorrang im Heimnetzwerk ein.


Zusätzlich integriert die neue Firmware einen netzwerkweiten DNS-Filter. Nutzer können über den Filter bestimmte Internetadressen direkt auf Router-Ebene für ausgewählte verbundene Endgeräte sperren. Durch die direkte Filterung auf der FritzBox entfällt die Notwendigkeit, auf jedem einzelnen Endgerät im Heim- oder Gastnetzwerk separate Einstellungen vorzunehmen.

Barrierefreiheit für Festnetztelefonie

Wie Fritz in den Patchnotes mitteilt, liegt ein weiterer Fokus auf der Barrierefreiheit bei der Festnetztelefonie. Über DECT angebundene FritzFon-Endgeräte erhalten die neue Funktion "Einfacher Modus". Das reduziert das Menü auf grundlegende Telefoniefunktionen und richtet sich primär an ältere oder weniger technikaffine Anwender.

Ein integrierter SOS-Ruf erlaubt zudem das Hinterlegen von bis zu vier Notfallkontakten, die im Ernstfall automatisch nacheinander angewählt werden. Bei der Eingabe von Telefonnummern erfolgt wahlweise zudem eine laute Ansage der getippten Ziffern.

Neue Funktionen im Smart Home

Im Bereich Smart Home unterstützt FritzOS 8.50 komplexere Wenn-Dann-Verknüpfungen mit mehreren Auslösern. In Verbindung mit der dazugehörigen Smartphone-App lassen sich zudem Zonen definieren. So startet eine Routine etwa erst, wenn der letzte Bewohner das Haus verlassen hat. Weiterhin schalten sich intelligente Steckdosen wie die FritzSmart Energy 200 und 210 bei einer zuvor festgelegten Überlastung nun nach einer bestimmten Zeitspanne automatisch ab.

FritzOS 8.50 (FritzBox 5630) - Komplette Patchnotes (ausklappen)
Neue Funktionen in FritzOS 8.50
  • Internet
  • Automatische Erkennung und Priorisierung von Videokonferenzen und ähnlich echtzeitrelevanter Kommunikation
  • DNS-Anfragen aus Heim- und Gastnetz können über angegebene Filterlisten gefiltert werden
  • Neuer Einrichtungsassistent für einen vereinfachten Wechsel von DSL auf Glasfaser bei demselben Anbieter
  • Unterstützung der Priorisierungseinstellungen jetzt auch in Richtung des Heimnetzes

  • DECT
  • Der neue "Einfache Modus" für das FritzFon fokussiert Menüs und Funktionen auf die Telefonie und vereinfacht die Bedienung erheblich. Die Anpassungen adressieren vor allem die Einschränkungen älterer Menschen (Barrierefreiheit) und legen ein besonderes Augenmerk auf die Bedürfnisse von weniger technikaffinen Nutzern
  • Einfacher Modus: Der SOS-Ruf ermöglicht das Hinterlegen von bis zu vier Notfallkontakten, die im Ernstfall automatisch nacheinander angerufen werden. Dauer und die Wiederholung der Anrufsequenz lassen sich individuell einstellen
  • Einfacher Modus: Zur einfacheren Bedienung für eingeschränkte Benutzer stehen u. a. folgende Funktionen zur Verfügung: Nach Aktivierung können die Softkeys als Schnellwahltasten genutzt werden, wobei jede Taste mit einer Rufnummer oder einer Funktion belegt werden kann
  • Einfacher Modus: Bei Ziffernwahl erfolgt eine laute Ansage der eingegebenen Wählziffer (abschaltbar)

  • Heimnetz
  • Der Smart Check zeigt in der MyFritzApp den aktuellen Zustand der FritzBox an und gibt Hinweise & Empfehlungen, ab iOS: MyFritzApp 2.16.0, Android: MyFritzApp 2.29.0.

  • Smart Home
  • Bei aktivierter Funktion "Abschalten bei Überlast" werden Steckdosen bei Überschreitung einer festgelegten Leistung nach einer festgelegten Dauer ausgeschaltet
  • Häufig genutzte Smart-Home-Abläufe wie "Haus verlassen", "Nach Hause kommen" oder "Urlaub" können mit wenigen Klicks automatisiert und unter anderem mit Zonen (Geofences), die zuvor in der FritzApp Smart Home eingerichtet wurden, ausgelöst werden
  • Smart-Home-Routinen unterstützen Wenn-Dann-Verknüpfungen mit mehreren Auslösern ? wie etwa auf dem Smartphone definierte Zonen. Dadurch startet eine Routine erst, wenn der letzte Bewohner mit seinem Smartphone das Haus verlassen hat


Weitere Verbesserungen im FritzOS 8.50
  • Internet
  • Verbesserung: Bei manueller Konfiguration von WireGuard-Verbindungen können jetzt auch VPN-Verbindungen für Benutzereinwahl angelegt werden
  • Verbesserung: Die MTU (Maximum Transmission Unit) kann für alle WireGuard-VPN-Verbindungen eingestellt werden
  • Verbesserung: Ereignismeldung der Kindersicherung zur Sperre von direkten IP-Aufrufen wurde um die Information zum anfragenden Gerät erweitert
  • Verbesserung: Erneuerung des Let's-Encrypt-Zertifikats für die MyFritzNet-Adresse erfolgt nach 2/3 der Gesamtlaufzeit des aktuellen Zertifikats, um Kompatibilität zu gewährleisten
  • Verbesserung: Für VPN-Verbindungen können weitere "entfernte Netzwerke" der Gegenstelle hinzugefügt werden
  • Verbesserung: Für die lokale Namensauflösung (per mDNS) werden unterstützt: fritzbox.local, gateway.local, box.local (nur FritzBox), repeater.local, fritzrepeater.local (nur Repeater/MeshSet) sowie allgemein router.local und gateway.local
  • Verbesserung: Im Online-Monitor werden für die Top-Verbraucher die Upstream- und die Downstream-Werte angezeigt
  • Verbesserung: In der Kindersicherung wird die Funktion zur Verlängerung der Onlinezeit um 45 Minuten jetzt auch bei gemeinsam genutzten Budgets unterstützt
  • Verbesserung: Nach Ausfall einer WireGuard-Verbindung werden dafür vorgesehene Daten nicht über die Internetverbindung gesendet (Kill-Switch)
  • Verbesserung: Optimierung der Kommunikation zwischen FritzBox und App verringert die Wahrscheinlichkeit von Nachrichtenverlusten
  • Verbesserung: Portfreigaben sind bei Firmenkopplungen auch für WireGuard-VPN-Verbindungen möglich
  • Verbesserung: WireGuard-VPN-Verbindungen können ohne MyFritzNet- oder DynDNS-Adresse angelegt werden
  • Behoben: Internetsperren der Kindersicherung funktionierten bei Nutzung einer VPN-Verbindung nicht mehr
  • Behoben: Internetzugriff (Fernzugriff) auf die FritzBox konnte nur eingerichtet werden, während die FritzBox mit dem Internet verbunden war
  • Änderung: Die Domain "fritz.box" wird standardmäßig nicht mehr als Domain-Name über DHCP verteilt; daher erfolgt bei DNS-Anfragen für Hostnamen keine automatische Erweiterung

  • Telefonie
  • Verbesserung: Sprachnachrichten können nach einer einstellbaren Wartezeit oder bei Überschreiten einer einstellbaren Anzahl automatisch gelöscht werden
  • Verbesserung: TCP-basierte Rufnummernregistrierung via Mobilfunk mit dem Anbieter Easybell stabilisiert

  • DECT
  • Verbesserung: Bessere Unterstützung für DECT-Telefone anderer Hersteller ohne CAT-iq-2.0-Unterstützung
  • Verbesserung: Rufnummern innerhalb eines Telefonbucheintrags können nun auch nachträglich im FritzFon sortiert werden
  • Verbesserung: Schnellere Audioverbindung von DECT-Telefonen mit der Einstellung "HD bevorzugt" zu anderen HD-Telefonen

  • Heimnetz
  • Verbesserung: Benutzerführung für das Ändern und die Verwaltung von IPv4-Adressen in den Netzwerkgeräte-Details erweitert
  • Änderung: Das DNS-Suffix "fritz.box" wird in den Voreinstellungen nicht mehr per DHCP an Heimnetzgeräte verteilt. Heimnetzgeräte wiederholen fehlgeschlagene Namensanfragen nicht mehr automatisch mit der Endung "fritz.box". Die vorherige Art der Verteilung kann unter "Heimnetz > Netzwerk > Netzwerkeinstellungen > Erweiterte Netzwerkeinstellungen > IPv4 > DHCP" aktiviert werden
  • Behoben: Darstellung von Sonderzeichen in Gerätenamen war teilweise nicht korrekt
  • Behoben: In den erweiterten Netzwerkeinstellungen wurden Einstellungen angeboten, die in der eingestellten Betriebsart nicht unterstützt werden

  • Smart Home
  • Behoben: Kopplung von Zigbee-Temperatursensoren und Heizkörperreglern ging verloren
  • Behoben: Aktuelle Zigbee-Farbeinstellungen wurden nach einem Neustart in der Benutzeroberfläche nicht dargestellt

  • Speicher/NAS
  • Verbesserung: Maximal zulässige Anzahl der Freigaben von 20 auf 250 erhöht
  • Verbesserung: Senderlisten für Internetradio für mehr Länder voreingestellt

  • System
  • Verbesserung: Beim Versand von Supportdaten an Fritz wird die Versand-ID bei aktiviertem Push Service per Mail an den Standard-Empfänger gesendet
  • Verbesserung: Detailkorrekturen in der Offlinehilfe und Übersetzungen
  • Verbesserung: Detailverbesserungen im Assistenten für das Übertragen der Einstellungen auf eine neue FritzBox
  • Verbesserung: Deutlichere Darstellung der Tarifinformation bei überschrittenem Datenvolumen oder Freistunden in der Mail des Push Services "FritzBox-Info"
  • Verbesserung: Die Liste der Heimnetzgeräte in der Info-Mail des Push Services ist nun nach Namen sortiert
  • Verbesserung: Nutzer können nun einzelne Geräte aus der Liste bekannter Geräte vor der Übertragung der Einstellungen auf eine neue FritzBox löschen und erhalten Hinweise zur Verwaltung nicht erreichbarer Geräte
  • Behoben: In der Info-Mail des Push Services wurde die FritzBox selbst als verbundenes Netzwerkgerät aufgelistet
  • Behoben: Bei abgeschalteten LEDs wurden keine Fehlerzustände mehr angezeigt

Update installieren

Wer in der Benutzeroberfläche des Routers automatische Updates aktiviert hat, bekommt die neue Software in den kommenden Tagen von ganz alleine auf seine FritzBox 5630. Alternativ lässt sich die Installation auch manuell über die Benutzeroberfläche des Routers unter "System" > "Update" und die Schaltfläche "Neues FritzOS suchen" anstoßen. Wer die Installationsdateien lieber manuell herunterlädt, findet sie wie immer auch direkt auf dem Download-Server von Fritz.

Habt ihr das neue Update auf eurem Router bereits installiert? Welche der neuen Funktionen findet ihr im Alltag am nützlichsten? Teilt eure Erfahrungen gerne mit uns in den Kommentaren!

Wie installiere ich das Update?
Ihr habt zwei Möglichkeiten: Wenn ihr die automatische Update-Funktion in eurer FritzBox aktiviert habt, wird die neue Software in den kommenden Tagen ohne eigenes Zutun aufgespielt.

Alternativ könnt ihr die Installation sofort manuell starten. Ruft dazu im Browser die Benutzeroberfläche unter fritz.box auf und sucht unter dem Menüpunkt System im Bereich Update nach der neuen Version.
Welche Router erhalten FritzOS 8.50?
Aktuell steht die finale Version des neuen Betriebssystems für zwei Modelle bereit. Neben der FritzBox 5630, für die es das allererste Update ist, wurde die Software bereits Ende September für die FritzBox 7690 veröffentlicht. Auch für das FritzSmart Gateway ist FritzOS 8.50 bereits verfügbar.
Siehe auch:
Felix Krauth

Redakteur für Windows & Hardware

War Game Designer, bevor er Journalist wurde, und testet Spiele bis heute selbst. Sein Spektrum reicht von der FritzBox über Windows 11 und Apple bis zu Gaming.

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