Die wohl bekannteste Programmiererin der Welt ist gestorben
Die Informatikerin Margaret Hamilton ist tot. Ihre Software trug wesentlich dazu bei, die erste bemannte Mondlandung zu ermöglichen. Sie ist nun im Alter von 90 Jahren gestorben. Das Massachusetts Institute of Technology (MIT) bestätigte ihren Tod.
Besonders deutlich wurde die Bedeutung ihrer Arbeit während der Landung von Apollo 11. Kurz vor dem Aufsetzen auf dem Mond meldete der Bordcomputer einen Fehler. Das System war durch die Verarbeitung von Aufgaben überlastet, sodass die Landung gefährdet schien. Hamiltons Team hatte allerdings bereits mit einem solchen Szenario gerechnet. Die Software war so konzipiert, dass sie bei einer Überlastung weniger wichtige Prozesse zurückstellte und die für die Landung entscheidenden Aufgaben priorisierte. Dadurch konnte der Computer die kritischen Berechnungen weiterhin ausführen.
Margaret Hamilton im Jahr 1969 (Bildquelle: MIT)
Ein berühmtes Foto aus dem Jahr 1969 zeigt Hamilton neben einem großen Stapel ausgedruckter Programmcodes, der nahezu so hoch wie sie selbst ist. Es handelt sich hierbei um den Code der Apollo-Mission. Das Bild wurde zu einem Symbol für die Bedeutung der Softwareentwicklung bei der Mondlandung.
Ihre wissenschaftliche und technische Arbeit wurde 2016 mit der Presidential Medal of Freedom ausgezeichnet. Der damalige US-Präsident Barack Obama würdigte Hamilton als Vertreterin einer Generation oft wenig beachteter Frauen, die entscheidend dazu beigetragen hätten, Menschen ins All zu bringen.
Hamilton wurde 1936 im US-Bundesstaat Indiana geboren. Nach einem Mathematikstudium gründete sie später eigene Softwareunternehmen, darunter Hamilton Technologies in Massachusetts. Sie hinterlässt eine Tochter, einen Schwiegersohn, zwei Enkel und vier Urenkel.
Siehe auch:
- Margaret Hamilton leitete am MIT die Entwicklung der Apollo-Bordsoftware
- Ihre Architektur rettete die Mondlandung von Apollo 11 im Juli 1969
- Die Pionierin prägte maßgeblich den Begriff des Software Engineering
- Ein Foto mit meterhohem ausgedrucktem Code machte sie weltweit berühmt
- Barack Obama verlieh ihr 2016 die Presidential Medal of Freedom
- Nach ihrer Zeit am MIT gründete die Mathematikerin eigene Unternehmen
Revolutionärer Code
Hamilton leitete am MIT ein Team, das die Bordsoftware für die Apollo-Missionen der NASA entwickelte und testete. Ihre Arbeit war entscheidend für die sichere Landung von Apollo 11 im Juli 1969. Die Mission brachte die Astronauten Neil Armstrong und Buzz Aldrin als erste Menschen auf die Mondoberfläche. Hamilton prägte zudem den Begriff "Software Engineering" und gilt als eine der Wegbereiterinnen der professionellen Softwareentwicklung.Besonders deutlich wurde die Bedeutung ihrer Arbeit während der Landung von Apollo 11. Kurz vor dem Aufsetzen auf dem Mond meldete der Bordcomputer einen Fehler. Das System war durch die Verarbeitung von Aufgaben überlastet, sodass die Landung gefährdet schien. Hamiltons Team hatte allerdings bereits mit einem solchen Szenario gerechnet. Die Software war so konzipiert, dass sie bei einer Überlastung weniger wichtige Prozesse zurückstellte und die für die Landung entscheidenden Aufgaben priorisierte. Dadurch konnte der Computer die kritischen Berechnungen weiterhin ausführen.
Margaret Hamilton im Jahr 1969 (Bildquelle: MIT)
Ein berühmtes Foto aus dem Jahr 1969 zeigt Hamilton neben einem großen Stapel ausgedruckter Programmcodes, der nahezu so hoch wie sie selbst ist. Es handelt sich hierbei um den Code der Apollo-Mission. Das Bild wurde zu einem Symbol für die Bedeutung der Softwareentwicklung bei der Mondlandung.
Von Obama gewürdigt
Hamilton arbeitete von 1959 bis Mitte der 1970er-Jahre am MIT und leitete dort die Software Engineering Division. Sie war nach eigenen Angaben die erste Programmiererin in ihrem Team und zugleich die erste Frau, die dort eingestellt wurde. Ursprünglich hatte sie die Stelle angenommen, um während des Jurastudiums ihres Mannes zum Familieneinkommen beizutragen.Ihre wissenschaftliche und technische Arbeit wurde 2016 mit der Presidential Medal of Freedom ausgezeichnet. Der damalige US-Präsident Barack Obama würdigte Hamilton als Vertreterin einer Generation oft wenig beachteter Frauen, die entscheidend dazu beigetragen hätten, Menschen ins All zu bringen.
Hamilton wurde 1936 im US-Bundesstaat Indiana geboren. Nach einem Mathematikstudium gründete sie später eigene Softwareunternehmen, darunter Hamilton Technologies in Massachusetts. Sie hinterlässt eine Tochter, einen Schwiegersohn, zwei Enkel und vier Urenkel.
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Christian KahleRedakteur für Forschung, Energie und Raumfahrt
Begleitet die IT-Branche seit dem Dotcom-Boom, Informatik studierte er in Berlin. Sein Spektrum reicht von Quantencomputern über Solarstrom bis zur Raumfahrt.
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