Smarte Kaffeemaschine verbrauchte 1 TB an Daten in nur zehn Tagen

Ein IT-Spezialist bemerkte bei einer smarten Kaffeemaschine ungewöhnlichen Datenverkehr. Das wohl fehlerhafte Gerät sendete in etwas mehr als zehn Tagen mehr als ein Terabyte Daten. Der Vorgang lastete den lokalen Access Point aus.
  • Eine smarte Kaffeemaschine verursachte massive Probleme im Heimnetzwerk
  • Das Gerät übertrug binnen gut zehn Tagen über ein Terabyte an Datenmengen
  • Ein IT-Experte deckte den Vorfall bei der Fernwartung im UniFi-System auf
  • Der erzeugte Datenverkehr verblieb überwiegend innerhalb des lokalen Netzes
  • Ein vermuteter Softwarefehler überlastete den zuständigen Access Point stark
  • Nach dem Vorfall entfernte der Fachmann die Maschine dauerhaft aus dem WLAN

Smart-Home-Bug legt WLAN lahm

Eine internetfähige Kaffeemaschine hat in einem Haushalt für erhebliche Netzwerkprobleme gesorgt: Ein IT-Spezialist entdeckte, dass das Gerät seiner Eltern innerhalb von etwas mehr als zehn Tagen mehr als ein Terabyte an Daten gesendet hatte. Der Vorfall zeigt, wie fehlerhafte Smart-Home-Geräte die Leistung des gesamten WLANs beeinträchtigen können, wenn sie einen Access Point überlasten.

Konkret handelte es sich um das Modell K-Supreme SMART des Herstellers Keurig. Eine Auswertung über das Netzwerk-Monitoring-System UniFi zeigte 1008,45 Gigabyte im Upload und 9,94 Gigabyte im Download. Der Nutzer, der unter dem Pseudonym Nomad auf X auftritt, machte den Fund am Dienstag bei der Fernwartung des Netzwerks publik. Sein Beitrag erreichte rasch fast zwei Millionen Aufrufe. Kommentatoren scherzten über das Schürfen von Kryptowährungen.

Ursache bleibt im lokalen Netz

Wie Dexerto berichtet, ergab eine nähere Prüfung, dass der Großteil des Traffics nicht ins Internet abfloss, sondern im lokalen Netzwerk blieb. Nomad, der über zehn Jahre IT-Berufserfahrung verfügt, vermutet einen Software-Fehler als Ursache. Das massenhafte Senden der Datenpakete lastete den genutzten Access Point aus. Ohne weitere Access Points, die die Last verteilten, hätte das laut Nomad das Netzwerk lahmlegen können.

Nachdem die Kaffeemaschine neu gestartet und in ein separates virtuelles Netzwerk verschoben wurde, trat das fehlerhafte Verhalten nicht wieder auf. Dennoch entschied sich der Administrator dafür, das Gerät dauerhaft vom Netz zu nehmen und zu ersetzen. Er erklärte, dass er die Käufe seiner Eltern nicht kontrolliere, dies aber eine wertvolle Lektion sei. Der Hersteller hat sich bislang nicht dazu geäußert.

Schutz vor Ausfällen

Die betroffene Kaffeemaschine nutzt standardmäßig ausschließlich ältere WLAN-Verbindungen mit 2,4 Gigahertz unter dem Sicherheitsstandard WPA2-PSK. Eine Kompatibilität zu moderneren Netzwerken mit fünf Gigahertz fehlt. Laut Hersteller lädt das Gerät unter anderem Brührezepte für bestimmte Kaffeesorten aus einer Online-Datenbank herunter. Zudem lässt sich die Maschine mit Alexa oder Google Home verbinden, außerdem bietet Keurig Abos für automatische Lieferungen an.

Habt ihr ähnliche Erfahrungen mit durchdrehenden Smart-Home-Geräten gemacht? Teilt eure Erlebnisse gerne mit uns in den Kommentaren.

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Witold Pryjda

Senior Redakteur

Seit 1996 im Journalismus, ausgebildet an der Österreichischen Medienakademie. Sein Spektrum reicht von Robotern und KI über E-Autos bis zur Militärtechnik.

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