E-Autos: BYD beansprucht weltweite Führungsrolle bei Feststoffakkus

Der Einsatz von Feststoffbatterien ist aktuell das große Ziel der E-Auto-Branche. Allerdings hat die Technologie immer wieder ihre Tücken gezeigt. Der chinesische Konzern BYD will nun aber endlich vor einem Durchbruch stehen.
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BYD
  • BYD plant erstes E-Auto mit Feststoffbatterie bereits für nächstes Jahr
  • Der chinesische Hersteller sieht sich bei der Technik an der Spitze
  • Wegen hoher Kosten kommt die Technologie vorerst in teuren Modellen
  • Andere Autobauer wie Toyota oder Stellantis testen ähnliche Systeme
  • Günstigere Fahrzeuge nutzen weiterhin Lithium-Eisenphosphat-Akkus
  • Feste Elektrolyte bringen mehr Sicherheit und eine höhere Reichweite

Erstmal teurere Fahrzeuge

Das Unternehmen will bereits im kommenden Jahr ein erstes Elektroauto mit Feststoffbatterie auf den Markt bringen. Das hat Stella Li, Executive Vice President des chinesischen Autobauers, kürzlich in einem Interview mit dem spanischen Ableger von Carwow angekündigt. Zugleich sieht sich BYD bei der Technologie nach eigenen Angaben in einer führenden Position, sowohl bei der Entwicklung als auch bei der geplanten Kommerzialisierung.

"Wenn wir über Feststoffbatterien sprechen, ist BYD in einer führenden Position", sagte Li. Um dies zu belegen, werde das Unternehmen im kommenden Jahr ein Modell mit dieser Technik vorstellen. Die Ankündigung deckt sich mit früheren Aussagen von BYD. Sun Huajun, Technikchef der Batteriesparte FinDreams, hatte bereits im Februar 2025 von ersten Demonstrationsfahrzeugen und einer Installation der Batterien ab 2027 gesprochen. Die Serienproduktion sollte aber eigentlich erst um 2030 beginnen.


Der entscheidende Haken sind im Vergleich zur klassischen Lithium-Technologie die hohen Kosten aufgrund einer deutlich komplexeren Produktion. Deshalb dürfte die Technologie zunächst vor allem in teureren Elektroautos eingesetzt werden. BYD ist dabei nicht der einzige Hersteller mit entsprechenden Plänen. Toyota peilt Fahrzeuge mit Feststoffbatterien für 2027 oder 2028 an. Mercedes-Benz testet entsprechende Technik bereits in einem EQS, während Stellantis 2026 einen Dodge Charger mit Feststoffbatterie im Straßenverkehr erprobt.

Vielfache Versuche

Die Einführung der Feststofftechnik wird aufgrund ihrer hohen Preise auch längst nicht das Ende der bisherigen Batterien bedeuten. BYD-Chefwissenschaftler Lian Yubo erklärte, Feststoffbatterien würden in absehbarer Zeit zunächst vor allem für höherpreisige Fahrzeuge eingesetzt. Lithium-Eisenphosphat-Batterien (LFP) sollen dagegen weiterhin in anderen Fahrzeugklassen zum Einsatz kommen.

Feststoffbatterien unterscheiden sich von herkömmlichen Lithium-Ionen-Akkus vor allem durch ihren Elektrolyten. Während aktuelle Batterien eine Flüssigkeit verwenden, kommen bei der neuen Technik feste Materialien zum Einsatz. Die Technologie verspricht eine höhere Energiedichte, wodurch Akkus bei gleicher Kapazität kleiner und leichter ausfallen könnten. Gleichzeitig wäre eine größere Reichweite möglich. Als weiterer Vorteil gilt eine höhere Sicherheit, da feste Elektrolyte weniger leicht entzündlich sind. Auch bei extremen Temperaturen sollen sie Vorteile bieten.

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Christian Kahle

Redakteur für Forschung, Energie und Raumfahrt

Begleitet die IT-Branche seit dem Dotcom-Boom, Informatik studierte er in Berlin. Sein Spektrum reicht von Quantencomputern über Solarstrom bis zur Raumfahrt.

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