Solarmodul-Preise aus China weiter gefallen - mit weltweiten Folgen

Der drastische Preisverfall bei Photovoltaikmodulen aus China hat sich trotz Gegensteuerns in letzter Zeit fortgesetzt. Die Entwicklung ist zwar ein Risiko für die Hersteller, beschleunigt aber den Ausbau von Solarenergie rund um den Globus.
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    Die Welt baut Photovoltaik

    Nach Angaben der Financial Times kostete ein chinesisches Solarmodul zuletzt nur noch rund 12 US-Cent pro Watt. Um die Jahrtausendwende waren es noch 5 bis 6 Dollar. Dadurch wird die eigene Stromerzeugung zunehmend auch für Haushalte, Unternehmen und Fabriken in Ländern attraktiv, in denen Strom teuer oder das Netz unzuverlässig ist, die aber aufgrund geringer Kaufkraft bisher wenig Möglichkeiten für solche Investitionen hatten.

    Ein Beispiel ist Pakistan. Der Zementhersteller Bestway Cement errichtet dort auf fünf Produktionsstandorten eigene Solarparks, um unabhängiger vom instabilen Stromnetz zu werden. Im Werk Chakwal sind bereits Photovoltaikanlagen mit einer Leistung von 26 Megawatt installiert. Sie liefern mehr als ein Viertel des dort benötigten Stroms. Für den Betreiber ist Solarenergie laut Werksleiter Abdul Waheed inzwischen entscheidend, um im Wettbewerb bestehen zu können.


    Besonders stark wächst die dezentrale Solarstromerzeugung auf den Philippinen. Nach Schätzungen des Thinktanks Ember hat sich die installierte Dachsolarleistung innerhalb eines Jahres nahezu verdoppelt. Für private Haushalte können sich die Anlagen inzwischen nach etwas mehr als drei Jahren amortisieren. Allein im ersten Halbjahr 2026 erzeugten Dachanlagen nach Angaben des Stromversorgers Meralco 372 Gigawattstunden.

    Auch Afrika steht vor einem Rekordjahr. Ember erwartet für 2026 einen Zubau von 17 Gigawatt Solarleistung, 45 Prozent mehr als im Vorjahr. Rund drei Viertel des Wachstums sollen dabei auf kleine Anlagen für Gewerbe- und Industriebetriebe entfallen.

    Globaler Trend

    In Indien unterstützt die Regierung den Ausbau zusätzlich mit einem milliardenschweren Förderprogramm. Seit dem Start im Februar 2024 wurden bereits mehr als 5,5 Millionen Haushalte mit Solaranlagen ausgestattet. Monatlich kommen rund 500.000 weitere hinzu. Förderzahlungen werden direkt an die Hausbesitzer überwiesen, zudem gibt es zinsgünstige Kredite und die Möglichkeit, überschüssigen Strom ins Netz einzuspeisen.

    Der Trend beschränkt sich allerdings nicht auf Schwellenländer. In Australien verfügen inzwischen mehr als 4,3 Millionen Haushalte und kleine Gewerbebetriebe über Solaranlagen. Die gesamte Dachsolarleistung erreichte dort 28,3 Gigawatt und liegt damit über der installierten Kohlekraftwerksleistung von rund 22,5 Gigawatt.

    In Europa gewinnt unterdessen sogenannte Balkon- oder Plug-in-Solar an Bedeutung. Die kleinen Anlagen lassen sich über einen Wechselrichter direkt an eine Steckdose anschließen. Die Absatzzahlen sind in den letzten Jahren explodiert, weil die Systeme auch Menschen den Zugang zur eigenen Stromproduktion ermöglichen, die in Mietwohnungen leben.

    Zusammenfassung
    • Solarmodule aus China kosten inzwischen nur noch rund zwölf Cent pro Watt
    • Betriebe in Pakistan sichern sich mit eigenen Solarparks unabhängig ab
    • Dachanlagen auf den Philippinen verzeichnen ein enormes Jahreswachstum
    • Afrika verzeichnet einen starken Rekordzubau bei gewerblichen Systemen
    • Indiens Förderprogramm bringt Millionen Dachanlagen auf private Häuser
    • Australiens Dachsolarenergie übertrifft die Kapazität der Kohlekraft
    • Balkonkraftwerke ermöglichen Mietern in Europa die eigene Stromerzeugung

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