Ausgeträumt: Raketenauto von Staubsaugerhersteller Dreame ist tot

Der Saugroboter-Hersteller Dreame beerdigt sein ambitioniertes Automobilprojekt Starry Sky nach nur einem Jahr. Das versprochene Hypercar mit Raketenantrieb entpuppte sich - wenig überraschend, muss man sagen - als reiner Marketing-Gag ohne echte Technik.
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Dreame

    Aus für das Raketen-Fahrzeug

    Der chinesische Hersteller Dreame, der primär für Saugroboter bekannt ist, hat vor einigen Tagen sein auch als Starry Sky bekanntes Projekt offiziell eingestellt. Das Unternehmen plante ursprünglich den Bau eines regelrecht absurden elektrischen Hypercars, das mit Raketentriebwerken ausgestattet werden sollte. Nun wird die gesamte Abteilung nach nur einem Jahr Entwicklungszeit abgewickelt. Ein Grund für das Aus ist der Umstand, dass die Regierung in Peking die Verwendung von Investitionsgeldern genauer prüfen will.

    Das angekündigte Fahrzeug namens Nebula Next 01 Jet Edition sollte laut früheren Präsentationen extreme Leistungswerte erreichen. Dreame versprach eine Beschleunigung von null auf 100 km/h in unter einer Sekunde. Erreicht werden sollte das durch Feststoffraketen, die den Traktionsverlust herkömmlicher Reifen ausgleichen. Zusätzlich kündigte der Hersteller eine Feststoffbatterie auf Sulfidbasis an, die eine hohe Energiedichte aufweisen sollte.

    Dreame Next - Die Nebula NEXT 01 JET Edition

    Wie CarNewsChina berichtet, basierten die hochtrabenden Ankündigungen offenbar kaum auf realer Technik. Ehemalige Mitarbeiter gaben an, dass das auf Messen gezeigte Modell über kein Fahrgestell verfügte und lediglich per Fernsteuerung bewegt wurde. Das Raketen-Auto sei von einer Modellbaufirma aus Shanghai für Hunderttausende Euro gekauft worden. Anschließend wurde es für optische Effekte mit Triebwerksattrappen modifiziert.

    Fokus auf Marketing

    Internen Quellen zufolge diente das Automobilprojekt in erster Linie der Mittelbeschaffung und dem Marketing. Die Belegschaft, die in Spitzenzeiten fast tausend Personen umfasste, wurde in den vergangenen Monaten stark reduziert. Aktuell verbleiben nur noch wenige Dutzend Angestellte im Unternehmen. Diese kümmern sich nun primär um die rechtliche Auflösung der beteiligten Firmen.


    Zudem wickeln die restlichen Mitarbeiter die noch offenen Lieferantenschulden ab. Den Berichten nach wurden die Entwicklungsbudgets erst nach erfolgreicher Finanzierung freigegeben. Das lenkte den Fokus weg von der eigentlichen Ingenieursarbeit und führte zu unrealistischen Zeitplänen. Das gesamte Projekt wirkte daher von Beginn an eher wie eine reine Werbekampagne.

    Rückkehr zum Kerngeschäft

    Dreame-Geschäftsführer Yu Hao richtet das Unternehmen nun wieder auf das Kerngeschäft aus, also Staubsauger und Reinigungsroboter. Darüber hinaus konzentriert sich die Firma auf Mähroboter für den Garten sowie elektrische Zweiräder.

    Damit reiht sich Dreame in die Liste der Technologieunternehmen ein, die an der komplexen Automobilproduktion gescheitert sind. Während Konkurrenten wie Xiaomi erfolgreich Elektroautos auf den Markt bringen, erinnert das Ende des Raketen-Autos stark an die bereits eingestellten Fahrzeugprojekte von Firmen wie Dyson oder Apple. Wobei man hier sicherlich anmerken muss, dass die letztgenannten Firmen wohl ernsthafte Pläne hatten - jene von Dreame kann man getrost als Schwindel bezeichnen.

    Habt ihr den Ankündigungen von Dreame anfangs Glauben geschenkt? Teilt eure Gedanken zu dem gescheiterten Projekt gerne mit uns in den Kommentaren. Wir sind gespannt auf eure Meinung!

    Zusammenfassung
    • Dreame stellt das Projekt eines elektrischen Hypercars endgültig ein
    • Das extreme Fahrzeug sollte in unter einer Sekunde auf Tempo 100 sein
    • Das geplante Raketen-Auto existierte offenbar nur als Modellbausatz
    • Die Entwicklung diente laut internen Berichten vor allem dem Marketing
    • Dreame konzentriert sich künftig wieder voll auf Saug- und Mähroboter

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