Uralter Streit um die Rechte an Unix:
Ein Untoter vor Gericht
Eine der ältesten Streitigkeiten in der Tech-Branche beschäftigt erneut die Gerichte: Es geht um Eigentumsrechte an Unix und auch an Teilen von Linux. Die Auseinandersetzung hatte eigentlich schon vor zwei Jahrzehnten ihren Höhepunkt.
Die Ursprünge des Konflikts reichen bis in die späten 1990er Jahre zurück. 1998 starteten IBM und die damalige Santa Cruz Operation (SCO), ein Anbieter von UNIX-Systemen für x86-Prozessoren, gemeinsam mit Intel und Sequent das sogenannte "Project Monterey". Ziel war die Entwicklung einer einheitlichen Unix-Version, die auf verschiedenen Prozessorarchitekturen laufen sollte.
Das Projekt stand Anfang der 2000er Jahre kurz vor dem Abschluss. Zu diesem Zeitpunkt gewann jedoch Linux zunehmend an Bedeutung. IBM entschied sich schließlich, seine strategische Ausrichtung auf das Open-Source-Betriebssystem zu konzentrieren und zog sich aus Project Monterey zurück.
Genau dieser Schritt führte zum juristischen Konflikt. SCO warf IBM vor, Programmcode aus dem gemeinsamen Projekt unerlaubt in Linux sowie in eigene Betriebssysteme wie AIX und z/OS eingebracht zu haben. Das Unternehmen vertrat die Auffassung, Rechte an Teilen dieses Codes zu besitzen, und verklagte IBM deshalb bereits 2003.
Die Geschichte endete damit allerdings nicht. Die Softwarerechte von SCO waren inzwischen an Xinuos übergegangen. Das Unternehmen entschied sich, weitere Ansprüche vor Gericht zu verfolgen. Bei der jüngsten Anhörung wurden nun erneut zentrale Fragen diskutiert, die den Fall seit Jahren prägen: Wem gehörten bestimmte Programmteile, welche Lizenzen bestanden und welche Beweise können die jeweiligen Positionen stützen?
Während Xinuos argumentiert, IBM habe nie über eine gültige Lizenz für bestimmte SCO-Bestandteile verfügt, weist IBM sämtliche Vorwürfe zurück. Beobachter gehen davon aus, dass dieses Verfahren noch längere Zeit andauern könnte. Damit bleibt einer der ältesten und komplexesten Rechtsstreitigkeiten der Softwarebranche auch mehr als 20 Jahre nach ihrem Beginn in irgendeiner seltsamen Form lebendig.
Siehe auch:
SCO-Rechtsnachfolger vs. IBM
Kürzlich fand eine neue Anhörung in der Sache statt, die bereits vor Jahrzehnten diverse Instanzen beschäftigte, wie das britische Magazin The Register berichtete. Im Mittelpunkt steht jetzt die Frage, ob das Unternehmen Xinuos überhaupt berechtigt ist, die Ansprüche weiterzuverfolgen, oder ob vertragliche Fristen längst abgelaufen sind.Die Ursprünge des Konflikts reichen bis in die späten 1990er Jahre zurück. 1998 starteten IBM und die damalige Santa Cruz Operation (SCO), ein Anbieter von UNIX-Systemen für x86-Prozessoren, gemeinsam mit Intel und Sequent das sogenannte "Project Monterey". Ziel war die Entwicklung einer einheitlichen Unix-Version, die auf verschiedenen Prozessorarchitekturen laufen sollte.
Das Projekt stand Anfang der 2000er Jahre kurz vor dem Abschluss. Zu diesem Zeitpunkt gewann jedoch Linux zunehmend an Bedeutung. IBM entschied sich schließlich, seine strategische Ausrichtung auf das Open-Source-Betriebssystem zu konzentrieren und zog sich aus Project Monterey zurück.
Genau dieser Schritt führte zum juristischen Konflikt. SCO warf IBM vor, Programmcode aus dem gemeinsamen Projekt unerlaubt in Linux sowie in eigene Betriebssysteme wie AIX und z/OS eingebracht zu haben. Das Unternehmen vertrat die Auffassung, Rechte an Teilen dieses Codes zu besitzen, und verklagte IBM deshalb bereits 2003.
Es nimmt kein Ende
Obwohl SCO später wirtschaftlich scheiterte und mehrfach den Besitzer wechselte, blieb der Rechtsstreit bestehen. Hintergrund ist die potenziell enorme wirtschaftliche Bedeutung möglicher Eigentumsrechte an Unix- oder Linux-Code. 2021 wurde ein langjähriger Teil des Verfahrens durch einen Vergleich beendet. IBM räumte dabei jedoch keinerlei Fehlverhalten ein.Die Geschichte endete damit allerdings nicht. Die Softwarerechte von SCO waren inzwischen an Xinuos übergegangen. Das Unternehmen entschied sich, weitere Ansprüche vor Gericht zu verfolgen. Bei der jüngsten Anhörung wurden nun erneut zentrale Fragen diskutiert, die den Fall seit Jahren prägen: Wem gehörten bestimmte Programmteile, welche Lizenzen bestanden und welche Beweise können die jeweiligen Positionen stützen?
Während Xinuos argumentiert, IBM habe nie über eine gültige Lizenz für bestimmte SCO-Bestandteile verfügt, weist IBM sämtliche Vorwürfe zurück. Beobachter gehen davon aus, dass dieses Verfahren noch längere Zeit andauern könnte. Damit bleibt einer der ältesten und komplexesten Rechtsstreitigkeiten der Softwarebranche auch mehr als 20 Jahre nach ihrem Beginn in irgendeiner seltsamen Form lebendig.
Zusammenfassung
- Der Rechtsstreit um Unix und Linux erreicht neue juristische Ebene
- Xinuos verfolgt als aktueller Rechteinhaber alte Ansprüche gegen IBM
- Ursprung liegt im Project Monterey aus den späten neunziger Jahren
- SCO warf IBM einst unzulässige Code-Nutzung in Linux-Systemen vor
- Zentral ist die Frage nach Ablauf von vertraglichen Fristsetzungen
Siehe auch:
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