Meta integriert heimlich Gesichtserkennung in smarte Ray-Ban-Brillen

Meta hat heimlich Code für eine Gesichtserkennung in die App der Ray-Ban-Brillen integriert. Das versteckte System erstellt bio­me­tri­sche Profile von Personen im direkten Sichtfeld. Datenschützer war­nen vor erheblichen Überwachungsrisiken.
Ray-Ban, Brillen, smart glass
Meta

Heimliche Rückkehr der Gesichtserkennung

Meta hat in den vergangenen Monaten stillschweigend Code für eine Gesichtserkennungsfunktion auf Millionen Smartphones installiert. Die Softwarekomponenten verbergen sich in der Meta-KI-App, die zwingend als Begleiter für die Ray-Ban-Smart-Glasses des Konzerns benötigt wird. Damit bereitet das Unternehmen offenbar eine Technologie vor, die Personen im Sichtfeld der Brille in Echtzeit identifizieren soll. Eine offizielle Ankündigung für Endkunden fehlt bislang.

Die intern als NameTag bezeichnete Funktion nutzt drei lokale KI-Modelle, die direkt auf dem Endgerät arbeiten. Das erste Modell erkennt Gesichter in der Umgebung, das zweite schneidet sie präzise aus dem Bildmaterial aus. Ein drittes Modell wandelt die Aufnahmen schließlich in biometrische Merkmalsprofile, sogenannte Faceprints, um. Das System gleicht die Daten danach mit einer Datenbank auf dem Smartphone ab. Träger sollen bei Übereinstimmungen sofort benachrichtigt werden.


Code-Analyse offenbart neue Details

Wie das US-Magazin Wired in einer Analyse des Quellcodes berichtet, sind die Kernkomponenten des Systems bereits seit Januar 2026 in der App integriert. Unabhängige Sicherheitsexperten bestätigten demnach, dass die Funktion nahezu einsatzbereit sei. Jüngste Updates benannten das Werkzeug intern in "Connections" um.

Die Bedienoberfläche fordert Nutzer bereits passend dazu auf, sich an getroffene Personen zu erinnern. Unbekannte Gesichter speichere die App laut der Untersuchung vorerst in einem separaten Ordner, der als ausstehend markiert ist. Unklar bleibt bisher, woher die Vergleichsdatenbank für die Erkennung der Gesichter im Alltag final stammen soll.

Für Menschen mit Sehbehinderung könnte ein solches System im Alltag eine Hilfe darstellen. Datenschützer warnen hingegen vor einer schleichenden Normalisierung von Massenüberwachung. Die Echtzeiterkennung im öffentlichen Raum birgt erhebliche Risiken für Missbrauch, etwa durch gezieltes Stalking. Die Technologie greift ohne Zustimmung tief in die Privatsphäre von Passanten ein.

Meta dementiert konkrete Pläne

Die Entwicklung überrascht, da Meta sein System zur Gesichtserkennung auf Facebook im Jahr 2021 nach massiver Kritik eigentlich eingestellt hatte. Die Software ordnete Nutzern zuvor automatisch Namen auf hochgeladenen Fotos zu. Damals löschte der Konzern über eine Milliarde bereits angelegte Faceprints und versprach mehr Schutz für die Privatsphäre.

Vorangegangene Rechtsstreitigkeiten wegen unrechtmäßiger Datenspeicherung kosteten das Unternehmen viel Geld. Die Verstöße endeten in massiven Strafzahlungen, darunter ein Vergleich über 650 Millionen US-Dollar (etwa 560 Millionen Euro) im US-Bundesstaat Illinois und eine weitere Zahlung in Höhe von 1,4 Milliarden US-Dollar (etwa 1,2 Milliarden Euro) in Texas.

Ein Sprecher von Meta erklärte, dass die Technologie derzeit lediglich erforscht werde und man keine zentrale Gesichtsdatenbank aufbaue. Bislang sei keine Funktion für Endkunden freigeschaltet. Die heimliche Integration in die Software zeigt jedoch, dass das Vorhaben im Hintergrund bereits sehr weit fortgeschritten ist.

Wie steht ihr zur Gesichtserkennung in smarten Brillen? Überwiegen für euch die praktischen Vorteile oder seht ihr den Datenschutz in Gefahr? Teilt eure Meinung gerne in den Kommentaren mit uns!

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Zusammenfassung
  • Meta integriert heimlich Code zur Gesichtserkennung in die Begleit-App
  • Diese Software verarbeitet biometrische Daten für neue Smart-Glasses
  • Drei lokale KI-Modelle identifizieren Personen direkt auf dem Smartphone
  • Experten entdeckten die fast fertigen Funktionen namens Connections im Code
  • Datenschützer warnen vor Massenüberwachung und Risiken für die Privatsphäre
  • Zuvor zahlte das Unternehmen bereits Milliarden für Datenschutzverstöße

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