Amazon-App gekapert: Motorola schleust heimliche Links ein [Update]
Motorola-Smartphones zeigen Nutzern zufolge momentan ein auffälliges Verhalten. Eine System-App fängt offenbar Aufrufe der Amazon-App ab, um heimlich Affiliate-Links einzuschleusen. Das Vorgehen betrifft auch teure Premium-Modelle des Herstellers.
Betroffen sind auch hochpreisige Falt-Smartphones wie das Razr Fold oder Razr 60 Ultra. Das Verhalten tritt jedoch ausschließlich auf, wenn Anwender die App über die allgemeine Programmübersicht starten. Verknüpfungen auf dem Startbildschirm funktionieren regulär. Die kurze Verzögerung beim Öffnen des Browsers bleibt im Alltag oft unbemerkt, führt jedoch dazu, dass fremde Parteien unautorisiert an den Bestellungen der Nutzer verdienen. Die Richtlinien des Amazon-Partnerprogramms verbieten eine solche Verschleierung von Affiliate-Links ausdrücklich.
Anschließend erfolgt eine Weiterleitung über eine Domain, die einer Mode-Influencerin zugeordnet ist. Die genutzten Affiliate-Codes stimmen jedoch nicht mit den offiziellen Links der Content-Erstellerin überein. Das legt die Vermutung nahe, dass Motorola oder ein externer Partner die Herkunft der Werbelinks verschleiern möchte. Bislang hat sich der Hersteller nicht offiziell zu den Vorwürfen geäußert.
Hintergrund des Vorfalls ist das lukrative Geschäft mit Affiliate-Marketing. Vermittler erhalten von Amazon typischerweise eine Provision von ein bis zehn Prozent des Verkaufspreises, sofern der Käufer über einen speziellen Link in den Shop gelangt. Bei der globalen Nutzerbasis von Motorola-Smartphones könnten abgewickelte Einkäufe höhere Summen in die Kasse des Unternehmens spülen.
Dennoch schadet das Vorgehen dem Vertrauen in die Marke Motorola. Wer bis zu 1800 Euro für ein Premium-Gerät wie das Razr Fold ausgibt, erwartet die volle Kontrolle über sein Smartphone. Ob es sich um einen gezielten Versuch von Motorola handelt, zusätzliche Einnahmen zu generieren, oder ob die System-App durch Hacker oder einen Bug kompromittiert wurde, bleibt vorerst jedoch unklar.
Seid ihr von dem Problem betroffen oder habt ihr ähnliches Verhalten bei anderen Herstellern bemerkt? Teilt eure Erfahrungen in den Kommentaren mit uns!
Siehe auch:
UPDATE 27. Mai 2026: Motorola hat sich mittlerweile zu Wort gemeldet. Das Verhalten beim Öffnen der Amazon-App sei "unbeabsichtigt" gewesen. Man habe "die Routing-Konfiguration umgehend korrigiert". Die Nutzer könnten nun davon ausgehen, "dass alle installierten Apps wie vorgesehen direkt gestartet werden".
Heimliche Umleitung bei Amazon
Nach vielen Jahren unter dem Radar greift Motorola mit seinen neuen Smartphones wieder die Spitze an. Allerdings musste sich das Unternehmen zuletzt auch viel Kritik für seinen Umgang mit Android-Updates gefallen lassen. Nun steht die Marke erneut im Fokus. Wer auf seinem Motorola-Smartphone die App Amazon öffnet, erwartet den direkten Start des Shops. Einige Modelle leiten Nutzer aktuell jedoch kurzzeitig über einen Browser um. Dabei wird ein Affiliate-Code an die URL angehängt. Es scheint so, als wollte sich der Hersteller auf diesem Weg eine Provision für qualifizierte Einkäufe 'erschleichen'.Betroffen sind auch hochpreisige Falt-Smartphones wie das Razr Fold oder Razr 60 Ultra. Das Verhalten tritt jedoch ausschließlich auf, wenn Anwender die App über die allgemeine Programmübersicht starten. Verknüpfungen auf dem Startbildschirm funktionieren regulär. Die kurze Verzögerung beim Öffnen des Browsers bleibt im Alltag oft unbemerkt, führt jedoch dazu, dass fremde Parteien unautorisiert an den Bestellungen der Nutzer verdienen. Die Richtlinien des Amazon-Partnerprogramms verbieten eine solche Verschleierung von Affiliate-Links ausdrücklich.
Versteckte App als Ursache
Verantwortlich für die Manipulation ist eine vorinstallierte Systemanwendung namens Smart Feed. Wie ein betroffener Nutzer auf Reddit (via 9to5Google) berichtet, fängt die Software ab Version 2.03.0070 den Startbefehl der Amazon-App ab. Ältere Versionen der Anwendung weisen das Verhalten nicht auf. Die Analyse des Netzwerkverkehrs zeigt, dass die Anfragen zunächst an den Werbedienstleister devicenative.com gesendet werden.Anschließend erfolgt eine Weiterleitung über eine Domain, die einer Mode-Influencerin zugeordnet ist. Die genutzten Affiliate-Codes stimmen jedoch nicht mit den offiziellen Links der Content-Erstellerin überein. Das legt die Vermutung nahe, dass Motorola oder ein externer Partner die Herkunft der Werbelinks verschleiern möchte. Bislang hat sich der Hersteller nicht offiziell zu den Vorwürfen geäußert.
Hintergrund des Vorfalls ist das lukrative Geschäft mit Affiliate-Marketing. Vermittler erhalten von Amazon typischerweise eine Provision von ein bis zehn Prozent des Verkaufspreises, sofern der Käufer über einen speziellen Link in den Shop gelangt. Bei der globalen Nutzerbasis von Motorola-Smartphones könnten abgewickelte Einkäufe höhere Summen in die Kasse des Unternehmens spülen.
Schnelle Lösung für Nutzer
Zwar zahlen Endanwender über Affiliate-Links beim Einkauf keine höheren Preise, allerdings bringt das Vorgehen einen klaren Nachteil beim Datenschutz, da der Netzwerkverkehr ungefragt über Drittanbieter fließt. Zudem besteht das Risiko, dass sensible Daten bei der Umleitung erfasst werden. Positiv ist hingegen, dass sich das Problem ohne technisches Fachwissen beheben lässt. Nutzer können die Umleitung stoppen, indem sie die App Smart Feed in den Einstellungen deaktivieren. Das System läuft danach ohne Einschränkungen weiter.Dennoch schadet das Vorgehen dem Vertrauen in die Marke Motorola. Wer bis zu 1800 Euro für ein Premium-Gerät wie das Razr Fold ausgibt, erwartet die volle Kontrolle über sein Smartphone. Ob es sich um einen gezielten Versuch von Motorola handelt, zusätzliche Einnahmen zu generieren, oder ob die System-App durch Hacker oder einen Bug kompromittiert wurde, bleibt vorerst jedoch unklar.
Seid ihr von dem Problem betroffen oder habt ihr ähnliches Verhalten bei anderen Herstellern bemerkt? Teilt eure Erfahrungen in den Kommentaren mit uns!
Zusammenfassung
- Motorola-Smartphones leiten Amazon-App-Aufrufe wohl heimlich um
- Affiliate-Codes werden unbemerkt an Amazon-URLs angehängt
- System-App Smart Feed fängt Startbefehle der Amazon-App ab
- Netzwerkverkehr wird über Drittanbieter wie devicenative.com geleitet
- Affiliates-Codes stimmen nicht mit offiziellen Links überein
- Betroffen sind Modelle wie das Razr Fold und das Razr 60 Ultra
- Motorola hat sich bislang nicht zu den Vorwürfen geäußert
- Nutzer können das Problem durch Deaktivieren von Smart Feed beheben
Siehe auch:
- Sicheres Android ohne Google: GrapheneOS bald auf Motorola-Smartphones
- Motorola Razr Fold: Neues Falt-Smartphone greift die Spitze an
- Zwingt die EU zu 5 Jahren Android-Updates? Von wegen, sagt Motorola
- Edge 70: Motorola bringt 6 Millimeter dünne Alternative zum iPhone Air
- Motorola Edge 60 (Pro?): Offizielle Bilder der Design-Smartphones vorab
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