Monster fangen per Touchscreen:
Nintendos Patent-Ansprüche scheitern

Nintendo hat im Patentstreit rund um das Survival-Spiel Palworld einen weiteren Rückschlag erlitten. Das japanische Patentamt JPO wies einen neuen Patentantrag des Konzerns über Mechaniken zum Fangen von Monstern am Touchscreen zunächst zurück.
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Ungenügende Schöpfungshöhe

Mit dem beantragten Patentschutz hätte sich der Spielekonzern die Rechte an genau jenen Funktionen gesichert, die auch in mobilen Versionen von Spielen wie Palworld zum Einsatz kommen könnten. Der Antrag gehört zu derselben Patentfamilie wie zwei Schutzrechte, mit denen Nintendo bereits gegen die PC- und Konsolenfassung von Palworld vorgeht. Beobachter sehen daher mögliche Auswirkungen auf die laufenden Verfahren. Besonders im Fokus stehen die geplante Mobile-Version von Palworld sowie das chinesische Spiel Roco Kingdom: World des Konzerns Tencent.

Nach Ansicht der Prüfer fehlt dem Antrag jedoch die notwendige "erfinderische Tätigkeit", berichtet GamesFray. Die beschriebenen Mechaniken, etwa das Werfen eines Fanggegenstands während oder außerhalb von Kämpfen sowie die zufallsbasierte Entscheidung über einen erfolgreichen Fang, seien bereits seit Jahren aus Pokémon-Spielen bekannt. In der Begründung verweist das Patentamt unter anderem auf ältere Pokémon-Videos, Webseiten und bestehende Patente. Teilweise stammen die angeführten Beispiele sogar von Nintendo selbst.


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Das JPO sieht deshalb keine ausreichende technische Innovation. Zwar hatte Nintendo die Ansprüche bereits im Februar angepasst und könnte nun erneut Änderungen einreichen oder gegen die Entscheidung vorgehen. Dennoch gilt die erste Ablehnung als deutliches Signal, dass ein schnelles Patent kaum realistisch erscheint.

Entscheidung mit Folgen?

Die Entscheidung könnte zudem größere Folgen haben. Da der neue Antrag eng mit bereits eingesetzten Patenten verbunden ist, könnte die Argumentation des Patentamts auch die Chancen erhöhen, bestehende Schutzrechte anzufechten oder aufheben zu lassen. Bereits im vergangenen Jahr war ein weiterer Nintendo-Patentantrag in Japan beanstandet worden. Auch in den USA geriet der Konzern zuletzt unter Druck: Dort hatte das US-Patentamt ein sehr weit gefasstes Patent zu verschiedenen Kampfmodi nach einer erneuten Prüfung zurückgewiesen.

Für Nintendo ist der Rechtsstreit inzwischen auch finanziell relevant. Laut aktuellem Geschäftsbericht verbuchte das Unternehmen zuletzt rund 40 Millionen Dollar an belastenden Kosten im Zusammenhang mit Patentverfahren und Vergleichen. Pocketpair wiederum hatte bereits mehrfach Änderungen an Palworld vorgenommen, um mögliche juristische Risiken zu verringern.

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Zusammenfassung
  • Nintendos Patentstreit um Palworld: Erneute Ablehnung in Japan
  • JPO weist Patentantrag zu Touchscreen-Monsterfangmechaniken ab
  • Patentamt bemängelt fehlende erfinderische Tätigkeit bei Nintendo
  • Monsterfang-Muster ähneln laut Prüfern bekannten Pokémon-Mechaniken
  • Ablehnung könnte auch laufende Patentverfahren negativ beeinflussen
  • Nintendo gab bereits etwa 40 Millionen Dollar für Rechtsstreitigkeiten aus
  • Pocketpair nahm bereits mehrfach Änderungen an Palworld vor

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