Straße von Hormus: Iran könnte für Traffic in Unterseekabeln kassieren
Die Meerenge zwischen Iran und Oman ist nicht nur für die Ölindustrie und die Containerschifffahrt ein Engpass. Im Iran bringt man jetzt die Idee ins Spiel, Abgaben für die Durchleitung von Daten über die in diesem Bereich verlegten Unterseekabel zu kassieren.
Wie das Portal Iran International berichtet, verbreiteten sowohl die staatliche iranische Nachrichtenagentur Tasnim als auch die ebenfalls den Revolutionsgarden zugeordnete Nachrichtenagentur Fars derzeit mehrfach Artikel, laut denen Iran mit "praktischen Schritten Einnahmen aus den Internetkabeln in der Straße von Hormus erzielen" könnte.
Außerdem könne man versuchen, die großen Technologiekonzerne wie Alphabet (Google), Meta (Facebook & Co), Microsoft oder auch Amazon dazu zu zwingen, iranische Gesetzgebung einzuhalten. Eine weitere Option sei es, iranischen Firmen die exklusiven Rechte an der Reparatur und Wartung der Unterseekabel zu übertragen.
Im Grunde spricht man damit eine Drohung gegen die Kabel aus, schließlich könnten Schäden an der Infrastruktur gigantische finanzielle Auswirkungen haben. Teilweise würden die Kabel durch Gebiete verlaufen, auf die Iran ein Anrecht erheben könnte, auch wenn man den Schifffahrtsverkehr wieder in vollem Umfang zulasse.
Schon vor einigen Wochen hatte Tasnim in einem ausführlichen Artikel den Verlauf diverser Unterseekabel in den Gewässern vor der iranischen Küste skizziert und dabei argumentiert, dass das Land weniger von den über diese Kabel erfolgenden Verbindungen abhängig sei als andere Nationen in der Region wie die Vereinigten Arabischen Emirate, Katar, Bahrain, Kuwait oder auch Saudi-Arabien. Iran könne deshalb verstärkt auch die Internet-Infrastruktur ins Visier nehmen, um so Druck auszuüben, hieß es damals.
Siehe auch:
- Iran könnte Gebühren für Datenkabel in der Straße von Hormus erheben
- Staatliche Medien wie Tasnim und Fars verbreiten die Idee wiederholt
- Lizenzen mit jährlichen Zwangsabgaben für Kabelbetreiber werden erwogen
- Tech-Konzerne wie Google, Meta und Microsoft sollen iranische Gesetze einhalten
- Iranischen Firmen könnten exklusive Reparaturrechte übertragen werden
- Schäden an der Infrastruktur könnten gigantische finanzielle Folgen haben
- Iran ist weniger abhängig von den Kabeln als andere Golfstaaten
Iran als Gatekeeper für Internet-Traffic?
Gleich mehrere staatsnahe bzw. den sogenannten Revolutionswächtern und damit der aktuellen Regierung des Landes untergeordnete Nachrichtenagenturen bringen einen neuen Ansatz ins Spiel, mit dem das Land Druck auf die USA und diverse andere Länder ausüben könnte. Statt Öl spielen dabei die in der Region verlegten Unterseekabel die Hauptrolle.Wie das Portal Iran International berichtet, verbreiteten sowohl die staatliche iranische Nachrichtenagentur Tasnim als auch die ebenfalls den Revolutionsgarden zugeordnete Nachrichtenagentur Fars derzeit mehrfach Artikel, laut denen Iran mit "praktischen Schritten Einnahmen aus den Internetkabeln in der Straße von Hormus erzielen" könnte.
US-Konzerne sollen für Betrieb der Kabel zahlen
Angeblich haben die beiden Quellen durchaus großen Einfluss auf die Politik des Landes, weshalb nun befürchtet wird, dass Iran tatsächlich in irgendeiner Form versucht, Einnahmen aus einer Bedrohung der Unversehrtheit der Datenkabel in der Meerenge zu erzielen. Als eine mögliche Maßnahme wird eine Art "Lizenz" mit wiederkehrenden jährlichen Zwangsabgaben ins Spiel gebracht, die von den Betreibern der Kabel gezahlt werden müssten.Außerdem könne man versuchen, die großen Technologiekonzerne wie Alphabet (Google), Meta (Facebook & Co), Microsoft oder auch Amazon dazu zu zwingen, iranische Gesetzgebung einzuhalten. Eine weitere Option sei es, iranischen Firmen die exklusiven Rechte an der Reparatur und Wartung der Unterseekabel zu übertragen.
Im Grunde spricht man damit eine Drohung gegen die Kabel aus, schließlich könnten Schäden an der Infrastruktur gigantische finanzielle Auswirkungen haben. Teilweise würden die Kabel durch Gebiete verlaufen, auf die Iran ein Anrecht erheben könnte, auch wenn man den Schifffahrtsverkehr wieder in vollem Umfang zulasse.
Schon vor einigen Wochen hatte Tasnim in einem ausführlichen Artikel den Verlauf diverser Unterseekabel in den Gewässern vor der iranischen Küste skizziert und dabei argumentiert, dass das Land weniger von den über diese Kabel erfolgenden Verbindungen abhängig sei als andere Nationen in der Region wie die Vereinigten Arabischen Emirate, Katar, Bahrain, Kuwait oder auch Saudi-Arabien. Iran könne deshalb verstärkt auch die Internet-Infrastruktur ins Visier nehmen, um so Druck auszuüben, hieß es damals.
Siehe auch:
- Angriffe auf Unterseekabel: China testet Roboter zum Durchschneiden
- Britisches Militär entdeckt russische U-Boote an Unterseekabeln
- Krieg stoppt Internet-Ausbau: Meta stellt Arbeit an Unterseekabel ein
- KI-Boom: Zehntausende Kilometer neuer Unterseekabel werden verlegt
- Vodafone baut neues Unterseekabel nach Asien - und umgeht Russland
Thema:
Roland QuandtRedakteur für Smartphones & Leaks
Seine Vorabberichte zu neuen Smartphones greifen Tech-Medien in aller Welt auf. Schwerpunkte: Samsung Galaxy, Google Pixel, Prozessoren und Windows.
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