KI-Boom: Zehntausende Kilometer neuer Unterseekabel werden verlegt
Zwischen den Kontinenten ist bereits ein dichtes Netz an Unterseekabeln gesponnen. Dieses wird nun allerdings noch einmal deutlich dichter, denn der vom KI-Trend ausgelöste Bau-Boom umfasst nicht nur Datenzentren, sondern auch deren Verbindungen.
Doch die Anforderungen steigen rapide: Insbesondere die Entwicklung KI-gestützter Systeme treibt den Ausbau der Unterwasserinfrastruktur voran. "KI erhöht den Bedarf an Unterseekabeln erheblich", erklärte Alex Aime, Vice President für Netzwerk-Investitionen bei Meta, gegenüber dem US-Sender CNBC. "Viele denken bei KI nur an Rechenzentren oder Daten. Ohne die Verbindung dieser Standorte sind es lediglich teure Lagerhäuser."
Die großen Tech-Konzerne investieren daher massiv in neue Kabelprojekte. Meta kündigte im Februar "Project Waterworth" an, ein 50.000 Kilometer langes Kabel, das fünf Kontinente verbindet. Es handelt sich um das längste Unterseekabelprojekt der Welt. Auch Amazon hat mit "Fastnet" sein erstes vollständig eigenes Kabelprojekt gestartet, das Maryland mit Irland verbinden und eine Kapazität von über 320 Terabit pro Sekunde bieten soll.
Die Investitionen in neue Kabelprojekte dürften zwischen 2025 und 2027 rund 13 Milliarden Dollar erreichen, das ist fast doppelt so viel wie zwischen 2022 und 2024. Die Motivation dahinter ist klar: KI-Modelle werden immer rechenintensiver, und Rechenzentren weltweit müssen vernetzt sein, um ihre Leistung überhaupt nutzen zu können.
Die Abhängigkeit von Unterseekabeln bringt allerdings Risiken mit sich. Störungen durch Kabelschäden, sei es durch Unfälle, Fischerei oder mutmaßliche Sabotage, können ganze Länder vom Internet abschneiden. Daher setzen Regierungen und Unternehmen alles daran, diese kritische Infrastruktur zu schützen. Das reicht von NATO-Patrouillen in der Ostsee bis zu strengeren US-Regelungen für ausländische Betreiber.
Siehe auch:
- Mehr als 95 Prozent des globalen Datenverkehrs laufen über Unterseekabel
- KI-Boom führt zu massiven Investitionen in neue Unterseekabelprojekte
- Meta plant mit 'Project Waterworth' das längste Unterseekabel der Welt
- Tech-Giganten wie Google, Amazon und Microsoft investieren in die Infrastruktur
- Investitionen sollen bis 2027 rund 13 Milliarden Dollar erreichen
- Weltweite Vernetzung von Rechenzentren ist für KI-Systeme essenziell
- Abhängigkeit von Unterseekabeln birgt Risiken durch Schäden oder Sabotage
Datenzentren brauchen Netz
Die digitale Welt hängt bereits unter Wasser: Mehr als 95 Prozent des internationalen Daten- und Sprachverkehrs laufen über fast eine Million Kilometer Unterseekabel. Während die ersten kommerziellen Kabel im Jahr 1850 für Telegrafie zwischen Dover und Calais verlegt wurden, transportieren moderne Glasfaserkabel heute riesige Datenmengen und bilden das Rückgrat des Internets.Doch die Anforderungen steigen rapide: Insbesondere die Entwicklung KI-gestützter Systeme treibt den Ausbau der Unterwasserinfrastruktur voran. "KI erhöht den Bedarf an Unterseekabeln erheblich", erklärte Alex Aime, Vice President für Netzwerk-Investitionen bei Meta, gegenüber dem US-Sender CNBC. "Viele denken bei KI nur an Rechenzentren oder Daten. Ohne die Verbindung dieser Standorte sind es lediglich teure Lagerhäuser."
Die großen Tech-Konzerne investieren daher massiv in neue Kabelprojekte. Meta kündigte im Februar "Project Waterworth" an, ein 50.000 Kilometer langes Kabel, das fünf Kontinente verbindet. Es handelt sich um das längste Unterseekabelprojekt der Welt. Auch Amazon hat mit "Fastnet" sein erstes vollständig eigenes Kabelprojekt gestartet, das Maryland mit Irland verbinden und eine Kapazität von über 320 Terabit pro Sekunde bieten soll.
Alle sind dabei
Google ist seit Jahren stark engagiert und investierte in über 30 Unterseekabel, zuletzt in das Projekt "Sol", das die USA, Bermuda, die Azoren und Spanien vernetzen wird. Microsoft beteiligt sich ebenfalls an der Infrastruktur, um die stetig wachsende Nachfrage nach Datenübertragung zu bewältigen.Die Investitionen in neue Kabelprojekte dürften zwischen 2025 und 2027 rund 13 Milliarden Dollar erreichen, das ist fast doppelt so viel wie zwischen 2022 und 2024. Die Motivation dahinter ist klar: KI-Modelle werden immer rechenintensiver, und Rechenzentren weltweit müssen vernetzt sein, um ihre Leistung überhaupt nutzen zu können.
Die Abhängigkeit von Unterseekabeln bringt allerdings Risiken mit sich. Störungen durch Kabelschäden, sei es durch Unfälle, Fischerei oder mutmaßliche Sabotage, können ganze Länder vom Internet abschneiden. Daher setzen Regierungen und Unternehmen alles daran, diese kritische Infrastruktur zu schützen. Das reicht von NATO-Patrouillen in der Ostsee bis zu strengeren US-Regelungen für ausländische Betreiber.
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Christian KahleRedakteur für Forschung, Energie und Raumfahrt
Begleitet die IT-Branche seit dem Dotcom-Boom, Informatik studierte er in Berlin. Sein Spektrum reicht von Quantencomputern über Solarstrom bis zur Raumfahrt.
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