Google trainiert KI mit Videospiel:
EVE Online wird zum KI-Bootcamp

Google trainiert seine Künstliche Intelligenz künftig im virtuellen Weltraum. Das komplexe Sci-Fi-MMORPG EVE Online dient als neues Testfeld für vielfältige Verhaltensmuster, Wirtschaftssimulationen und langfristige Planung.
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Fenris Creations

KI-Training im virtuellen Weltraum

KI-Unternehmen greifen immer wieder zu unterschiedlichen Lösungen, um ihre Modelle zu trainieren. Meta zeichnet etwa jeden einzelnen Klick an den PCs seiner Mitarbeiter auf und nutzt illegales Torrenting. Google verwendet unter anderem Reddit-Posts. Künftig setzt der Alphabet-Konzern aber auch auf Daten aus dem Science-Fiction-MMORPG EVE Online.

Zu diesem Zweck hat Google DeepMind eine Partnerschaft mit dem isländischen Entwicklerstudio Fenris Creations geschlossen und Minderheitsanteile an dem Unternehmen erworben. Das Ziel der Kooperation ist die Erforschung von maschinellem Lernen in spielergesteuerten Systemen.


Das im Jahr 2003 veröffentlichte Weltraumspiel bietet eine vielschichtige Umgebung für die Forschung. Mit rund 250.000 aktiven Nutzern pro Monat simuliert der Titel komplexe Systeme. Spieler agieren mit langfristiger Planung, strategischem Kampf, politischer Sabotage und Betrug. Solche Aspekte machen die virtuelle Welt in den Augen von Google zu einem idealen Testfeld, da sie menschliches Verhalten unter extremen Bedingungen widerspiegelt.

Forschung auf isolierten Servern

Wie Fenris Creations mitteilt, finden die initialen Tests jedoch ausschließlich in kontrollierten, lokalen Offline-Versionen statt. Das Live-Spiel wird durch die Experimente nicht beeinflusst. Die Forscher konzentrieren sich auf die drei Kernbereiche der langfristigen strategischen Planung, des Aufbaus von komplexen Gedächtnisstrukturen sowie des kontinuierlichen maschinellen Lernens.

Der Kooperation ging eine weitreichende Umstrukturierung voraus. Das ehemals als CCP Games bekannte Studio kaufte sich kürzlich für 120 Millionen Dollar (etwa 102 Millionen Euro) vom südkoreanischen Publisher Pearl Abyss frei. Der Mutterkonzern hatte das Studio im Jahr 2018 noch für 225 Millionen Dollar (etwa 192 Millionen Euro) erworben. Unter dem neuen Namen Fenris Creations agiert das Unternehmen nun wieder unabhängig. Die neu gewonnene Freiheit ermöglicht es den Entwicklern, solche unkonventionellen Partnerschaften einzugehen.

KI-Chef mit Gaming-Wurzeln

Für Google DeepMind ist der Schritt in den Bereich der Videospiele vertrautes Terrain. Zuvor nutzte der Konzern bereits Titel wie StarCraft oder Brettspiele wie Go, um Algorithmen intensiv zu testen. Der Leiter der Abteilung, Demis Hassabis, begann seine Karriere in den Neunzigerjahren zudem als Entwickler von Simulationen wie Theme Park.

Die aktuelle Partnerschaft baut auf der Prämisse auf, dass das komplexe Weltraum-MMORPG als enorme Herausforderung für maschinelles Lernen gilt. Wenn eine KI die undurchsichtige Politik und Wirtschaft von EVE Online erfolgreich meistert, erhoffen sich die Forscher neue Ansätze zur Lösung von realen logistischen oder ökonomischen Problemen.

Was meint ihr zu der Entwicklung? Seht ihr das KI-Training in Videospielen als Chance oder überwiegen für euch die Bedenken? Teilt eure Meinung gerne mit uns in den Kommentaren!

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Zusammenfassung
  • Google DeepMind trainiert KI künftig mit dem Weltraum-MMORPG EVE Online
  • EVE Online bietet mit 250.000 Spielern ein komplexes Ökosystem
  • Die Tests finden in Offline-Umgebungen statt und beeinflussen das Live-Spiel nicht
  • Google DeepMind nutzte bereits StarCraft und Brettspiele für KI-Training
  • KI soll mit Training in EVE Online in Zukunft reale Probleme lösen

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