KI-Hardware aus Deutschland:
Anker enthüllt seinen neuen Thus-Chip

Anker steigt in die Chip-Entwicklung ein und präsentiert mit Thus einen eigenen KI-Prozessor. Der in Deutschland gefertigte Chip soll künstliche Intelligenz direkt auf kleine Geräte wie Kopfhörer bringen und dabei einige bisherige Probleme lösen.
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Anker

Anker bringt KI-Chip aus Dresden

Anker, Anbieter von Unterhaltungselektronik wie Kopfhörern, Beamern, aber auch Powerbanks, hat mit Thus seinen ersten eigenen Prozessor für künstliche Intelligenz vorgestellt. Der Baustein wird in Dresden gefertigt und soll lokale KI-Anwendungen auf kleine Endgeräte wie Kopfhörer und Smart-Home-Produkte bringen. Anker zielt darauf ab, komplexe Berechnungen direkt auf den Geräten auszuführen, ohne auf Cloud-Anbindungen angewiesen zu sein.

Um das zu erreichen, nutzen die Ingenieure einen Ansatz namens Compute-in-Memory, kurz CIM. Bei herkömmlichen Prozessoren werden Daten ständig zwischen dem Speicher und der Recheneinheit hin- und hergeschoben, was viel Energie verbraucht. Bei der CIM-Architektur findet die Datenverarbeitung direkt im Speicher statt. Anker setzt hierbei auf platzsparenden NOR-Flash-Speicher, der den Stromverbrauch drastisch senkt.


Mehr Leistung auf engstem Raum

Besonders bei kompakten Geräten spielt das eine wichtige Rolle. Wie The Verge berichtet, kommt der Chip zuerst in neuen kabellosen Kopfhörern zum Einsatz. Die Produktkategorie gilt als besonders anspruchsvoll, da wenig Platz vorhanden ist. Zudem werden die Geräte direkt am Körper getragen, weshalb die Wärmeentwicklung stark limitiert bleiben muss.

Dank der neuen Architektur kann der Thus-Prozessor laut Hersteller deutlich größere neuronale Netze verarbeiten. Das soll unter anderem die Umgebungsgeräuschunterdrückung weiter verbessern. Die Plattform ist in der Lage, mehrere Millionen Parameter in Echtzeit zu verarbeiten.

Vollwertige Sprachmodelle wie ChatGPT laufen auf dem Chip aber nicht. Das System ist strikt für spezifische Audioaufgaben optimiert. Anker verfolgt eine Strategie, bei der die hauseigenen Audiomarken wie Soundcore stark von solchen spezialisierten Halbleitern profitieren. Bisher verließen sich Hersteller oft auf Standard-Chipsätze von Zulieferern. Mit dem Eigenbau geht Anker nun einen unabhängigeren Weg.

Zukunftspläne und erste Produkte

Obwohl Anker nicht plant, ein reines Halbleiterunternehmen zu werden, soll die Thus-Plattform in den kommenden Jahren in das gesamte Ökosystem einziehen. Neben Audio-Hardware betrifft das auch mobiles Zubehör, wie etwa smarte Ladegeräte oder Powerbanks. Details zu den ersten Kopfhörern will der Hersteller auf einem Event am 21. Mai in New York bekannt geben.

Der Vorstoß in die eigene Halbleiterentwicklung markiert einen neuen Abschnitt in der Geschichte der asiatischen Marke, die einst mit einfachen Ladekabeln startete.

Die Integration von KI-Chips in kleine Alltagsgeräte nimmt Fahrt auf. Glaubt ihr, dass die lokale Datenverarbeitung die Cloud auf Dauer ersetzt? Teilt eure Gedanken in den Kommentaren!

Zusammenfassung
  • Anker stellt mit Thus seinen ersten eigenen KI-Prozessor vor
  • Der Chip wird in Dresden gefertigt und zielt auf lokale KI ohne Cloud
  • Compute-in-Memory verarbeitet Daten direkt im Speicher und spart Energie
  • NOR-Flash senkt den Strombedarf, ideal für kleine Geräte wie Kopfhörer
  • Verarbeitung von Millionen Parametern bietet etwa bessere Geräuschunterdrückung
  • Erste Kopfhörer mit Thus werden am 21. Mai in New York vorgestellt

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