Kein Verlass auf USA: Indien soll helfen, europäische Satelliten zu starten

Um sich weniger auf die USA und Firmen wie Elon Musks SpaceX verlassen zu müssen, suchen europäische Satellitenbetreiber Partner in anderen Ländern. Weil Russland aus verständlichen Gründen kein Partner sein kann, setzt Eutelsat auf Hilfe aus Indien.
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Eutelsat

Alternativen zu SpaceX und Ariane gesucht

Eutelsat versucht unter Verwendung verschiedener "Launch"-Partner, ein eigenes, aus Europa stammendes Netz von Satelliten ins All zu bringen, das ähnlich dem von SpaceX betriebenen Starlink langfristig Internetkommunikation ermöglichen soll. Bisher ist man dabei aber auf Raketen von SpaceX und das europäische Ariane-Programm angewiesen.

Wie die Nachrichtenagentur Reuters jetzt berichtet, verhandelt Eutelsat bereits seit Mitte letzten Jahres mit der indischen Raumfahrtbehörde um eine mögliche Kooperation. Ziel ist es, Satelliten von Eutelsat mit Unterstützung der Indian Space Research Organisation (ISRO) ins All bringen zu können.


OneWeb-Satelliten schon von ISRO ins All gebracht

Eutelsat betreibt bereits jetzt 72 sogenannte OneWeb-Satelliten, die man im Zusammenhang mit der Übernahme des gleichnamigen britischen Startup-Unternehmens in sein Portfolio bekam. Diese Satelliten, welche etwa so groß sind wie ein Kühlschrank, bieten Internet-Dienste für Firmen und Regierungsbehörden an und wurden vor einigen Jahren von der ISRO mit einer LVM3-Rakete ins All geschossen.

Aktuell kann Eutelsat keine russischen Sojus-Raketen mehr für den Transport seiner Satelliten nutzen, nachdem Russland seit Jahren Krieg gegen die Ukraine führt. Neben Starts mit SpaceX und Ariane-Raketen setzt Eutelsat zusätzlich zu einer neuen Partnerschaft mit Indien auf das französische Startup MaiaSpace, das ein wiederverwendbares Raketensystem im Kleinformat bauen will.

Noch soll keine Kooperation mit der ISRO oder anderen indischen Partnern zustandegekommen sein. Eutelsat-Chef Jean-Francois Fallacher will die Firma aber dennoch auf die Zukunft vorbereiten, auch weil in den nächsten Jahren der Start von mehr als 440 Satelliten geplant ist. Aktuell betreibt Eutelsat rund 650 Satelliten und will "sehr bald" die 1000er-Marke hinter sich lassen.

Vergleiche mit Starlink und seinen bisher rund 10.000 Satelliten wollte Fallacher übrigens nicht gelten lassen. Aktuell würden nicht mehr Satelliten durch Eutelsat benötigt, zumal man sich in größerer Höhe bewege und daher weniger Satelliten benötige. Sobald Bedarf bestehe, werde dennoch ein Ausbau der Konstellation erfolgen, so der Manager weiter. Seit 2025 ist der französische Staat der größte Anteilseigner von Eutelsat.

Zusammenfassung
  • Eutelsat sucht neue Partner für den Start europäischer Satelliten
  • Indien und die ISRO sollen künftig als Alternative zu SpaceX dienen
  • Russische Sojus-Raketen sind wegen des Ukrainekriegs keine Option mehr
  • Eutelsat betreibt derzeit rund 650 Satelliten und plant weiteren Ausbau
  • Über 440 neue Satelliten sollen in den kommenden Jahren gestartet werden
  • Das französische Startup MaiaSpace entwickelt wiederverwendbare Raketen
  • Der französische Staat ist seit 2025 größter Anteilseigner von Eutelsat

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