Heftige Blitze: Gewitter auf dem Jupiter ähneln eher einem Atomkrieg
Der Jupiter ist für seine extremen Bedingungen durchaus bekannt. Was nun aber neueste Messungen der US-Raumsonde Juno hervorbrachten, ist spektakulär: Gewitter auf dem Gasplaneten ähneln in ihrer Wucht einem Konflikt mit Atomwaffen.
Schon frühere Missionen hatten Blitze auf Jupiter beobachtet, etwa New Horizons beim Vorbeiflug im Jahr 2007. Diese Messungen beschränkten sich jedoch vor allem auf die Nachtseite des Planeten und lieferten nur begrenzte Informationen. Erst Juno, die seit 2016 in einer polaren Umlaufbahn unterwegs ist, ermöglicht eine umfassendere Untersuchung auch in den Polarregionen, wo komplexe Sturmsysteme toben.
Im Zentrum der neuen Arbeit stehen sogenannte "versteckte Superstürme", die sich zwischen 2021 und 2022 im nördlichen Äquatorialband Jupiters entwickelten. Diese Stürme sind weniger auffällig als bekannte gewaltige Wirbel, reichen aber tief in die Atmosphäre hinein und können über Monate bestehen bleiben. Dank einer seltenen Phase mit isolierten Sturmsystemen gelang es den Forschenden erstmals, einzelne Gewitter präzise zu lokalisieren und ihre Blitzaktivität gezielt zu messen.
Die enorme Energie hängt vermutlich mit den besonderen Bedingungen auf Jupiter zusammen. Seine Atmosphäre besteht überwiegend aus Wasserstoff, und Stürme reichen dort bis in Höhen von über 100 Kilometern - deutlich mehr als auf der Erde. Um solche Höhen zu erreichen, müssen sie besonders energiereich sein, was schließlich zu extrem starken Blitzentladungen führt.
Die Forschenden betonen jedoch, dass noch Unsicherheiten bestehen. Weitere Messungen sollen klären, ob diese extremen Werte typisch für Jupiter sind oder nur bei bestimmten Sturmsystemen auftreten.
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Juno liefert erstmals Daten
Laut den Messungen könnten Blitze dort bis zu eine Million Mal stärker sein als auf der Erde. Die Ergebnisse stammen aus einer aktuellen Forschungsarbeit, die im Fachjournal AGU Advances veröffentlicht wurde. Diese basiert auf Daten des Mikrowellenradiometers (MWR) an Bord der Sonde. Anders als optische Kameras misst das Instrument Radiowellen, die selbst durch die undurchsichtige Atmosphäre Jupiters dringen können.Schon frühere Missionen hatten Blitze auf Jupiter beobachtet, etwa New Horizons beim Vorbeiflug im Jahr 2007. Diese Messungen beschränkten sich jedoch vor allem auf die Nachtseite des Planeten und lieferten nur begrenzte Informationen. Erst Juno, die seit 2016 in einer polaren Umlaufbahn unterwegs ist, ermöglicht eine umfassendere Untersuchung auch in den Polarregionen, wo komplexe Sturmsysteme toben.
Im Zentrum der neuen Arbeit stehen sogenannte "versteckte Superstürme", die sich zwischen 2021 und 2022 im nördlichen Äquatorialband Jupiters entwickelten. Diese Stürme sind weniger auffällig als bekannte gewaltige Wirbel, reichen aber tief in die Atmosphäre hinein und können über Monate bestehen bleiben. Dank einer seltenen Phase mit isolierten Sturmsystemen gelang es den Forschenden erstmals, einzelne Gewitter präzise zu lokalisieren und ihre Blitzaktivität gezielt zu messen.
Zahlreiche Stürme analysiert
Die Sonde überflog mehrere dieser Stürme wiederholt und registrierte dabei Hunderte Radiopulse. In einem Fall wurden über 200 einzelne Signale erfasst, bei durchschnittlich etwa drei Blitzen pro Sekunde. Insgesamt analysierte das Team mehr als 600 Entladungen. Die Auswertung zeigt: Während die schwächsten Blitze etwa mit irdischen Entladungen vergleichbar sind, erreichen die stärksten eine vielfach höhere Energie. Je nach Berechnungsmethode könnte ihre Leistung um ein Vielfaches - im Extremfall sogar um den Faktor eine Million - über der von Blitzen auf der Erde liegen.Die enorme Energie hängt vermutlich mit den besonderen Bedingungen auf Jupiter zusammen. Seine Atmosphäre besteht überwiegend aus Wasserstoff, und Stürme reichen dort bis in Höhen von über 100 Kilometern - deutlich mehr als auf der Erde. Um solche Höhen zu erreichen, müssen sie besonders energiereich sein, was schließlich zu extrem starken Blitzentladungen führt.
Die Forschenden betonen jedoch, dass noch Unsicherheiten bestehen. Weitere Messungen sollen klären, ob diese extremen Werte typisch für Jupiter sind oder nur bei bestimmten Sturmsystemen auftreten.
Zusammenfassung
- Gewitter auf dem Jupiter ähneln in ihrer Wucht einem Atomkrieg
- Blitze auf Jupiter können bis zu eine Million Mal stärker sein
- Die Raumsonde Juno misst Radiowellen durch Jupiters Atmosphäre
- Versteckte Superstürme entwickelten sich zwischen 2021 und 2022
- Über 600 Blitzentladungen wurden vom Forschungsteam analysiert
- Jupiters Stürme reichen bis in Höhen von über 100 Kilometern
- Weitere Messungen sollen klären, ob die Extremwerte typisch sind
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