Die Pommes zum Käse: Kartoffeln gedeihen auch im Mond-Boden

Kartoffeln könnten eine wichtige Rolle bei der Versorgung von Astronauten auf einer kommenden Mond-Basis spielen. Neue Forschungsergebnisse deuten darauf hin, dass die Knollen tatsächlich in einer simulierten Mondumgebung wachsen können.
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Aufgepepptes Regolith

Klar ist allerdings: Ohne Zutun von Außen wird das nicht klappen, es bedarf der Unterstützung durch organisches Material, das auf irgendeinem Weg von der Erde zum Mond gebracht wird. Im Film "Der Marsianer" waren dies schlicht die Exkremente des Astronauten.

Ein Team um den Weltraumbiologen David Handy von der Oregon State University hat in einer aktuellen Vorabstudie untersucht, ob Pflanzen im sogenannten Mondregolith gedeihen können. Dabei handelt es sich um die feine, staubige Schicht, die die Oberfläche des Mondes bedeckt. Da echter Mondboden schwer zugänglich ist, stellten die Forschenden im Labor eine Mischung aus zermahlenen Mineralien und Vulkanasche her, die der chemischen Zusammensetzung des Regoliths möglichst nahekommt.


Das zentrale Problem: Mondstaub enthält keinerlei organische Substanz, die Pflanzen zum Wachsen benötigen. Um dieses Defizit auszugleichen, mischte das Team dem künstlichen Regolith eine geringe Menge Wurmkompost bei. Bereits ein Anteil von fünf Prozent reichte aus, damit Kartoffelpflanzen unter den ansonsten extremen Bedingungen wachsen konnten. Nach rund zwei Monaten konnten die Wissenschaftler erste Knollen ernten.

Weitere Analysen zeigten jedoch, dass die Pflanzen unter Stress standen. Bestimmte Gene, die mit Stressreaktionen in Verbindung stehen, waren aktiviert. Zudem enthielten die Kartoffeln höhere Konzentrationen von Metallen wie Kupfer und Zink, was ihre Eignung als Nahrungsmittel potenziell einschränken könnte. Dennoch überraschte die Studie mit einem positiven Befund: Der Nährwert der Kartoffeln war vergleichbar mit dem von auf der Erde angebauten Exemplaren.

Strahlung und Co. noch zu testen

Fachleute sehen in den Ergebnissen einen wichtigen Schritt für zukünftige Mondmissionen, betonen jedoch Einschränkungen. So wurden entscheidende Umweltfaktoren wie starke Strahlung in den Experimenten nicht berücksichtigt. Auch fehlen bislang Tests mit echtem Mondmaterial.

Die Forschenden planen bereits weitere Versuche. Dabei sollen unterschiedliche Kartoffelsorten getestet werden, um herauszufinden, welche sich am besten an die extremen Bedingungen anpassen. Langfristig könnten sogar speziell gezüchtete Sorten entstehen, die für den Anbau auf dem Mond optimiert sind und einen möglichen Baustein für dauerhafte Außenposten im All bilden.

Zusammenfassung
  • Kartoffeln könnten Astronauten auf einer künftigen Mondbasis versorgen
  • Forscher nutzten simulierten Mondregolith aus Mineralien und Vulkanasche
  • Bereits fünf Prozent Wurmkompost ermöglichten das Pflanzenwachstum
  • Nach etwa zwei Monaten konnten die Wissenschaftler erste Knollen ernten
  • Stressgene waren aktiviert und Metallkonzentrationen erhöht vorgefunden
  • Der Nährwert war dennoch vergleichbar mit irdisch angebauten Kartoffeln
  • Weitere Versuche mit verschiedenen Kartoffelsorten sind bereits geplant

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