Anthropic-CEO greift OpenAI frontal an, wirft "glatte Lügen" vor

OpenAI sicherte sich einen umstrittenen Auftrag des US-Militärs, den Konkurrent Anthropic zuvor aus Sicherheitsgründen abgelehnt hatte. Nun hagelt es schwere Vorwürfe: Anthropic-Chef Amodei bezeichnet die Kommunikation von Sam Altman als glatte Lügen.
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Eskalation im Streit um KI-Militärverträge

Der Konflikt zwischen zwei der führenden US-Unternehmen für künstliche Intelligenz hat eine neue Eskalationsstufe erreicht. Dario Amodei, CEO von Anthropic, hat schwere Vorwürfe gegen seinen ehemaligen Arbeitgeber OpenAI und dessen Chef Sam Altman erhoben. In einem internen Memo bezeichnete Amodei die Kommunikation von OpenAI bezüglich eines neuen Vertrages mit dem US-Verteidigungsministerium als "glatte Lügen". Er beschuldigte Altman, sich fälschlicherweise als moralische Instanz zu inszenieren, während wirtschaftliche Interessen im Vordergrund stünden.

Auslöser der Auseinandersetzung ist ein Regierungsauftrag, den Anthropic zuvor abgelehnt hatte. Das Unternehmen zog sich aus den Verhandlungen zurück, da es unüberbrückbare Differenzen hinsichtlich der Sicherheitsstandards gab. OpenAI übernahm daraufhin das Projekt. Anthropic positioniert sich seit der Gründung im Jahr 2021 durch die Geschwister Dario und Daniela Amodei als sicherheitsbewusstes und ethisch(er)es Gegengewicht zum ChatGPT-Macher. Beide verließen OpenAI damals wegen Bedenken bezüglich der Kommerzialisierung früherer Modelle.


Wie The Information (via TechCrunch) berichtet, warf Amodei dem Konkurrenten vor, lediglich "Sicherheitstheater" zu betreiben. OpenAI hatte argumentiert, der Vertrag enthalte technische Schutzmaßnahmen, Anthropic hingegen ging es laut Amodei tatsächlich darum, Missbrauch zu verhindern.

Im Kern geht es um die Nutzung von KI für militärische Zwecke und (inländische) Massenüberwachung. Das Verteidigungsministerium, unter der aktuellen Regierung oft "Department of War" genannt, bestand auf einer Klausel für "jeden rechtmäßigen Gebrauch". OpenAI versicherte, dass illegale Überwachung ausgeschlossen sei. Kritiker wenden jedoch ein, dass sich die Definition dessen, was unter der Regierung als rechtmäßig gilt, schnell ändern kann.

Die Entscheidung von OpenAI zeigt bereits drastische Folgen bei der Nutzerbasis, die sensibel auf eine Aufweichung der Prinzipien reagiert:

  • Die Deinstallationen der mobilen App von OpenAI stiegen um 295 Prozent an.
  • Die App von Anthropic kletterte in vielen Ländern auf vorderste Plätze in den App-Stores.
  • In sozialen Medien formierten sich lautstarke Boykottaufrufe unter Nutzern.

Sam Altman räumte mittlerweile ein, dass der Abschluss des Deals überhastet wirkte. Man habe versucht, die Situation zu deeskalieren, dabei aber einen opportunistischen Eindruck hinterlassen. Dennoch beharrt OpenAI darauf, dass die vereinbarten technischen Schutzmaßnahmen identisch mit jenen seien, die auch Anthropic gefordert hatte. Diese Darstellung weist Amodei vehement zurück und sieht darin den Beweis für die unehrliche Kommunikation des Konkurrenten.

Wie bewertet ihr die Zusammenarbeit von KI-Firmen mit dem Militär? Zieht ihr Konsequenzen bei der Wahl eurer KI-Tools? Schreibt uns eure Meinung in die Kommentare!

Zusammenfassung
  • Anthropic-CEO Amodei wirft OpenAI und Sam Altman glatte Lügen vor
  • Anthropic lehnte einen Auftrag des US-Militärs aus Sicherheitsgründen ab
  • OpenAI übernahm den umstrittenen Vertrag mit dem Verteidigungsministerium
  • Amodei beschuldigt OpenAI, lediglich ein Sicherheitstheater zu betreiben
  • Kritiker warnen vor KI-gestützter Massenüberwachung durch das US-Militär
  • Deinstallationen der OpenAI-App stiegen drastisch um 295 Prozent an
  • Sam Altman räumte ein, dass der Vertragsabschluss überhastet gewirkt habe

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