Nintendos Virtual Boy-App jetzt verfügbar:
Teure Rückkehr eines Flops
Der Virtual Boy kehrt über drei Jahrzehnte nach seinem Scheitern als App auf die Nintendo Switch zurück. Doch der simple Download reicht nicht aus: Nintendo erzwingt den Kauf von physischem Zubehör, ohne das sich die Retro-Klassiker nicht starten lassen.
Für die nötige Immersion bietet Nintendo deshalb eine Replik des originalen Virtual Boy an, die exklusiv im My Nintendo Store erhältlich ist. Diese kostet 79,99 Euro. Wer sparen möchte oder den Bastelspaß sucht, kann alternativ zu einer Variante aus Pappe greifen, die für 19,99 Euro angeboten wird und stark an die Nintendo Labo Sets erinnert. Beide Versionen fungieren als Halterung, in die die Konsole eingeschoben wird. Technisch gesehen handelt es sich dabei nicht um ein VR-Headset im modernen Sinne mit Kopfband, sondern - wie beim Vorbild von 1995 - um ein stationäres Gerät auf einem Zweibeinständer, in das der Spieler hineinschaut.
Laut einer offiziellen Nintendo-Mitteilung umfasst das Startaufgebot sieben Titel. Dazu gehören bekannte Namen wie Marios Tennis, Galactic Pinball und das von Kritikern oft gelobte Virtual Boy Wario Land. Neun weitere Spiele sollen in Zukunft folgen, darunter auch der bisher unveröffentlichte Titel Zero Racer. Da für den Virtual Boy ursprünglich nur 22 Spiele erschienen sind, wird somit fast die gesamte Bibliothek verfügbar gemacht. Einige lizenzierte Titel wie Waterworld, das auf dem gleichnamigen Film basiert, fehlen jedoch voraussichtlich aus rechtlichen Gründen.
Ein technisches Detail der Neuauflage betrifft die Kompatibilität zwischen den Konsolengenerationen. Erste Tests zeigen, dass das neue Zubehör primär für die Maße der Nintendo Switch 2 konzipiert wurde. Nutzer der ersten Switch-Generation müssen eine im Lieferumfang enthaltene Adapterplatte montieren, wofür Schraubarbeiten nötig sind. Die Kunststoff-Replik wird dabei für ihre Detailtreue gelobt: Von den gummierten Standfüßen bis zur heute funktionslosen EXT-Buchse auf der Unterseite, die einst für nie realisierte Multiplayer-Funktionen gedacht war, entspricht das Design exakt dem Original.
Abseits der offiziell unterstützten Bibliothek erlaubt die Hardware auch Experimente mit Titeln, die den VR-Modus von Nintendo Labo unterstützen. So lässt sich etwa The Legend of Zelda: Breath of the Wild durch die Linsen betrachten. Das Ergebnis ist jedoch gemischt: Die Inhalte werden dabei strikt in der klassischen Rot-Schwarz-Palette dargestellt. Da der Virtual Boy ein natives 4:3-Format nutzt, werden bei modernen 16:9-Spielen die Bildränder abgeschnitten. Das macht Menüs und Texte an den Rändern oft unleserlich, bietet aber einen nostalgischen, wenngleich für die Augen anstrengenden 3D-Effekt.
Werdet ihr euch die Hardware zulegen oder ist euch der Preis für den Retro-Trip zu hoch? Wir sind gespannt auf eure Meinung zu diesem ungewöhnlichen Schritt von Nintendo. Schreibt es uns in die Kommentare!
Siehe auch:
Hardware-Zwang für Retro-Fans
Über drei Jahrzehnte nach dem ursprünglichen Marktstart wagt Nintendo ein Experiment und bringt den Virtual Boy als App für die Nintendo Switch und die neue Nintendo Switch 2 zurück. Wer darauf hofft, die rot-schwarzen Klassiker einfach herunterladen und auf dem Fernseher oder im Handheld-Modus spielen zu können, wird aber enttäuscht werden. Nintendo setzt für die Nutzung nämlich nicht nur das kostenpflichtige Nintendo Switch Online + Erweiterungspaket voraus, sondern verlangt zwingend physisches Zubehör. Ohne die gekoppelte Hardware verweigert die App den Dienst und kann nicht gestartet werden.Für die nötige Immersion bietet Nintendo deshalb eine Replik des originalen Virtual Boy an, die exklusiv im My Nintendo Store erhältlich ist. Diese kostet 79,99 Euro. Wer sparen möchte oder den Bastelspaß sucht, kann alternativ zu einer Variante aus Pappe greifen, die für 19,99 Euro angeboten wird und stark an die Nintendo Labo Sets erinnert. Beide Versionen fungieren als Halterung, in die die Konsole eingeschoben wird. Technisch gesehen handelt es sich dabei nicht um ein VR-Headset im modernen Sinne mit Kopfband, sondern - wie beim Vorbild von 1995 - um ein stationäres Gerät auf einem Zweibeinständer, in das der Spieler hineinschaut.
Laut einer offiziellen Nintendo-Mitteilung umfasst das Startaufgebot sieben Titel. Dazu gehören bekannte Namen wie Marios Tennis, Galactic Pinball und das von Kritikern oft gelobte Virtual Boy Wario Land. Neun weitere Spiele sollen in Zukunft folgen, darunter auch der bisher unveröffentlichte Titel Zero Racer. Da für den Virtual Boy ursprünglich nur 22 Spiele erschienen sind, wird somit fast die gesamte Bibliothek verfügbar gemacht. Einige lizenzierte Titel wie Waterworld, das auf dem gleichnamigen Film basiert, fehlen jedoch voraussichtlich aus rechtlichen Gründen.
Geschichte eines Misserfolgs
Das System selbst nimmt einen speziellen Platz in Nintendos Historie ein. Der Virtual Boy erschien 1995 und gilt als einer der größten kommerziellen Misserfolge des japanischen Unternehmens. Entwickelt vom legendären Game-Boy-Erfinder Gunpei Yokoi, konnte die Konsole aufgrund ihres hohen Preises, der unhandlichen Ergonomie und des augenbelastenden roten Displays nur knapp 770.000 Einheiten absetzen. Das Display konnte damals nur vier Rottöne vor schwarzem Hintergrund darstellen, um Kosten und Batterielaufzeit zu schonen.Ein technisches Detail der Neuauflage betrifft die Kompatibilität zwischen den Konsolengenerationen. Erste Tests zeigen, dass das neue Zubehör primär für die Maße der Nintendo Switch 2 konzipiert wurde. Nutzer der ersten Switch-Generation müssen eine im Lieferumfang enthaltene Adapterplatte montieren, wofür Schraubarbeiten nötig sind. Die Kunststoff-Replik wird dabei für ihre Detailtreue gelobt: Von den gummierten Standfüßen bis zur heute funktionslosen EXT-Buchse auf der Unterseite, die einst für nie realisierte Multiplayer-Funktionen gedacht war, entspricht das Design exakt dem Original.
Abseits der offiziell unterstützten Bibliothek erlaubt die Hardware auch Experimente mit Titeln, die den VR-Modus von Nintendo Labo unterstützen. So lässt sich etwa The Legend of Zelda: Breath of the Wild durch die Linsen betrachten. Das Ergebnis ist jedoch gemischt: Die Inhalte werden dabei strikt in der klassischen Rot-Schwarz-Palette dargestellt. Da der Virtual Boy ein natives 4:3-Format nutzt, werden bei modernen 16:9-Spielen die Bildränder abgeschnitten. Das macht Menüs und Texte an den Rändern oft unleserlich, bietet aber einen nostalgischen, wenngleich für die Augen anstrengenden 3D-Effekt.
Werdet ihr euch die Hardware zulegen oder ist euch der Preis für den Retro-Trip zu hoch? Wir sind gespannt auf eure Meinung zu diesem ungewöhnlichen Schritt von Nintendo. Schreibt es uns in die Kommentare!
Welche Hardware ist zwingend nötig?
Um die Virtual Boy-Bibliothek nutzen zu können, benötigen Sie zwingend ein aktives Abonnement für Nintendo Switch Online + Erweiterungspaket. Die Spiele sind Teil der "Nintendo Classics"-App und nicht einzeln käuflich zu erwerben.
Zusätzlich ist physische Hardware erforderlich: Entweder die offizielle Virtual Boy-Replik für ca. 80 Euro oder das günstigere Papp-Modell für rund 20 Euro. Beide Varianten fungieren als Halterung (Dock) für die Konsole; es handelt sich nicht um eigenständige Displays, sondern um Aufsätze für den Switch-Bildschirm.
Zusätzlich ist physische Hardware erforderlich: Entweder die offizielle Virtual Boy-Replik für ca. 80 Euro oder das günstigere Papp-Modell für rund 20 Euro. Beide Varianten fungieren als Halterung (Dock) für die Konsole; es handelt sich nicht um eigenständige Displays, sondern um Aufsätze für den Switch-Bildschirm.
Ist das alte Labo VR-Kit nutzbar?
Hier gibt es widersprüchliche Aussagen. Während ein Nintendo-Vertreter ursprünglich andeutete, dass das alte Labo VR-Kit funktionieren würde, ruderte das Unternehmen später zurück. Offiziell heißt es nun, dass die neuen Zubehörteile zwingend erforderlich seien.
Technisch gesehen nutzen beide Systeme jedoch stereoskopische Linsen vor dem Switch-Display. Es ist daher wahrscheinlich, dass das alte Labo-Kit physisch funktioniert, wenngleich Nintendo wohl den Verkauf der neuen Hardware forcieren möchte. Eine offizielle Garantie für die Kompatibilität alter Papp-VR-Brillen gibt es nicht.
Technisch gesehen nutzen beide Systeme jedoch stereoskopische Linsen vor dem Switch-Display. Es ist daher wahrscheinlich, dass das alte Labo-Kit physisch funktioniert, wenngleich Nintendo wohl den Verkauf der neuen Hardware forcieren möchte. Eine offizielle Garantie für die Kompatibilität alter Papp-VR-Brillen gibt es nicht.
Unterstützt das Gerät die Switch 2?
Ja, die neue Virtual Boy-Hardware ist explizit für die Nintendo Switch und die kommende Switch 2 konzipiert. Die Replik wird mit einer Adapterplatte ausgeliefert, die einen Wechsel zwischen den Konsolen ermöglicht.
Der Umbau erfordert laut Testberichten lediglich das Lösen von vier Schrauben, um die Passform auf das jeweilige Konsolenmodell abzustimmen. Dies bestätigt, dass die Peripherie zukunftssicher ausgelegt ist und auch mit der nächsten Konsolengeneration funktionieren wird.
Der Umbau erfordert laut Testberichten lediglich das Lösen von vier Schrauben, um die Passform auf das jeweilige Konsolenmodell abzustimmen. Dies bestätigt, dass die Peripherie zukunftssicher ausgelegt ist und auch mit der nächsten Konsolengeneration funktionieren wird.
Läuft The Legend of Zelda: Breath of the Wild auf dem Headset?
Ja, The Legend of Zelda: Breath of the Wild ist spielbar, da das Headset den vorhandenen VR-Modus des Spiels nutzt. Allerdings gibt es eine massive Einschränkung: Durch die fest verbauten roten Linsen wird das gesamte Spiel monochrom rot dargestellt, was die Ästhetik stark verändert.
Berichten zufolge ist der 3D-Effekt dennoch beeindruckend und verleiht der Welt Tiefe. Da das Spiel jedoch für das 16:9-Format konzipiert wurde, werden Texte und UI-Elemente am Rand abgeschnitten. Es eignet sich eher für kurze Erkundungstouren als für ernsthaftes Gameplay.
Berichten zufolge ist der 3D-Effekt dennoch beeindruckend und verleiht der Welt Tiefe. Da das Spiel jedoch für das 16:9-Format konzipiert wurde, werden Texte und UI-Elemente am Rand abgeschnitten. Es eignet sich eher für kurze Erkundungstouren als für ernsthaftes Gameplay.
Welche Spiele sind im Abo enthalten?
Zum Start stehen sieben Klassiker zur Verfügung, darunter Virtual Boy Wario Land, Red Alarm, Teleroboxer und Galactic Pinball. Diese Titel decken einen großen Teil der ursprünglich winzigen Bibliothek ab.
Nintendo hat bereits angekündigt, das Angebot sukzessive zu erweitern. Geplant sind unter anderem bisher unveröffentlichte Titel wie Zero Racers und D-Hopper. Lizenzierte Spiele wie Waterworld werden voraussichtlich fehlen.
Nintendo hat bereits angekündigt, das Angebot sukzessive zu erweitern. Geplant sind unter anderem bisher unveröffentlichte Titel wie Zero Racers und D-Hopper. Lizenzierte Spiele wie Waterworld werden voraussichtlich fehlen.
Kann man den Rot-Filter entfernen?
Offiziell warnt Nintendo davor, das Produkt zu zerlegen oder zu modifizieren. Tester haben jedoch herausgefunden, dass sich die Linsenhalterung samt der roten Filter entfernen lässt, indem man die innere Frontplatte vorsichtig herauszieht.
Ohne die Filter könnte man Spiele wie Breath of the Wild theoretisch in Farbe und 3D genießen. Dies ist jedoch ein nicht vorgesehener Eingriff in die Hardware, der vermutlich jegliche Gewährleistungsansprüche erlöschen lässt.
Ohne die Filter könnte man Spiele wie Breath of the Wild theoretisch in Farbe und 3D genießen. Dies ist jedoch ein nicht vorgesehener Eingriff in die Hardware, der vermutlich jegliche Gewährleistungsansprüche erlöschen lässt.
Wie authentisch ist die Replik?
Erste Reviews loben die extrem hohe Detailtreue der Neuauflage. Von den Einstellrädern für den Augenabstand bis hin zu den Gummifüßen entspricht das Gerät fast exakt dem Original von 1995. Es handelt sich zudem um ein Tischgerät auf einem Ständer, nicht um eine Brille, die man am Kopf trägt.
Die Verarbeitungsqualität wird als sehr hoch beschrieben. Die Mechanik zum Einlegen der Switch (Federmechanismus) und die Polsterung sollen modernen Standards entsprechen, während das Retro-Feeling durch Designentscheidungen wie den (nun funktionslosen) EXT-Port erhalten bleibt.
Die Verarbeitungsqualität wird als sehr hoch beschrieben. Die Mechanik zum Einlegen der Switch (Federmechanismus) und die Polsterung sollen modernen Standards entsprechen, während das Retro-Feeling durch Designentscheidungen wie den (nun funktionslosen) EXT-Port erhalten bleibt.
Zusammenfassung
- Virtual Boy kehrt nach über 30 Jahren als App auf Nintendo Switch zurück
- Nutzung erfordert Nintendo Switch Online und zusätzliches physisches Zubehör
- Nintendo bietet 79,99-Euro-Replik oder 19,99-Euro-Pappvariante als Halterung an
- Startaufgebot umfasst sieben Spiele, neun weitere sollen folgen
- Virtual Boy gilt als einer der größten kommerziellen Misserfolge Nintendos
- Hardware primär für Nintendo Switch 2 konzipiert, Adapter für erste Generation
- App stellt Inhalte in klassischer Rot-Schwarz-Palette dar wie das Original
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